Wacholdertal und Altwarper Binnendünen

Bequeme Wald- und Dünenwanderung, zum Teil stark sandig; mit dem Rad muss man gelegentlich schieben. (Autor: Bernhard Pollmann)
46 km
160 m
4.00 h
In Warsin folgen wir kurz der Straße Richtung Altwarp und zweigen vor der Linkskurve rechts in den Wald ab, wobei die Markierung »gelbes Dreieck« die Route weist. Der anfangs stellenweise sandige Weg führt durch Kiefernforste, in die sich nach und nach immer mehr Wacholder mischen. Das Wacholdertal in einem über 120 Jahre alten Kiefernbestand zählt zu den urwüchsigsten Tälern an der Küste des Stettiner Haffs. Hunderte von bis zu 10m hohen Wacholdersträuchern wachsen in diesem Tal, das von Binnendünen gebildet wird und seit der Unterschutzstellung der Bewirtschaftung entzogen ist. Hinter dem Wacholdertal mündet der Wanderweg auf die Straße und folgt ihr in das Fischer- und Hafendorf Altwarp, wobei wir am Ortsrand einen Abstecher in die Binnendünen unternehmen. Das Naturschutzgebiet Altwarper Binnendünen ist ein Teil des Europäischen Vogelschutzgebiets »Riether Werder, Gottesheide, Ahlbecker Seegrund«. Nach dem Abschmelzen des Eises am Ende der Weichselkaltzeit vor rund 10000 Jahren kam es im Bereich des ehemaligen Haffstausees unmittelbar südlich von Altwarp zur Bildung eines Binnendünenmassivs, das sich aus unregelmäßig aneinander gereihten Dünenkämmen aufbaut. Der größte Teil des Komplexes bewaldete sich im Lauf der Jahrhunderte und trägt heute im Wesentlichen Kiefernforste. Die noch unbewaldeten Abschnitte bilden das Kernstück der Altwarper Binnendüne, sie sind etwa 2km lang und bis zu 15m hoch und werden von wärmeliebenden Pflanzen und Tieren besiedelt, von denen viele sonst nur in südlichen Gegenden vorkommen: Silber- und Schillergras, Hainwachtelweizen, Bergsandknöpfchen, Schwalbenwurz, Berg-Haarstrang usw. Typische Vertreter der nährstoffarmen Sandtrockenrasen und Silbergrasfluren sind Sandstrohblume und Kartäusernelke. Bemerkenswert ist auch die Reichhaltigkeit der Schmetterlingsfauna mit 398 nachgewiesenen Arten, davon sind allein 44 Arten in der roten Liste der Bundesrepublik Deutschland vertreten.
Östlich des bis zu 15m hohen und etwa 2km langen Dünenzugs befinden sich vom Wasserspiegel des Neuwarper Sees beeinflusste Uferröhrichte und Feuchtwiesen, die ein wichtiges Rückzugsgebiet für Sing- und Sumpfvögel sind. Von den Binnendünen bietet sich ein schöner Blick über den Neuwarper See hinweg in das polnische Nowe Warpno (Neuwarp). Von den Binnendünen wandern wir in das 700-Seelen-Kirchdorf Altwarp, Deutschlands nordöstlichsten Hafen. Von Altwarp folgen wir der Markierung »gelbes Dreieck« nordwärts aus dem Dorf hinaus in den Wald. Nach Überqueren der Straße geht es auf dem stellenweise sandigen Alten Postweg zurück nach Warsin.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour46 km
Höhenunterschied160 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWarsin in der Gemeinde Vogelsang-Warsin an der Straße Ueckermünde – Vogelsang – Altwarp. Wer von Kamminke auf Usedom mit dem Schiff anreist, nimmt den Hafen von Altwarp als Ausgangspunkt.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterMit dem Wacholdertal und den Binnendünen liegen im äußersten Nordosten Deutschlands zwei wunderschöne Wandergebiete am Stettiner Haff.
Beste Jahreszeit
KartentippWander- und Freizeitkarte 1:75000 Ueckermünder Heide/Oderhaff (Nordland Verlag).
MarkierungenGelbes Dreieck und namentliche Ausschilderung.
VerkehrsanbindungVon Kamminke auf der Insel Usedom fahren Ausflugsschiffe direkt nach Altwarp.
GastronomieWarsin, Altwarp.
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsverein Stettiner Haff, Ueckerstraße 96, 17373 Ueckermünde, www.stettiner-haff.de und www.altwarp.de
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