Zum Antholzer See

Ein Paradies für Wanderer.
Einfache Rundwanderung auf Wald- und Wiesenwegen mit geringen Höhenunterschieden, nur im Bereich des Aufstiegs zum Antholzer See sind dreimal Anstiege an Seitenbächen zu bewältigen (Autor: Peter Mertz)
9 km
415 m
4.00 h
Zum Antholzer See.
Wir beginnen die Wanderung zum See in Antholz-Obertal (1429 m) am Campingplatz und Freizeitgelände. 700 Meter folgen wir der Talstraße, bevor wir nach rechts auf einen aufwärts führenden Wirtschaftsweg einbiegen. Nach wenigen Metern gelangen wir zum Wanderweg Nr. 1, der mit der Bezeichnung Seeweg den Waldrand entlang taleinwärts führt und ein gemütliches Wandern abseits der Talstraße ermöglicht. Die Route folgt einmal Forstwegen, einmal Wanderpfaden, es sind jedoch dreimal Seitenbäche zu queren, wo es teils steile Steigungen zu überwinden gilt. Der erste dieser Bäche ist der Schönbach. Die Anstiege sind zu überwinden, weil sich die Brücken nicht unmittelbar am Waldrand befinden. Später folgt wieder eine Passage im Gelände der Obertaler Wiesen, danach passieren wir die Bergstation eines Schlepplifts nahe der Wöhrer Alm (1664 m). Nach gut eineinhalb Stunden erreichen wir die Wälder rund um den Antholzer See. Wir treffen auf die Trassen des Biathlonzentrums und folgen dem Weg Nr. 1, bis wir nahe der Seeresidenz am Seeufer angekommen sind. Die Route mündet direkt in den Seerundweg ein, dem wir nach links folgen (1634 m).
Die Seeumrundung.
Entlang dem Seerundweg hat man einen aus 16 Stationen bestehenden Erlebnispfad angelegt. Die etwa drei Kilometer lange Umrundung dauert daher etwas länger, als es von der reinen Gehzeit her scheinen würde. Der Weg befasst sich mit den Tieren und Pflanzen der Lärchenwälder, aber auch mit den Gesteinen. Gleich hinter der Querung der Straße zum Staller Sattel queren wir auch den Seeabfluss und schwenken nach rechts auf den Rundweg ein. Herrliche Rast- und Badeplätze begleiten uns und laden zum Verweilen. An einem Seitenbach kann man mithilfe von Hörtrichtern dem Rauschen des Wassers lauschen. Das Ufer wird anschließend steiler und der Weg wird zum Pfad, der mit Auf und Ab ans nördliche Ufer zieht. Hier werden die Gesteine vorgestellt und geschnitzte Waldgeister an Wurzeln überraschen den Wanderer. An der Ostseite erwartet uns auf einer großen Wiese ein Spielplatz und das Seerestaurant. Nur 200 Meter dahinter empfängt die Enzianhütte ihre Gäste. Wir wandern am Parkplatz noch etwas taleinwärts und folgen dem Rundweg (beschildert), der als »Bonifaziussteig« am südlichen Seeufer hoch im Lärchenwald talauswärts zieht. Wir werden über die Pflanzen des Bergwalds unterrichtet und können bei einer Quelle einen geschnitzten Brunnen bewundern. Nachdem wir den Tobel des Elzenbachs gequert haben, erreicht der Rundweg die letzte Station des Erlebnispfads. Hier gilt es, Zapfen von Lärche, Zirbe und Fichte richtig zu bestimmen und durch eine Lochwand zu werfen.
Zurück nach Antholz-Obertal.
Ein paar hundert Meter wandern wir auf dem uns schon vom Beginn der Seeumrundung bekannten Wegstück, biegen dann jedoch nach der Querung des Abflusses nach links in Richtung Antholz auf den Weg Nr. 11 ein, der als Talrundweg in Richtung Obertal absteigt. Wir queren das Biathlonstadion, wo ein weiteres Restaurant zur Einkehr lädt, und folgen dem Weg, der bald entlang des Antholzer Bachs abwärts führt. Ein weicher, begraster Weg durchquert den Grauerlenwald entlang des Bachs und macht das Abwärtswandern sehr vergnüglich. Dann biegen wir nach links in einen Wirtschaftsweg ein, der aber immer noch den Bach entlangführt. Erst beim Weiler Vorderpaßler biegt unsere Route vom Waldrand weg, überquert den Bachgraben und führt uns entlang der Fahrstraße zuerst durch den Weiler und dann weiter zur Hauptstraße nach Antholz-Obertal.

Dauer: Campingplatz Antholz-Obertal – Antholzer See 1.45 Std. – Seeumrundung 1.30 Std. – Campingplatz Antholz-Obertal 1.30 Std.; Gesamtgehzeit 4.45 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied415 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAntholz-Obertal (1429 m), Campingplatz
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterBei Olang mündet das Antholzertal ins Pustertal. Das trotz der hohen begleitenden Berge sonnige Tal zeigt eine Mischung aus kleinen Dörfern und weitläufigen Wiesen, die meist Schuttkegel und flache Talböden überziehen. Es wurde schon früh besiedelt, wie Funde aus der La-Tène-Kultur der späten Eisenzeit (etwa 450 v. Chr.) beweisen. Neben der herrlichen Landschaft und dem Reichtum an Wald spielt das Wasser hier eine große Rolle, wie ein altes Sprichwort belegt: »Wer in Antholz Bier trinkt, ist zu faul, um Wasser zu trinken.« Wir haben den idyllisch gelegenen Antholzer See im Talschluss zum Ziel, der am besten die Beziehung des Tals zu reinem Gebirgswasser widerspiegelt. Türkisblau und kalt füllt der See das gesamte Tal aus, bevor es zum Staller Sattel ansteigt. Er wird zur Gänze vom Fichtenwald eingerahmt und bietet ein ideales Ausflugsziel für Jung und Alt. Gemütliche Spazierwege mit geringen Höhenunterschieden verbinden den See mit den Ortschaften, sodass wir auf unserer Wanderung anschaulich kennen lernen können, wie harmonisch sich die traditionelle Kulturlandschaft mit der alpinen Bergwelt des Antholzer Tals zu verbinden weiß. Fast der gesamte See gehört noch dem Naturpark Rieserfernergruppe an, zusätzlich wurde er 1980 zum Naturdenkmal erklärt. Im Westen ragen die Gipfel von Wildgall und Hochgall auf und bieten eine wildreiche Kulisse für den Bergsee. Mit 980 Metern Länge und 780 Metern Breite ist der Antholzer See nach Kalterer See und Haider See am Reschenpass der drittgrößte See Südtirols. Der Sage nach sollen hier einmal drei Bauernhöfe gestanden haben, ehe sich das Becken mit Gebirgswasser gefüllt hat. Möglicherweise hat ein Felssturz den Talausgang verriegelt und den Abfluss des Wassers verhindert. Darüber hinaus soll es am 20. Mai 1689 zu einer Tragödie gekommen sein, als bei einem Bootsunglück ein Brautpaar ertrank.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 3 (Pustertal); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 82 (Tauferer-/Ahrntal)
VerkehrsanbindungVon der Pustertalstraße SS 49 bei Olang nach Norden ins Antholzertal, 13 km auf der Talstraße bis Antholz-Obertal Busverbindung aus dem Pustertal nach Antholz mit Endhaltestelle an der Seeresidenz am Antholzer See
GastronomieGasthäuser in Antholz, Seeresidenz, Seerestaurant, Enzianhütte, Restaurant im Biathlonzentrum, Kiosk am Parkplatz am Westende des Sees
Tourismusbüro
Tourismusverein Antholzertal, I–39030 Antholz, Tel.: 0474/492116, www.antholzertal.com, info@antholzertal.com

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