Von Seis zum Völser Weiher

Romantik im Bannkreis des Schlern.
Einfache Rundwanderung auf Waldwegen und Forststraßen (Autor: Peter Mertz)
16 km
750 m
3.00 h
Von Seis am Weiherweg zum Völser Weiher.
Vom Zentrum von Seis wandern wir zunächst in südwestlicher Richtung auf der Straße in Richtung Völs, bis nach der Brücke über den Frötschbach der Wanderweg Nr. 2 abzweigt. Dieser führt leicht ansteigend zum ehemaligen Hotel Salegg (1026 m). Hier haben wir schon fast die Höhe des Völser Weihers erreicht und queren nun beinahe eben die herrlichen Föhrenbergwälder zu Füßen des Schlern. Nach knapp einer Stunde entlang dieses Wegs erreichen wir die Nordspitze des Völser Weihers unmittelbar beim gleichnamigen Gasthaus. Dass es sich um keinen natürlichen See handelt, erkennen wir gleich an der kleinen Staumauer, die den Abfluss nach Norden verhindert. Bereits Anfang des 16. Jahrhunderts ließen die Herren von Völs-Colonna den Damm anlegen, um in dem vergrößerten Weiher besser Karpfen züchten zu können. Dennoch gehört der Waldsee mit seinem Schilfgürtel zu einem der schönsten Gewässer Südtirols. Davon können wir uns entlang der gemütlichen Umrundung überzeugen. Besonders an der Westseite des Sees spiegeln sich malerisch die Westabstürze des Schlern. Wer die parkähnliche Landschaft zur schönsten Jahreszeit erleben will, muss im Herbst kommen, wenn Schilf und Lärchen rotbraun gefärbt sind und mit dem Grün des Walds und dem Grau der Dolomitwände in einen wirkungsvollen Wettstreit treten. Im Sommer erfreut man sich am frischen Gebirgswasser, weshalb mehrere Badestege weit auf den flachen See hinausreichen. Leider ist der größte Teil des Weihers in Privatbesitz, der öffentliche Badebereich befindet sich am Nordosteck gegenüber dem Restaurant. Knapp hinter dem Völser Weiher befindet sich noch ein zweiter Waldsee, der Huber Weiher. Dieser ist ebenfalls künstlich aufgestaut und wird von der Völser Beregnungsgenossenschaft als Wasserspeicher genutzt.
Hinab nach Völs.
Wer nach Völs wandern möchte, kommt entlang des Weges Nr. 1 zuerst am prächtigen Ansitz Zimmerlehen vorbei und erreicht knapp vor Völs noch das Völser Heubad. Der Abstecher dauert insgesamt 1.15 Stunden.
Zurück nach Seis.
Der Rückweg beginnt nach der Seeumrundung wiederum beim Gasthaus Völser Weiher. Jetzt folgen wir aber dem nordwärts absteigenden Güterweg, bis dieser eine markante Linkskurve beschreibt. Hier können wir nach rechts auf einen Fußweg wechseln, der durch Wiesengelände zum Gasthaus Gschlieder absteigt. Dieses Einkehrlokal liegt im Ortsteil St. Konstantin unmittelbar an der Straße Völs–Seis. Es geht weiter bergab, bis wir eine schmale Nebenstraße erreichen und auf diese nach rechts einschwenken (Weg Nr. 3/7). Nun wandern wir fast eben durch eine liebliche Kulturlandschaft aus Wiesen und Waldinseln in nordöstlicher Richtung, bis wir knapp vor Seis auf die Hauptstraße zurückkommen. Auf dieser müssen wir noch etwa zehn Minuten zurücklegen, um den Ausgangspunkt in Seis wieder zu erreichen.

Dauer: Seis – Salegg 15 Min. – entlang des Weiherwegs zum Völser See 1.15 Std. – Seeumrundung 15 Min. – Seis 1.30 Std.; Gesamtgehzeit 3.15 Std.; Abstecher nach Völs hin und retour zusätzlich 1.15 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied750 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSeis (997 m) am Nordrand des Schlern zwischen Kastelruth und Völs
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie uralte Kulturlandschaft des geschützten Völser Plateaus, das sich an der Westseite des Schlern ausbreitet, ist Ziel dieser Rundwanderung, die historische Routen nachzeichnet. Der Sonnenbalkon liegt hoch über dem Bozener Becken und wird im Osten von der bizarren Gestalt des Schlern umgeben. Nach der steilen Auffahrt durch teils schluchtähnliches Gelände ändert sich bei Völs plötzlich die Szenerie. Wir befinden uns unvermutet auf einem weiten Plateau oberhalb des engen, weil erdgeschichtlich sehr jungen Eisacktals.
Es handelt sich hier um den alten Talboden der Eisack, die vor den Eiszeiten und der anschließenden Eintiefung hier oben geflossen ist. Obwohl der Schlern im Hintergrund als triassische Riffbildung aus Dolomitkalk besteht, bewegt sich unsere Wanderung auf dem klassischen Bozener Quarzporphyr, einem Gestein, das noch vor dem Schlern bei gewaltigen vulkanischen Ergüssen entstand und das wegen seine rotbraunen Färbung weithin bekannt ist.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 1 (Bozen–Meran); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 58 (Bozen)
VerkehrsanbindungÜber die A 22 bis Bozen Nord, auf der SS 12 in nördlicher Richtung bis zur Auffahrt nach Völs, etwa 13 km bis Seis; oder von St. Ulrich im Grödnertal auf schmaler Nebenstraße über Kastelruth nach Seis Busverbindungen von Bozen nach Völs, Seis und Kastelruth
GastronomieGasthäuser in Seis und Völs und am Völser Weiher wie Gasthaus Waldsee und Gasthaus Völser Weiher
Tipps
Völser Heubad. Ein besonderes kulturelles Erbe aus früherer Zeit ist das Völser Heubad, das man noch heute im Hotel Heubad in Völs ausprobieren kann. Das Heu für diese Kurform stammte früher von den saftigen Bergwiesen der Seiser Alm, die zahlreiche Heilkräuter wie Arnika, Eisenhut, Thymian, Melisse, Speik und Majoran enthielten. Weil Bergheu nur langsam trocknet, bilden sich in ihm Spaltpilze, die einen Gärungsprozess und eine Temperatur von bis zu 60°C bewirken. Die Kur verlangt, dass man sich in dieses Heu bettet und ordentlich schwitzt, was die Atemwege reinigen und Stoffwechsel und Durchblutung fördern soll. Die Sage vom Teufel in Völs Wie die Sage berichtet, soll sich im Gebiet um Völs und am Völser Weiher in der Vergangenheit der Teufel gerne aufgehalten und sogar in der Schlucht zwischen Santnerspitze und Schlern gewohnt haben. Von hier aus konnte er leicht den Schlern erreichen, um dort mit den Schlernhexen seinen Schabernack zu treiben. Es gefiel ihm aber auch, den Adeligen zu spielen und auf Festen besonders fein herausgeputzt zu erscheinen. Bald gierte er, den edlen Herren gleich, nach einer Sammlung schöner Dinge. Besonders eine Waffensammlung wollte er besitzen. Aber es musste schnell gehen und so hielt er nach einer fertigen Sammlung Ausschau. Er fand sie bei den Herren von Zimmerlehen und heckte nun einen Plan aus, um zu dieser Waffensammlung zu kommen. Er schickte ein heftiges Unwetter vom Schlern herab und schleuderte einen Blitz nach dem anderen auf das Anwesen von Zimmerlehen. Die Adeligen bekamen so große Angst, dass sie ihr Haus verließen. Dies nützte der Teufel, raffte alle Schätze zusammen und brachte sie ins Teufelsloch. Noch heute haftet dem Anwesen von Zimmerlehen eine unheimliche Aura an.
Tourismusbüro
Tourismusverein Völs am Schlern, Boznerstraße 4, I–39050 Völs am Schlern, Tel.: 0471/725047, www.voels.it, info@voels.it

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