Zu Grünsee und Limosee

Ins Reich der Murmeltiere in den Fanesdolomiten.
Almwanderung auf Wirtschaftswegen, Forststraßen und Bergpfaden, die leicht und ohne Probleme zu begehen sind. Route zur Faneshütte für Kinder gut geeignet, weil nicht allzu lang und abwechslungsreich (Autor: Peter Mertz)
15 km
760 m
4.00 h
Zur Faneshütte mit den Seen.
Der Ausgangspunkt der Tour befindet sich am Ende des Enneberger-/Rautals bei der Pederühütte (1545 m), wo die Szenerie bereits einiges an Naturerlebnissen verspricht. Wir wandern auf der Schotterstraße in südwestlicher Richtung entlang des Vigilbachs durch das Valle di Rudo. Gleich nach der Hütte ist es lohnender, den Wanderpfad jenseits des Bachs zu benützen, der durch ein Schuttkar führt. Während sich die Straße in etlichen Serpentinen durch das Tal windet, verläuft unser Höhenweg bequem und mit gleich bleibender Steigung aufwärts. Auf nicht zu verfehlendem Steig erreichen wir nach etwas mehr als 90 Minuten den Talkessel von Klein-Fanes mit der Faneshütte (2042 m). Unser eigentliches Ziel, den Grünsee, finden wir nur wenige Gehminuten südlich der Hütte gegenüber der Lavarellahütte.
Der verwunschene Grünsee.
Das türkisblaue Gewässer liegt in der tiefsten Mulde der Karstwanne, die dem Dolomitenstock ihren Namen gegeben hat. Denn »Fana« heißt auf Ladinisch so viel wie Pfanne, womit die kesselartigen Vertiefungen inmitten von stufenartigen Karsthochflächen gemeint sind. Zusammen mit dem schütteren Lärchenwald bestechen vor allem die gebänderten Felsterrassen, die aus etwa 200 Millionen Jahre alten Liaskalken bestehen und die Hochfläche regelrecht zu einem Amphitheater werden lassen. In diesem Kessel spielt auch die berühmte Dolomitensage vom Volk der Fanes (siehe Kasten).
Zum Limosee und retour ins Tal.
Wenn wir dem Fahrweg in südlicher Richtung aufwärts folgen, erreichen wir nach 20 Minuten den malerischen Limosee (2159 m). Dieser abflusslose Bergsee füllt eine Karstwanne aus, an deren Ufern schöne Almmatten mit eindrucksvoller Dolomitenflora ausgebildet sind. Wir kehren vom Limosee auf der Fahrstraße zur Faneshütte zurück und wandern auf der Aufstiegsroute abwärts bis zum Pischadelsee. Nun wählen wir den Almweg, der uns mit einigen Spitzkehren zum Ausgangspunkt an der Pederühütte zurückbringt.

Dauer: Pederühütte – Faneshütte 1.30 Std. – Rundgang Grünsee – Limosee – Faneshütte 1 Std. – Pederühütte 1.30 Std.; Gesamtgehzeit 4 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied760 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPederühütte (1489 m) im innersten Rautal
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterRund um die Faneshütte begegnen wir dem naturkundlich interessantesten Abschnitt im »Naturpark Fanes-Sennes-Prags«, in dem sich diese gemütliche Rundwanderung zu zwei herrlichen Bergseen bewegt. Der Gebirgsstock der Fanesdolomiten gehört zu den ungewöhnlichsten Kalkbergen Südtirols. Wir treffen auf ein weites Hochland mit eigenartigen Gipfelformen, märchenhaften Karen und verwunschenen Karsthochflächen. Zwischen grünen Raseninseln fließen rauschende Bäche, die klare Bergseen wie den Grünsee oder den Limosee speisen. Besonders im Herbst, wenn sich die Lärchen orangebraun gefärbt haben, erstrahlt diese bizarre Gebirgslandschaft in einer eigentümlichen Stimmung. Uns kommt zugute, dass die Hochplateaus der Fanesdolomiten leicht erreichbar und keine Kletterkünste vonnöten sind. Die Rundtour verläuft auf Hüttenwegen und leichten Bergpfaden. Das Symboltier der Fanesdolomiten ist zweifelsohne das Murmeltier, dessen reiches Vorkommen rund um die Fanesalm seit jeher berühmt ist. Durch Verkarstung entstanden auf dem Almgelände stufenartig geschichtete Felsbänder, die als »Parlament der Murmeltiere« bezeichnet werden. Außer Murmeltieren können wir im Rautal vor der Pederühütte auch noch Gämsen und Birkwild begegnen, denn im Rautal vor der Pederühütte streift der Auerhahn über die Talhänge.
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco Wanderkarte 1:25000, Blatt 03 (Cortina d'Ampezzo)
VerkehrsanbindungVon der Pustertalstraße SS 49 knapp westlich von Bruneck nach Süden ins Gadertal bis Zwischenwasser, von hier nach St. Vigil und weiter auf der Mautstraße bis in den Talschluss nach Pederü Unregelmäßige Busverbindungen zwischen Enneberg und St. Vigil
GastronomiePederühütte, Faneshütte, Lavarellahütte
Tipps
Das sagenhafte Volk der Fanes. Einst soll im Bereich der heutigen Fanes-hütte ein Königreich existiert haben, dessen stolzes Schloss südwestlich von hier auf den Felsbastionen von Lavarella und Cunturines lag. Wenn wir diese verwunschene Landschaft durchwandern, können wir uns nur schwer dem Zauber und der Poesie entziehen, die zu solch mystischen Erzählungen geführt haben. Im Zusammenhang mit den Murmeltieren erzählt man sich, dass sich die Prinzessinnen Dolasilla und Luyanta in die possierlichen Nager verwandeln konnten. Dank des Bundes mit den Murmeltieren erlangte das Volk der Fanes in der Folge große Bedeutung. Dieser Sagenzyklus spiegelt die Erinnerung eines Volkes von Jahrtausenden wider und weist eine in der europäischen Sagenüberlieferung einzigartige Geschlossenheit auf.
Tourismusbüro
Tourismusverein St. Vigil in Enneberg, I–39030 St. Vigil, Tel.: 0474/501037, www.sanvigilio.com, info@sanvigilio.com

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