Wildseeblick und Ruhestein

Auf dem Westweg durch die aussichtsreiche Grinde.
Bequeme Wald- und Aussichtswanderung auf zum Teil wurzeligen und feuchten Wegen. (Autor: Chris Bergmann)
8 km
150 m
2.00 h
Zur Darmstädter Hütte.
Die Promenade rund um den Mummelsee beginnt und endet am Gasthof neben dem Großparkplatz und Tretbootverleih. Vom Mummelsee führt der mit dem Zeichen »rote Raute« markierte Westweg im Wald hinab zur Rasthütte am Seibelseckle, der ersten Einkehrmöglichkeit am Weg; hier befindet sich ein AlpinSkizentrum mit Lift und Flutlichthang am Schwarzkopf. Im Sonnenhang des Schwarzkopfs führt der Westweg weiter südwärts, wobei sich einige hervorragende Ausblicke auf die Ortenau ergeben. Am Altsteigerskopf gewinnt der Westweg an Höhe und erreicht dann die autofreie Darmstädter Hütte, eine empfehlenswerte rustikale Wanderhütte mit Biergarten. Für Westwegwanderer und Skiläufer bietet sie auch Übernachtungsmöglichkeit.
Das Eutinggrab.
Von der Darmstädter Hütte führt der Westweg weiter durch das Naturschutzgebiet mit seinem charakteristischen Wechsel aus Grindenflächen und Wetterkiefern und erreicht das Eutinggrab. Von hier bietet sich ein hervorragender Blick hinab auf den Wilden See und auf das »Waldmeer« des nordöstlichen Schwarzwalds, an klaren Tagen reicht der Blick bis zur Schwäbischen Alb. Der Wilde See oder Wildsee ist ein Karsee am Fuß des Seekopfs in der Ostflanke des Nordschwarzwald-Hauptkamms. Ausgeschürft wurde die Hohlform (910 m), in der der 2,4 Hektar kleine und knapp 12 Meter tiefe See liegt, von einem Hängegletscher der Eiszeit. Über 100 Meter überragt den See eine schroffe, von Felsblöcken bedeckte Karwand. An ihrem oberen Ansatz befindet sich das Eutinggrab, die Urnengrabstätte des Philosophen und Sprachforschers Julius Euting (1839–1913), Mitbegründer des Vogesenclubs und Vorsitzender des Verbands Deutscher Gebirgs- und Wandervereine 1900–08. Beim Wilden See bginnt der Bannwald »Wilder See – Hornisgrinde«, ein Totalreservat, das forstwirtschaftlich nicht mehr genutzt wird und sich durch natürliche Waldentwicklungsprozesse in einen Urwald verwandeln soll. Der Bannwald weist eine reichhaltige Flechten-, Moos- und Pilzflora auf.
Naturschutzzentrum Ruhestein.
Bald nach Verlassen des Eutinggrabs passiert der Westweg die Abzweigung des Wanderwegs ins Murgtal und senkt sich dann in aussichtsreichen Skipistenwiesen hinab zum Naturschutzzentrum Ruhestein. Dieses bietet in seiner Dauerausstellung faszinierende Einblicke in die Welt des Nordschwarzwalds, außerdem werden ganzjährig Exkursionen unter der Leitung von Biologen, Förstern oder dem Schliffkopf-Ranger veranstaltet - Morgenrot, Eulen, Vögel, Bannwald und Grinden, Wildnis, Sommerdämmerung, Hochmoor, Fledermäuse, Pilze – zu zahlreichen Themen werden Exkursionen veranstaltet. Hinzu kommen Vorträge, Seminare und Tagungen sowie die Landschaftspflege: Das Naturschutzzentrum betreut sechs der umliegenden Naturschutzgebiete; versuchsweise wurde hier mit der Beweidung auf den Grinden auch eine Wirtschaftsform wieder aufgenommen, wie sie vor Hunderten von Jahren auf den Höhenlagen des Nordschwarzwalds üblich war. Das Naturschutzzentrum Ruhestein wurde 1998 als Stiftung des Landes Baden-Württemberg mit den Gemeinden Seebach, Baiersbronn, Freudenstadt und den Landkreisen Ortenaukreis und Freudenstadt gegründet. Info: Naturschutzzentrum Ruhestein, Schwarzwaldhochstraße 2, 77889 Seebach, Tel. 07449/91020, www.naturschutzzentren-bw.de

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied150 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortSeebach (400 m) ist Luftkurort im oberen Achertal im Westhang der Hornisgrinde.
AusgangspunktBushaltestelle und Parkplatz am Mummelsee an der Schwarzwaldhochstraße (B 500).
EndpunktBushaltestelle und Parkplatz Ruhestein an der Schwarzwaldhochstraße (B 500).
TourencharakterVom sagenumwobenen Mummelsee, einer der meistbesuchten Touristikattraktionen des Schwarzwalds, führt der Westweg in einer Wald- und Aussichtswanderung durch das Naturschutzgebiet »Wildsee-Hornisgrinde« zum Naturschutzzentrum Ruhestein. Mit kleinen Kindern kann man die Wanderung auch in umgekehrter Richtung begehen mit dem Naturschutzzentrum Ruhestein als Ausgangspunkt; dort verkehrt im Sommer als Aufstiegshilfe ein Lift. Benannt ist der nahezu kreisrunde Karsee, der mit 1029 Metern der höchstgelegene und mit knapp 18 Metern der tiefste des Schwarzwalds ist, nach den »Mummel« genannten Teichrosen, die zur Mittsommerzeit ihre gelben Blüten entfalten. Der Name »Mummel« bezieht sich auf die Seerosengewächse ebenso wie auf geisterhafte Wesen, die der Sage nach in der Tiefe des Sees leben sollen. Eduard Mörikes Ballade »Die Geister am Mummelsee« (1829) verdeutlicht, welche Bedeutung der See in der romantischen Fantasie des 19. Jh. hatte. Schon 200 Jahre zuvor berichtete Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen in seinem Roman »Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch« (1668/69) von den zauberhaften Dingen, die vom Mummelsee erzählt wurden.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 30000 Hornisgrinde oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 503 Offenburg/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, Blatt 3 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungSchwarzwaldhochstraße (B 500), Busverkehr u.a. ab Seebach und Baden-Baden.
GastronomieMummelsee, Seibelseckle, Darmstädter Hütte, Ruhestein.
Tourismusbüro
Tourist-Information Seebach, Ruhesteinstraße 21, 77889 Seebach, Tel. 07842/ 94830, www.seebach.de. Baiersbronn Touristik, Rosenplatz 3, 72270 Baiersbronn, Tel. 07442/84410, www.baiersbronn.de

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