Wilde Rosen bei Nöggenschwiel

Rosenwanderweg mit Alpenblick.
Aussichtsreiche Höhen- und waldige Talwanderung auf bequemen Wegen. (Autor: Chris Bergmann)
15 km
300 m
3.00 h
Rosendorf Nöggenschwiel.
Anfang des 3. Jahrtausends wuchsen rund um Nöggenschwiel bereits mehr als 30000 Rosen. Während in den Ortslagen großflächige Rosenbeete erfreuen, zeigen sich an den Wegen in die Siedlungsgebiete Strauchrosen, an den Waldrändern entfalten die Wildrosen ihre Blüten und tragen im Herbst üppigen Hagebuttenschmuck. In der Höhenlage von 700 Metern gedeihen halbwilde Sorten am besten. Die Waldränder waren die Heimat der heimischen Wildrosen, die durch intensive forst- und landwirtschaftliche Nutzung mehr und mehr zurückgedrängt und teilweise ausgerottet wurden. Rund um Nöggenschwiel wurden sie wieder angesiedelt und begeistern am Rosenwanderweg durch die Eleganz ihrer Blüten - historische Rosen ebenso wie Sorten, welche aus Kreuzungen weltweit vorkommender Arten wie Kartoffelrose, Weinrose, Bibernellrose oder Chinesische Wildrose entstanden sind.
Zu den Hohfluhfelsen.
Die steinerne Notker-Brunnenfigur am Dorfplatz und das Deckengemälde in der barocken Stephanskirche erinnern daran, dass das Höhendorf Nöggenschwiel der Überlieferung zufolge von dem Sankt Galler Benediktiner Notker Balbulus, dem »Stammler«, gegründet wurde und nach diesem mittelalterlichen Dichter und Gelehrten benannt ist: Nöggenschwiel = Notkers Weiler. In der Frühzeit der Schwarzwald-Christianisierung war Nöggenschwiel ein Hauptstützpunkt des Klosters Sankt Gallen zwischen Schlücht und Höchenschwander Berg, das heute UNESCO-Weltkulturerbe ist, ehe es 1279 an die Abtei Sankt Blasien gelangte (bis 1806). Vom Roseneck bei der Kirche in Nöggenschwiel führen die rote Rosenwanderweg-Markierung und die »gelbe Raute« durch das schmucke Dorf, leiten aussichtsreich dem Wald zu und erreichen den Rastplatz an den Hohfluhfelsen über der Schwarza. Hier bietet sich ein wunderbarer Blick in das Schwarzatal mit dem Witznaustausee sowie schwarzaabwärts zum Schlüchttal.
Zum Haselbach-Wasserfall.
An der Kante des Höhenzugs hoch über dem Schwarzatal und zwei tief eingeschnittenen Seitenbächen führt der Rosenweg weiter in das Dorf Dietlingen. Die dortige Fridolinskapelle steht der Überlieferung nach an der Stelle, an der sich der Wandermissionar Fridolin im 7. Jh. unter einer Eiche eine kleine Wohnstätte erbaute. Von der Kapelle führt der Rosenwanderweg weiter auf dem aussichtsreichen »Hochweg« und leitet zuletzt über die Dietlinger Straße nach Weilheim, den namengebenden Hauptort der Rosengemeinde mit dem burgartig über der Kirche thronenden Gasthof »Adler«, der 1618 erbaut wurde. Hier wandern wir kurz auf der Hauptstraße abwärts und zweigen in der Serpentine geradeaus ins Haselbachtal ab, in dem wir bald darauf zusätzlich zur roten Rosenmarkierung die »rote Raute« des Mittelwegs entdecken. Der Haselbach bildet hier die Grenze zwischen Weilheim und Indlekofen (Stadt Waldshut-Tiengen) und bildet kurz oberhalb der Einmündung einen sehenswerten Wasserfall.
An der Zahnwehkapelle.
Am Wasserfall verlassen wir den Rosenweg, gehen zurück zum Mittelweg und folgen ihm links hinauf durch das anfangs bewaldete Heubachtal nach Heubach. Oberhalb dieses Weilers führt der Mittelweg zur Apollonia-Kapelle. Apollonia, deren Fest am 9. Februar begangen wird, wird als Schutzheilige bei Zahnschmerzen angefleht, weshalb die unter alten Linden stehende Kapelle auch »Zahnkäppele« bzw. Zahnwehkapelle genannt wird. Wann die Kapelle errichtet wurde, ist unbekannt, 1886 wurde bei der Restaurierung ein Bild der Lourdesmadonna angebracht, bei einer weiteren Renovierung 1907 wurde die Apolloniastatue aufgestellt. Attribute von Apollonia sind Zange und Zahn. Auch die Bauernregeln kennen Apollonia: »Kommt die Jungfrau Apollonia, sind auch bald die Lerchen wieder da.« Von der Zahnwehkapelle geht es in wenigen Minuten zurück zum Ausgangspunkt in Nöggenschwiel.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortNöggenschwiel (717 m), das Höhen- und »Rosendorf« über dem Schwarzatal im Südschwarzwald, gehört zur Gemeinde Weilheim/Baden.
AusgangspunktRoseneck in Nöggenschwiel, Parkplatz bei der Rosendorfhalle.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterTausende von Rosenstöcken in über 250 verschiedenen Arten und Sorten blühen am Nöggenschwieler Rosenwanderweg und verströmen von Juli bis September ihren Duft – ein einzigartiger Rundweg im Hotzenwald mit Panoramen bis zu den Alpen. Die »Rosenstationen« entlang des Rundwanderwegs informieren über die jeweilige Rosenart. Der gesamte Rosenwanderweg ist 32 Kilometer lang, die folgende Teilstrecke bietet außer wundervollen Schwarzwaldpanoramen Tiefblicke ins Schwarzatal und führt zum Haselbach-Wasserfall. 1968 wurden in Nöggenschwiel die ersten 8000 Rosenstöcke gepflanzt, 1970 wurde das Höhendorf zum »Rosendorf« des Vereins deutscher Rosenfreunde erhoben und erhielt die Berechtigung, eine Rose im Wappen zu führen, alljährlich am zweiten Juliwochenende ist Nöggenschwiel Schauplatz des Rosenfests, an dem die »Rosenkönigin« gekürt wird.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 35000 Sankt Blasier Land oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 509 Waldshut-Tiengen/Naturpark Südschwarzwald, Blatt 4 (beide Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungB 500 Titisee – Schluchsee – Waldshut und in dieser Fahrtrichtung kurz hinter Höchenschwand abzweigen Richtung Weilheim.
GastronomieNöggenschwiel, Dietlingen, Weilheim.
Tourismusbüro
Tourist-Info Roseneck Nöggenschwiel, Josef-Raff-Platz 1, 79809 Weilheim-Nöggenschwiel, Tel. 07755/1553, www.rosendorf.de und www.weilheim- baden.de

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