Von Zella auf den Gläser

Dörfliche Vorderrhön (Autor: Norbert Forsch)
14 km
265 m
3.00 h
Nach ruhiger Wanderung durch Feld und Wald überrascht die Ankunft auf dem Gläser: Auf der grasigen Kuppe mit Gipfelkreuz und Dermbacher Hütte vermeint man auf der Hohen Rhön zu stehen. Die Magerwiesen, die wir auf dieser Tour entdecken, sind einst als Rodungen für Weideflächen entstanden und heute streng geschützt. Wenn sie nicht von Menschenhand gepflegt oder von Schafen abgeweidet werden, machen sich Büsche breit und ersticken die Wiesenflora. Die Magerwiesen auf Kalkgestein in Thüringen sind außergewöhnlich großflächig und sehr artenreich. Zu den auffälligen Bewohnern zählen Küchenschelle, Schlüsselblume, Fransenenzian, Wacholder und nicht zuletzt die Silberdistel, die Symbolpflanze der Rhön.
Über Brunnhartshausen zum Rhöngasthof Katzenstein.
Wir beginnen unsere Wan-derung an der Propsteianlage in Zella. Sie besteht aus dem ehemaligen Propstei-gebäude, der Propsteikirche, dem Ehrenhof, der Schlossscheune und dem Barockgarten. Die Propstei geht auf ein 1136 gegründetes Benediktinerinnenkloster zurück. Heute beherbergt sie die Tourist-Information und ein Informationszentrum für das Biosphärenreservat Rhön mit einer Dauerausstellung. Der Bau der Propstei erfolgte 1718 durch den italienischen Hofbaumeister Andrea Gallasini. Er entwarf auch die benachbarte Kirche Maria Himmelfahrt (1732) mit der besonders erwähnenswerten Grablegung Christi, einer gelungenen Holzschnitzarbeit der Riemenschneiderschule um 1500. Propstei und Kirche gehören zu den herausragenden Leistungen des Fuldaer Barocks in Thüringen.
Von der Kirche gehen wir zur nahen Bushaltestelle hinab und biegen links in die Goethestraße ein. Geradeaus kommen wir auf der Sportplatzstraße zum Sportplatz, überschreiten auf einer Brücke den Schmerbach und halten uns an der gleich folgenden Gabelung links. Dann folgen wir dem grünen Winkel nach Brunnhartshausen (siehe auch Tour 29) hinauf. Im Ort biegen wir links in die Durchfahrtsstraße ein, überqueren den Steinbach und nehmen die Querstraße rechts. Die Route führt an der Kirche vorbei und folgt der abknickenden Vorfahrt nach links Richtung Andenhausen. Wir verlassen das Dorf, nehmen den folgenden Rechtsabzweig und wandern auf einem Wirtschaftsweg geradeaus bergan durch die schattenlose Flur zum Rhöngasthof Katzenstein.
Nach Steinberg.
Wir verlassen den Rhöngasthof Katzenstein auf der asphaltierten Zufahrt und müssen nun eine Weile ohne Markierung auskommen. Im Tal überqueren wir die Umgehungsstraße und spazieren nach Andenhausen hinein. Andenhausen wurde bereits 1185 erstmals urkundlich erwähnt und hieß ursprünglich Anteshusen. Das Dorf liegt am Berghang über dem Schmerbach unmittelbar an der thüringisch-hessischen Grenze. Während der DDR-Zeit lag Andenhausen abgeschieden zwischen scharf bewachten Grenzanlagen. Hier fand am 3. November 1989 eine der ersten Grenzöffnungen in Thüringen statt. Daran erinnert ein steinernes Denkmal an der Tanner Straße. Sehenswert sind die evangelische Fachwerkkirche von 1757 und das Dorfbackhaus im Oberdorf von 1988.
Wir halten uns links und steigen bald sehr steil an der kleinen Kirche vorbei zu einer schmalen Querstraße hinab. Dort schwenken wir nach rechts, passieren die Gaststätte Texas Klause und verlassen mit dem roten Keil gegen die Spitze den Ort.
Dann folgen wir dem grünen EH entlang der steil aufwärts führenden Straße und queren die Umgehungsstraße erneut. Nun leitet der rote Winkel am Erbhof vorbei und über die freie Höhe zu einem großen Christuskreuz. Wir schwenken halbrechts auf einen breiten Kiesweg, tauchen in den Wald ein und wandern geradeaus weiter und mäßig bergab. Der Wald öffnet sich kurz für einen Blick auf die ersten Häuser von Steinberg, dann ist schnell ein Querweg erreicht. Nun gehen wir nach rechts zur Bushaltestelle in der Ortsmitte, biegen links ab, passieren das Gasthaus Schuchert und verlassen den Ort. Steinberg ist ein Ortsteil von Brunnhartshausen. Es zählt lediglich 50 Einwohner und liegt auf über 600 m Höhe im einstigen Sperrgebiet der DDR.
Auf den Gläserberg.
Auf geteertem Wirtschaftsweg wandern wir zum Waldrand auf dem Waltersberg und folgen dort der Linkskurve. Nun müssen wir aufpassen. Bei einem Bildstock biegen wir links ab, gewinnen an Höhe und kommen auf einen bald einsetzenden Wiesenweg. Er führt an einer Wandertafel vorbei zur Dermbacher Hütte (siehe auch Tour 29) auf dem Gläserberg.
Über Föhlritz nach Zella.
Wir gehen zur Wandertafel zurück und folgen dem roten Winkel nach links auf einen Kiesweg. Nach etwa 100 m biegen wir rechts in einen unscheinbaren Wiesenweg ein, steigen steil nach Föhlritz hinab und gehen am Gasthaus Zum Hobbywirt vorbei in den Ort. Nun müssen wir leider der öffentlichen Straße nach Brunnhartshausen folgen. (Die auf einigen Wanderkarten eingezeichneten Wege über den Waltersberg nach Brunnhartshausen und der südöstlich durch die Flur direkt nach Zella ziehende Weg verlieren sich dort.) Von Brunnhartshausen wandern wir auf bekanntem Weg nach Zella zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied265 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDie Propsteikirche in Zella
EndpunktDie Propsteikirche in Zella
TourencharakterÜberwiegend breite Forst- und Wirtschaftswege; ausgezeichnete Fernblicke; überwiegend schattenlos.
Beste Jahreszeit
KartentippTK 50 W »Thüringische Rhön«, 1:50 000, Blatt 52, Thüringer Landesvermessungsamt
MarkierungenGrüner Winkel bis Rhöngasthof Katzenstein; unmarkiert nach Andenhausen; roter Keil gegen die Spitze und anschließend roter Winkel über den Gläser nach Föhlritz; unmarkiert nach Brunnhartshausen
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A 4 zur Anschlussstelle Friedewald und weiter auf der B 62 nach Dorndorf; von dort weiter auf der B 285 über Stadtlengsfeld und Dermbach nach Zella.
GastronomieZella: Pension Eleonore, Friedensstr. 1, 36452 Zella, Tel. 036964/933 48, www.pension-eleonore.de; Hotel Katzenstein, Katzenstein 1, Tel. 036964/99-0, www.hotel-katzenstein.de; Klosterschänke, Goethestr. 3, Tel. 036964/932 09. Gläserberg: Dermbacher Hütte, Tel. 036964/824 73
Tipps
EINKEHR-TIPP: HOTEL KATZENSTEIN Das Hotel Katzenstein blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Es wurde 1935/36 von den Nationalsozialisten erbaut und genutzt, diente nach dem Krieg erst den Amerikanern, dann den Russen und war in den 1950er-Jahren Erholungsheim für Stasi- Offiziere. Heute zeigt sich das in Rhönbasalt erbaute Haus als modernes Hotel mit mehreren Gasträumen und 27 Gästezimmern. Die Küche legt Wert auf die Verwendung regionaler Produkte und passt die Speisekarte den Jahreszeiten an, es gibt z. B. herbstliches Wildbret, vorweihnachtliche Gänsegerichte oder österliches Lamm. Zum Katzenstein führt eine Kunstmeile: Rhönsegler, Fuchs, Eichkatz, Eule, Katze und Biber säumen als Skulpturen den Weg.
Unterkunft
Zella: Pension Eleonore, Friedensstr. 1, 36452 Zella, Tel. 036964/933 48, www.pension-eleonore.de; Hotel Katzenstein, Katzenstein 1, Tel. 036964/99-0, www.hotel-katzenstein.de; Klosterschänke, Goethestr. 3, Tel. 036964/932 09. Gläserberg: Dermbacher Hütte, Tel. 036964/824 73

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