Wilde Rosen bei Nöggenschwiel

Aussichtsreiche Höhen- und waldige Talwanderung auf bequemen Wegen. (Autor: Chris Bergmann)
15 km
470 m
3.00 h
Die steinerne Notker-Brunnenfigur am Dorfplatz und das Deckengemälde in der barocken Stephanskirche erinnern daran, dass das Höhendorf Nöggenschwiel wahrscheinlich von dem Sankt Galler Benediktinermönch Notker Balbulus gegründet wurde und nach diesem bedeutenden mittelalterlichen Dichter und Gelehrten benannt ist (»Notkers Villa«). In der Frühzeit der Schwarzwald-Christianisierung war Nöggenschwiel ein Hauptstützpunkt der klösterlichen Besitzungen Sankt Gallens zwischen Schlücht und Höchenschwander Berg, ehe es 1279 an die Reichsabtei Sankt Blasien gelangte (bis 1806).
Vom Roseneck bei der Kirche in Nöggenschwiel führen die rote Rosenwanderweg-Markierung und die goldene Markierung des Großen Weilheim-Wanderwegs durch das schmucke Dorf, leiten aussichtsreich dem Wald zu und erreichen den Rastplatz an den Hohfluhfelsen über der Schwarza. Hier bietet sich ein wunderbarer Blick in das Schwarzatal mit dem Witznaustausee sowie schwarzaabwärts zum Schlüchttal.
An der Kante hoch über dem Schwarzatal und zweier tief eingeschnittener Seitenbäche führen der Rosenweg und der Große Weilheim-Wanderweg überwiegend im Wald weiter in das Dorf Dietlingen. Die dortige Fridolinskapelle steht der Überlieferung nach an der Stelle, an der sich der Wandermissionar Fridolin im 7.Jh. unter einer Eiche eine kleine Wohnstätte erbaute.
Von der Kapelle führt der Rosenwanderweg weiter auf dem aussichtsreichen »Hochweg« und leitet zuletzt über die Dietlinger Straße nach Weilheim, den namengebenden Hauptort der Rosengemeinde mit dem burgartig über der Kirche thronenden Gasthof »Adler«, 1618 erbaut.
Hier gehen wir kurz auf der Hauptstraße abwärts und zweigen in der Serpentine geradeaus ins Haselbachtal ab, in dem wir bald darauf zusätzlich zur roten Rosenmarkierung die rote Raute des Mittelwegs entdecken. Der Haselbach markiert hier die Grenze zwischen Weilheim und Indlekofen (Stadt Waldshut-Tiengen) und bildet kurz oberhalb der Einmündung einen sehenswerten Wasserfall.
Am Wasserfall verlassen wir den Rosenweg, gehen zurück zum Mittelweg und folgen ihm links hinauf durch das anfangs bewaldete Heubachtal nach Heubach.
Oberhalb dieses Weilers mündet der Mittelweg auf die Kreisstraße, der wir an der Apollonia-Kapelle (Zahnwehkapelle) orbei zum Ausgangspunkt in Nöggenschwiel folgen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied470 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRoseneck in Nöggenschwiel, Parkplatz bei der Rosendorfhalle.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterTausende von Rosenstöcken in über 250 verschiedenen Arten und Sorten blühen am Nöggenschwieler Rosenwanderweg und verströmen von Juli bis September ihren Duft – ein einzigartiger Rundweg im Hotzenwald mit Panoramen bis hin zu den Alpen. Die »Rosenstationen« entlang des Rundwanderwegs informieren über die jeweilige Rosenart.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1:30000 Sankt Blasier Land oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 509 Waldshut-Tiengen/Schluchsee (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg) oder Atlasco-Wanderkarte 1:30000 Blatt 221 Bonndorf/Wutach.
MarkierungenRote Rose (Rosenwanderweg), goldene Rose (Großer Weilheim-Wanderweg), rote Raute (Mittelweg) und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungB500 Titisee – Schluchsee – Waldshut und in dieser Fahrtrichtung kurz hinter Höchenschwand abzweigen Richtung Weilheim.
GastronomieNöggenschwiel, Dietlingen, Weilheim.
Tipps
Rosendorf Nöggenschwiel. 1968 wurden in Nöggenschwiel die ersten 8000 Rosenstöcke gepflanzt, 1970 wurde das Höhendorf zum »Rosendorf« des Vereins deutscher Rosenfreunde erhoben und erhielt die Berechtigung, eine Rose im Wappen zu führen. Alljährlich am zweiten Juliwochenende ist Nöggenschwiel Schauplatz des Rosenfests, an dem die »Rosenkönigin« gekürt wird. Anfang des 3. Jahrtausends wuchsen rund um Nöggenschwiel bereits mehr als 30000 Rosen, wobei in die weiterhin andauernde Neuanpflanzung mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung einfließen: Während in den Ortslagen großflächige Rosenbeete erfreuen, zeigen sich an den Wegen in die Siedlungsgebiete Strauchrosen, und an den Waldrändern, von denen es rund um Nöggenschwiel so viele gibt, entfalten die Wildrosen ihre Blüten und tragen im Herbst üppigen Hagebuttenschmuck. In der Höhenlage von etwa 700m gedeihen halbwilde Sorten am besten. Die Waldränder waren die Heimat der heimischen Wildrosen, die durch intensive forst- und landwirtschaftliche Nutzung mehr und mehr zurückgedrängt und teilweise sogar ausgerottet wurden. Rund um Nöggenschwiel wurden sie wieder angesiedelt und begeistern am Rosenwanderweg durch die Eleganz ihrer Blüten: Historische Rosen ebenso wie Sorten, die aus Kreuzungen aus weltweit vorkommenden Arten wie Kartoffelrose, Weinrose, Bibernellrose und chinesische Wildrose entstanden sind. Der gesamte Rosenwanderweg ist 32km lang und mit einer Übernachtung bequem in zwei Tagen zu begehen, neben der Hauptroute, die mit dem Zeichen rote Rose markiert ist, bestehen mehrere kleinere Rundwanderwege, das Informationsblatt mit der Übersicht der kleineren Wege ist in der Tourist-Information im Roseneck in Nöggenschwiel erhältlich.
Tourismusbüro
Gemeinde Weilheim, Badener Platz 1, 79809 Weilheim/Baden, www.rosendorf.de und www.weilheim-baden.de; Tourist-Info Roseneck Nöggenschwiel, Josef-Raff-Platz 1, 79809 Weilheim, http://www.wanderkompass.de/wanderort/schwarzwald/noggenschwiel.html, Telefon (07755) 1553, Telefax (07755) 395

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