Wildenkarjoch und Schönfeldjoch

Insbesondere im Frühsommer sehr schöne Bergwanderung ohne Stützpunkt; landschaftlich reizvoller, nordseitiger Zustieg aus dem Kloo-Ascher-Tal über die Hintertoralm; Trittsicherheit ist erforderlich. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
17 km
950 m
5.00 h
Vom Parkplatz beim Zipflwirt westlich im Kloo-Ascher-Tal einwärts. Nach etwa drei Kilometern gabelt sich die Forststraße. Man geht halblinks weiter (Bezeichnung Grundalm). Die Abzweigung rechts zur Kreuzbergalm bleibt unbeachtet. Im Berggraben, wo der breite Fahrweg endet, südlich über den Bach, an Grenztafeln (Landesgrenze Bayern/Tirol) vorbei und dem markierten Weg in Richtung Hintertoralm folgen.Von der Hintertoralm (ca. 1300 m) auf schönem, teils grasüberwachsenem Pfad weiter. Man quert einen Graben und gelangt, teilweise etwas steil, auf eine herrliche Wiese. Durch Wald und südlich in einen Taleinschnitt, an dessen Westhang sich der schmale Steig entlangzieht. Man quert die Talsohle und steigt, teilweise in Schrofengelände, mit Kehren steil hinauf in den Wildenkarsattel zwischen Krenspitz und Wildenkarjoch. Aus dem Sattel weglos in östlicher Richtung längs von Latschen auf dieses. Vom Wildenkarjoch auf und südlich unterhalb des Kammes auf das etwas höhere Schönfeldjoch hinüber. Abstieg - Vom Schönfeldjoch östlich meist etwas rechts unterhalb der latschenbewachsenen Grathöhe auf Wiesen weglos zu einem Kreuz. Von dort in südöstlicher Richtung ebenfalls weglos zur bald sichtbaren Schönfeldalm (1566 m). Hier nördlich auf Steig längs eines Steilhangs zu einem Graskamm und über diesen in bequemem Abstieg zu einer Jagdhütte. Nun wendet man sich nach Süden und geht in weiten Kehren durch Wiesen und Mischwald zur Verwalteralm und von dort über freie Hänge ins Ursprungtal hinunter, das man einen knappen Kilometer südlich der Landesgrenze erreicht. Über die Grenze und auf Fahrwegen neben der Straße zum Zipflwirt zurück.

Dauer - Zipflwirt – Hintertoralm 1.30 Std.; Hintertoralm – Wildenkarjoch 1.15 Std.; Wildenkarjoch – Schönfeldjoch 15 Min.; Schönfeldjoch – Ursprungtal gut 1.30 Std.; Rückweg zu Fuß zum Zipflwirt 50 Min. Höhenunterschied: Zipflwirt – Hintertoralm etwa 470 m; Hintertoralm – Wildenkarjoch etwa 440 m; Wildenkarjoch – Schönfeldjoch 36 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied950 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGasthaus Zipflwirt (833 m) im Ursprungtal.
TourencharakterMeine ganz persönliche Wertung gibt dieser Wanderung derjenigen auf das viel bekanntere Hintere Sonnwendjoch den Vorrang. Wildenkar- und Schönfeldjoch sind zwar wesentlich niedriger als der namhafte Nachbar, dafür aber auch bedeutend weniger besucht. Wenn man über die Hintertoralm ansteigt, wandert man auf Wegen, die zu den schönsten in den Bayerischen Voralpen gehören. Mit Abstieg vom Schönfeldjoch über die Verwalteralm ergibt sich sogar eine Rundtour, die als Manko lediglich den vier Kilometer langen Rückmarsch im Ursprungtal – über die Landesgrenze hinweg – aufweist. Aber vielleicht lässt sich in die Zeitplanung eine Busrückfahrt von der Bäckeralm zum Zipflwirt mit einbauen; so wär's am angenehmsten. Ein bisschen langweilig mag manchen vielleicht auch der erste Abschnitt der Tour, die Wanderung durch das Kloo-Ascher-Tal, vorkommen. Ich persönlich schätze jedoch solche Annäherungen - erst Forststraße, dann breiter Weg, später Bergsteig und endlich nur noch Pfadspuren oder gar wegloses Gelände. Winters ist das Kloo-Ascher-Tal bei Langläufern ausgesprochen beliebt. Auch wir drehen dort bisweilen gerne unsere Runden – und kehrten hinterher beim Zipflwirt ein. Hier in diesem Tal zwischen Rotwand- und Sonnwendjochgruppe kann man oftmals bis in den März hinein langlaufen und drei Monate später wandert man 500 Meter oberhalb der Talsohle in den herrlichsten Blumenwiesen. Ja, sie sind eine Pracht, deshalb gehe ich diese Tour am liebsten im Frühsommer, im Juni. Die Hintertoralm liegt wunderschön. Zweifelsohne war sie eine Zeit lang dem Verfall preisgegeben. Unterhalb des Wildenkarsattels beeindrucken dann die lotrechten Felsszenerien des Krenspitz. Wenn die auf unserer Route zu querenden Schrofen noch schneebedeckt sein sollten, dann heißt es vorsichtig sein. Im Zweifelsfall lieber umkehren und ein andermal wiederkommen. Deshalb schrieb ich bei »Beste Jahreszeit« ganz bewusst »Anfang/Mitte Juni«, auch wenn's so aussieht, als könne man diese Tour locker bereits im Mai unternehmen. Hat man dann aber die Kammhöhe, sprich das Wildenkarjoch, erreicht, wird der Blick frei. Unmittelbar im Westen ragt der Krenspitz, der Vorgipfel des Hinteren Sonnwendjochs, auf. Sehr geübte, mit brüchigem Grasschrofengelände vertraute Bergsteiger könnten ihn sogar direkt aus dem Wildenkarsattel ersteigen. Doch Finger weg! Das ist kein Wandergelände, solche »Wege« – die man etwa in den Allgäuer Alpen zuhauf antrifft – fordern jahrzehntelange »Graskletter«-Erfahrung.
Beste Jahreszeit
KartentippTopographische Karte Mangfallgebirge, 1 - 50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt München.
VerkehrsanbindungVon Norden auf der B 307 nach Bayrischzell, von dort südlich (Richtung Kufstein) ins Ursprungtal. Von Süden über Kufstein, Vorderthiersee, Landl und Ursprungpass dorthin. Nächstgelegene Bahnstation ist Bayrischzell. Von dort Busverbindung ins Ursprungtal mit Haltestelle Beim Zipflwirt (war 2004 nicht bewirtschaftet).
GastronomieGasthaus Bäckeralm.
Unterkunft
Gasthaus Bäckeralm.

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