Wo sich die halbe Welt trifft

Abwechslungsreicher Spaziergang auf Fußwegen neben breiten Straßen, im Tiergarten Gelegenheit zum Verschnaufen im Grünen. (Autor: Tassilo Wengel)
8 km
90 m
2.00 h
Vom Brandenburger Tor zum Tiergarten Wir starten am S-Bahnhof Unter den Linden und nehmen den Ausgang zum Pariser Platz. Früher verband sich sein Name mit Reichtum und Eleganz, bis dieses Entree zwischen dem Prachtboulevard Unter den Linden und dem Brandenburger Tor im Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche gelegt wurde. Heute erstrahlt er wieder in alter Schönheit, gesäumt vom legendären Hotel Adlon, mehreren Botschaften sowie dem Haus Sommer (Pariser Platz 1) und Haus Liebermann (Pariser Platz 7). Das Brandenburger Tor, Symbol der Trennung und Wiedervereinigung Deutschlands, wurde von Carl Gotthard Langhans 1791 im klassizistischen Stil geschaffen. Um dem Tor so viel Öffnung wie möglich zu geben, nahm er nach eigener Aussage das Stadttor von Athen als Modell. Das Brandenburger Tor war als Krönung für die Prachtallee Unter den Linden zur Westseite hin gedacht und als Friedenstor geplant und wurde 1793 künstlerisch vervollständigt. Die berühmte Quadriga, ein von vier Pferden gezogener Wagen mit der Siegesgöttin, wurde von Johann Gottfried Schadow entworfen, ebenso Reliefs und Sitzstatuen, die Berliner Bildhauer ausführten. Nach umfassender Restaurierung erstrahlt es seit 2002 wieder im neuen Glanz.Durch dieses berühmteste Wahrzeichen Berlins kommen wir zum Platz des 18. März und wenden uns nach rechts zum Reichstagsgebäude, dem Sitz des Deutschen Bundestages. Hier gehen wir links in die Scheidemannstraße bis zur Entlastungsstraße und wenden uns abermals nach links. Nach dem Überqueren der Straße des 17.Juni können wir den Blick zur Siegessäule mit der Viktoria als Krönung genießen. Unser Weg führt am Tiergarten entlang, einer 220 Hektar großen Grünfläche im Herzen Berlins, dessen Mittelpunkt der Große Stern mit der Siegessäule ist. Alleen, Liegewiesen, Wasserläufe und Seen prägen das Bild des Tiergartens und mittendrin stehen die Kongresshalle und das Schloss Bellevue, der Sitz des Bundespräsidenten.Es lohnt sich auf jeden Fall, den Tiergarten nach eigenem Ermessen zu erkunden und vielleicht eine Verschnaufpause auf einer Liegewiese einzulegen.Vom Potsdamer Platz zum Märkischen Museum Wir gehen geradeaus weiter, überqueren die Tiergartenstraße und kommen nach links einbiegend über die Bellevuestraße zum Potsdamer Platz mit dem Sony-Center. Unser Weg führt durch das lichtdurchflutete Forum mit Geschäften, Restaurants und Cafés zur Potsdamer Straße. Links steht der neobarocke Kaisersaal des einstigen hochherrschaftlichen Hotels Esplanade, der unter Denkmalsschutz steht. Er wurde im Zuge der Bebauung des Potsdamer Platzes auf einem luftkissenartigen Rollgerüst in spektakulärer Aktion um einige Meter verschoben. Am Bahnhof Potsdamer Platz überqueren wir die Ebertstraße und kommen zum Leipziger Platz. Hier folgen wir der Leipziger Straße weiter und überqueren Wilhelmstraße und Friedrichstraße. Unser nächstes Ziel ist der Spittelmarkt, wo wir vor der Gertraudenbrücke rechts in die Wallstraße einbiegen. Nach wenigen Metern sind wir am Märkischen Museum angekommen, das einer Schatztruhe zur Berliner Geschichte und ihrer Kultur gleicht. Vor diesem Backsteinbau im Stil der Neogotik mit Renaissancemotiven steht das Denkmal von Heinrich Zille, der, als »Pinsel-Heinrich« bekannt, wohl der populärste Berliner Künstler war. Seine Arbeiten sind im Märkischen Museum und im Berlin-Museum zu sehen.Entlang der Friedrichstraße zum Ausgangspunkt Über die Straße am Köllnischen Park gelangen wir zum Märkischen Ufer an der Spree. Hier hat sich eine kleine Oase des alten Berlin erhalten und historische Bürgerhäuser aus dem 18.Jh. mit spätbarocken und klassizistischen Fassaden reihen sich aneinander. Hier wenden wir uns nach links, gehen am Ufer entlang bis zum Mühlendamm und erreichen über die Breite Straße den Schlossplatz. Nach links gelangen wir über die Französische Straße zur Friedrichstraße. Dort geht es nach rechts weiter an den Friedrichstadtpassagen entlang, wo die Quartiere 205, 206 und 207 unterirdisch durch eine Passage mit Geschäften und Restaurants verbunden sind. Wir kommen am Kaufhaus Lafayette vorbei, einem Ableger des Pariser Kaufhauses mit gleichem Namen, an Nobelgeschäften und am Haus der Russischen Kultur. Schließlich gelangen wir zur Straße Unter den Linden, biegen dort nach links ab und erreichen wieder den S-Bahnhof Unter den Linden.

S-Bahnhof Unter den Linden – Potsdamer Platz 0.30Std. – Märkisches Museum 0.45Std. – S-Bahnhof Unter den Linden 0.45Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied90 m
Dauer2.00 h
AusgangspunktS-Bahnhof Unter den Linden.
EndpunktS-Bahnhof Unter den Linden.
TourencharakterSommer wie Winter zieht das neue Zentrum am Potsdamer Platz Touristen aus aller Welt an. Ein schöner Spaziergang verbindet das alte und das neue Berlin. Der Weg führt jenseits des Brandenburger Tores in den

Tiergarten und zum Potsdamer Platz, um dann wieder dorthin zurück-

zukehren, wo einst die Wiege Berlins stand. Eine kleine Oase des alten Berlins bietet sich am Märkischen Ufer mit seiner Bilderbuchidylle und vor dem Märkischen Museum erinnert ein Denkmal von Heinrich Zille an den »Pinsel-Heinrich«, der wohl der populärste aller Berliner Künstler war.
KartentippStadtplan Berlin City, 1:16000.
VerkehrsanbindungAuto: Von der A10 (Berliner Ring) im Süden: Abfahrt Dreieck Nuthetal, auf A115 bis Dreieck Zehlendorf, dort auf B1 bis Wilhelmstraße, nach links zum S-Bahnhof Unter den Linden. Von der A10 (Berliner Ring) im Westen: Abfahrt Berlin-Spandau, auf B2/5 bis S-Bahnhof Unter den Linden. Von der A10 (Berliner Ring) im Norden: Abfahrt Berlin-Weißensee, auf der B2 bis S-Bahnhof Unter den Linden. Von der A10 (Berliner Ring) im Osten: Abfahrt Berlin-Hellersdorf, auf der B1/5 bis S-Bahnhof Unter den Linden. Bahn/Bus: S-Bahn S1 Oranienburg – Wannsee, S2 Bernau – Blankenfelde, S5 Strausberg Nord – Westkreuz, S7 Ahrensfelde – Potsdam, S9 Flughafen Berlin-Schönefeld – Spandau, U6 Berlin-Tegel – Alt Mariendorf.
GastronomieZahlreiche Möglichkeiten am Branden- burger Tor, im Sony-Center und in der Friedrichstraße.
Tipps
Der Tiergarten Die 220ha große Grünfläche des Tiergartens lädt zum Bummeln und Faulenzen ein. Von Alleen und Schlängelwegen durchzogen, prägen schöne alte Baumbestände mit Liegewiesen, Wasserläufen, Teichen und Seen dazwischen das Bild. Maßgeblich ist dieses Bild Peter Joseph Lenné zu verdanken, der ab 1818 die Gestaltung im englischen Landschaftsstil vornahm. Ab 1850 wurden zahlreiche Denkmäler von Königen, Fürsten und Dichtern aufgestellt, die die 16 Statuen antiker Helden rund um den Großen Stern ergänzten. Der Tiergarten ist mehr, als eine Parkanlage. Regierungsviertel, Schloss Bellevue mit Sitz des Bundespräsidenten, Potsdamer Platz und Zoologischer Garten sind nur einige herausragende Orte. Der Große Stern mit der Siegessäule ist das Zentrum des Tiergartens, auf das fünf Straßenzüge einmünden. Von der Aussichtsplattform der Siegessäule bietet sich ein großartiger Blick über den Tiergarten mit der schnurgerade verlaufenden Straße des 17. Juni. Gaststätte Zur letzten Instanz In der Nähe des U-Bahnhofs Klosterstraße befindet sich die älteste Gaststätte von Berlin. Die Geschichte reicht bis 1621 zurück, als ein ehemaliger Reitknecht des Kurfürsten eine Branntweinstube er- öffnete. Schmuckstück ist im Schankraum der Majolika-Kachelofen, an dem sich schon viele Prominente gewärmt haben sollen. Den berühmten Berliner Humor findet man beim Lesen der Speisekarte in dieser typischen Alt-Berliner Gaststätte. Da steht zum Beispiel geschrieben: »Während Sie sich schon immer eener ziemlich heeßen Tagssuppe beschäftjen könn, sitz det Jerichtspersonal noch inne Kantine.« Hinter »Einstweiliger Verfügung« verbirgt sich eine knusprige Grillhaxe, »Beweismittel« sind Weißkohlroulade mit Kartoffelpüree, unter »Plädoyer« versteht man würzigen Schweinebauch und als »Justizirrtum« wird Rinderbraten mit Klößen serviert.
Unterkunft
Buchung über Tel. 030/250025, Fax 030/25002424, Internet-Buchung: www.berlin-tourist-information.de

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