Wo bitte geht's zum Ringspitz?

Über Bad Wiessee auf den Ringspitz Kurze Bergtour auf überwiegend breiten, schattigen Waldwegen, nur die letzen 300 Meter zum Gipfel sind sehr steil. Nach Regentagen rutschig und ohne Sicherung, deshalb ist der Weg nur zu empfehlen, wenn es einige Tage nicht geregnet hat. Etwas Trittsicherheit ist erforderlich, Markierung gibt es keine. (Autor: Lisa Bahnmüller)
9 km
450 m
3.00 h
Das touristisch manchmal bereits an sein Limit stoßende Tegernseer Tal ist weithin bekannt. Die nahen Berge, Almen und Seitentäler sind erschlossen, erwandert und leider oft überlaufen. Sie mögen es ruhiger? Also wo bitte geht es zum Ringspitz? Von unten sieht der nur 1293 m hohe Berg direkt am Fuße der Ringseebucht bei Bad Wiessee auch absolut unscheinbar aus, überdies glaubt man, er sei komplett bewaldet. Unscheinbar mag er ja sein, denn nicht einmal die Wege sind markiert. Aber alles andere täuscht – hier gibt es Bergidylle statt Rummel und nirgendwo sonst kommt man aus der Vogelperspektive dem See so nahe. Der gesamte Tegernsee liegt einem buchstäblich zu Füßen, der Blick reicht weit bis zu den hellen Münchner Hochhäusern am Horizont. Dabei ist der Berg schnell erstiegen, man kann die Tour mit einem Besuch der Ausflugsgaststätte Bauer in der Au verbinden. Wegverlauf - Vom Parkplatz bei Buch marschieren wir zunächst die geteerte Straße aufwärts zwischen den stattlichen Bucherhöfen hindurch und folgen den Schildern zum »Bauern in der Au«. Bald ist die Straße nur noch für Autos mit Sondergenehmigung zu befahren, so können wir bereits hier die traumhafte Sicht über Bad Wiessee und den See in aller Ruhe genießen. Am Ostufer sehen wir die Doppeltürme des Klosters Tegernsee, darüber die Berggaststätte Neureuth und dahinter die Gindlalmschneid (Tour 19). In der kleinen Rechtskurve, wo wir gerade den Verlust der schönen Aussicht bedauern, biegen wir links in einen geschotterten Weg ein. Der zunächst noch breite Weg führt unterhalb des Gleitschirmfliegerhäuschens auf einen Wald zu, in dem er sich nach wenigen Metern teilt. Wir wählen den rechten Weg und steigen nun auf dem schmäler werdenden Pfad im Schatten bergan. An einer Flanke teilt sich der Weg erneut, durch die Blätter der Bäume sehen wir ein wenig den Tegernsee grün leuchten. Wieder wandern wir rechts weiter und stehen kurz danach auf einer kleinen Waldlichtung vor einer privaten Jagdhütte. Wir überqueren die Lichtung, lassen die Hütte linkerhand liegen und stapfen etwas nach rechts aufwärts wieder in den Wald hinein. Der Weg wurde neu und breit angelegt, kann aber nach einer Regenperiode sehr schlammig sein. Für ein Stück geht es noch einmal aufwärts. Bevor der Hauptweg sich senkt und leicht nach rechts abbiegt, wandern wir nun fast in Falllinie geradeaus den Berg hinauf. An diese Abzweigung kommen wir später wieder zurück. Der Pfad ist schmal und sehr steil. Wir müssen oft verschnaufen und manchmal unsere Hände zu Hilfe nehmen. Doch jeder Schritt ist die Mühe wert. Schon bald erlauben die wenigen Bäume freie Sicht auf den See. Nach einem Windbruch ist hier viel ausgeholzt worden. Immer wieder gibt es neue Eindrücke: ob gegen Westen zum Hirschberg, Kampen oder Fockenstein (Tour 16) oder gegen Norden über die Ringseebucht mit ihrer Insel bis nach Gmund. Wir dürfen eine traumhafte Aussicht steil über dem Tegernsee genießen. Im oberen Bereich wird der Weg wieder einfacher und so stehen wir kurzerhand später am Gipfelkreuz des Ringspitz, wo uns herrliche Ruhe erwartet. Zurück geht es zunächst zur Abzweigung, an der wir nun links auf dem Weg abwärts wandern. Wir passieren erneut eine Jagdhütte, überqueren drei Wasserläufe und treffen nach einer weiteren Berghütte entlang eines Baches auf eine breite Forststraße. Rechts kann man schnell und einfach zum Ausgangspunkt zurückkehren. Wer noch Lust auf Kaffee und Kuchen oder Brotzeit hat, wandert links zum Bauer in der Au. Über die gut ausgebaute Straße ist die beliebte Ausflugsgaststätte mit ihrer sonnigen Terrasse schnell erreicht. Nach der Pause wandern wir vor der Gaststätte rechts abwärts und folgen dem Schild »Bad Wiessee über Söllbachtal«. Bald sind wir unten am Söllbach, überqueren ihn und wandern flussabwärts. Wir überqueren ihn an der nächsten Brücke erneut und wandern (Schild »Buch«) aufwärts. Oben angekommen geht es nur noch rechts über den Bucherer Berg die letzten Meter zurück zum Ausgangspunkt. Wissenswertes: Die Gaststätte Bauer in der Au ist wegen der Hirschbrunft bekannt geworden. Direkt von der Terrasse lassen sich Ende September in den frühen Abendstunden viele Hirsche auf ihrer Balztour beobachten. Vor allem akustisch ist so ein röhrender Hirsch ein echtes Naturspektakel. Wegen der Hirsche, die gerne die weiten Almwiesen rund um die Gaststätte aufsuchen, wird das Lokal um 17 Uhr geschlossen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied450 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBad Wiessee/Tegernsee - Wanderparkplatz am Bucherer Berg.
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee-Schliersee 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Salzburger Autobahn A 8, Ausfahrt Holzkirchen, auf der B 318 Richtung Tegernsee. Bad Wiessee liegt am Westufer, der Parkplatz befindet sich am Ortsende nach der Söllbachbrücke rechts im Bucher Weg, nach 200 m auf der rechten Seite. Bahn/Bus Von München über Holzkirchen Richtung Tegernsee, Haltestelle Gmund, weiter mit Bussen. Von München Hauptbahnhof verkehrt außerdem täglich ein RVO Bus nach Bad Wiessee/Tegernsee.
GastronomieBauer in der Au, bis auf die Betriebsferien ganzjährig bis 17 Uhr geöffnet, Montag Ruhetag.
Tipps
Vor wenigen Jahren haben sich Touristen noch mit Kutschen von der Schiffsanlegestelle zum Bauern in der Au fahren lassen. Die zwei Pferdestärken sind heute durch das »Berg-Zügerl« ersetzt worden. Zweimal täglich fährt eine kleine Bimmelbahn die Rundstrecke vom Söllbachtal zum Bauern in der Au und wieder hinunter über den Bucherer Berg nach Bad Wiessee. Wenn noch Plätze frei sind, nimmt der Lokführer auch müde, fußkranke Bergkrieger mit ins Tal.
Tourismusbüro
Informations-gemeinschaft Tegernseer Tal, Tel. 08020/180149

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