Von Moos zur Pfandler Alm

Leichte Etappe auf guten Wegen mit hervorragender Aussicht. Gemütliches Wandern bis vor die Pfandler Alm, wo es kurz steil hinaufgeht. Viele Wasserläufe mit teils sauberem Wasser. Kinder und Genießer: Schöne, angenehm zu gehende Etappe mit malerischen Weilern. Etappen-Ende auch schon in Prantach möglich (Autor: Robert Mayer)
15 km
1100 m
5.00 h
Von der Bushaltestelle in Moos gehen wir auf der Hauptstraße in Richtung St. Leonhard. Nach einem kurzen Tunnel steigen wir links auf dem E5 in Richtung Stuls die Treppen hinauf; ein Waldweg bringt uns dann zu den Sattelhöfen. Wir wechseln kurz auf die Straße, bis rechts der E5 wieder abzweigt. Oberhalb der »Weißen Mauer« passieren wir die Stuller Wasserfälle, die neben uns gischtsprühend in die Tiefe stürzen. Nahezu parallel zum Hang erreichen wir Wieser (2,9 km) und folgen etwa 800 Meter der geteerten Straße nach Stuls (1332 m; 1.30 Std.). Die Ortschaft gilt als die sonnenreichste im ganzen Passeiertal und hat durchaus ihre Reize. Gleich am Ortseingang steht ein Gasthaus.
1 Kilometer hinter Stuls führt der »Urweg St. Hippolyt« rechts von der Straße weg und hinunter über eine dann ebene Wiese. Südlich sehen wir als markanten Geländepunkt die kegelförmige Erhebung der Silberhütthöhe (1283 m; 2 Std.); hier fand man bei Ausgrabungen zahlreiche Fundstücke aus der Eisenzeit. Der »Urweg« führt über einige kleine Bäche und Brücken durch Mischwald wieder auf die geteerte Schlattachstraße. Bei Oberstein (2.15 Std.) geht der E5 rechts ab und leitet hinunter zum Berghof Gröber (970 m) und zur Hauptstraße bei Zögg (774 m). Mit einigen Abkürzungen könnte man so St. Leonhardt (859 m; 3.15 Std.) erreichen.
Variante.
Ich würde aber auf jeden Fall empfehlen, weiter auf dem »Urweg« nach Glaiten (1200 m) zu wandern. Das Kirchlein St. Hippolyt stammt aus der Römerzeit und steht im ältesten, seit der Steinzeit durchgehend besiedelten Ort Südtirols auf einer Art Balkon, von dem man weit ins Passeiertal bis nach Meran (330 m) blicken kann. Die Hügel rundherum bergen viele Geheimnisse aus längst vergangener Zeit und verzeichnen die ältesten Siedlungsspuren aller Seitentäler der Etsch. Der Weiterweg nach St. Leonhardt (3.45 Std.) ist schlecht ausgeschildert und führt südlich zur Jaufenpassstraße (Bushaltestelle) hinunter. Mehrmals wird die Straße vom alten Fußweg gekreuzt, der ins Dorf hineinführt. Am Ortseingang sieht man links oben die Ruine der Jaufenburg. Über die Passeierstraße und den Kirchweg zur Happergstraße verlässt man St. Leonhardt und folgt nun dem Andreas-Hofer-Rundweg. Bei Gander (708 m) zweigt der E5 rechts ab.
Variante.
Einige Meter weiter führt ein Weg in 10 Minuten zum Sandwirt, dem Geburtshaus von Andreas Hofer, hinunter. Im angeschlossenen Museum informieren Filme und Ausstellungen über sein Leben. Sehr sehenswert sind aber auch die uralten Südtiroler Holzhäuser und Wassermühlen auf dem Museumsgelände (geöffnet 10–18 Uhr, Tel. +39/0473/659086, www.museum.passeier.it).
Weiter auf dem E5 zum Fartleisbach bei der Gilfklamm; kurz dahinter besteht im Gasthaus Pfeiftal eine Einkehrmöglichkeit. Wenige Hundert Meter weiter gelangen wir zur Straße Richtung St. Martin und Pfandler Alm. Wer noch keine Unterkunft hat, dem bieten sich hier einige Bauernhöfe mit Fremdenzimmern an (Hinweisschilder). Bei der Hofkapelle links beginnt der Wanderweg Nr. 1, dem wir mit einigen Abkürzungen über die Straße bis zum Weiler Prantach folgen. Bergauf erreicht man nach einer Wiese den Pfandlerhof (1050 m; 5 Std.). An einer Steinmauer entlang und durch Wald geht es noch sehr steil etwa 1 Kilometer weiter bis zur Pfandler Alm (5.45 Std., 14,3 km), unserem Etappenziel, empor. Das neu erbaute Haus bietet eine angenehme Atmosphäre in schöner Lage hoch über St. Martin im Passeiertal. Die Andreas-Hofer-Hütte mit Gedenkstein ist nur wenige Meter davon entfernt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMoos (987 m)
EndpunktPfandler Alm (1349 m)
TourencharakterWandern wie aus dem Bilderbuch – schön, gemütlich, sonnig! Die Wasserfälle in Stuls gehören mit ihren 230 Metern zu den höchsten in Europa. Glaiten, von wo man atemberaubende Aussichten genießt, ist mit seinem Kirchlein St. Hippolyt aus der Römerzeit sicherlich einer der schönsten Plätze im gesamten Passeiertal und wurde schon zur Bronzezeit besiedelt. Das Dorf ist damit die älteste, durchgängig besiedelte Urzeitsiedlung in ganz Südtirol. Nach der Volkssage wurde es an einer Kultstätte erbaut, wo schon die Heiden ihren Göttern opferten.
Bei der Jaufenburg in St. Leonhardt fanden 1809 die letzten Gefechte zwischen Tirolern und Franzosen statt – 200 französische Soldaten liegen auf dem Franzosenfriedhof im Westen des Orts begraben. Berühmter Kriegsheld: Andreas Hofer kämpfte von 1796 bis 1810 mit seinen Tirolern gegen die Franzosen und ihre Verbündeten, die Bayern. Sie mussten sich dabei bis über den Brenner zurückziehen. Tirol war ein freies Land; politische Bündnisse sorgten allerdings dafür, dass es das nicht lange blieb. Andreas Hofer musste sich, von seinen Mitstreitern verraten, in seine Heimat, die Sarntaler Alpen, zurückziehen. Neben der Pfandler Alm, unserem heutigen Etappenziel, wurde er von den Franzosen umzingelt und gefangen genommen. Da er trotz des französischen Drucks, zu kollaborieren, seinem Freiheitsgedanken treu blieb, wurde er in der Festung Mantua erschossen. Sehenswert ist das Geburtshaus von Andreas Hofer, der Sandwirt, das (in direkter Nähe zum E5) kurz hinter St. Leonhardt steht und ein Museum beherbergt.
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco 1:25000, Bl. 039, Passeiertal. Kompass 1:50000, Nr. 121, E5 Süd
MarkierungenAusreichend markiert mit roten Punkten und E5-Zeichen
VerkehrsanbindungIm gesamten Passeiertal gibt es Bushaltestellen des SAD und einen Wanderbus. Die Linie 280 fährt mehrmals täglich nach Meran. Fahrplanauskunft SAD, Bozen, Tel. 840000471, www.sii.bz.it, webmaster@sii.bz.it, von Mo–Sa 7.30–20 Uhr www.passeiertal.it; Hirzerbahn Saltaus-Klammeben siehe Etappe 13
GastronomieIn Stuls und St. Leonhardt (bei der Bushaltestelle Supermarkt); im Pfeiftal; Ghs. Pfandlerhof (2008 geschlossen)
Tipps
Passeiertal. An der Passer im Talgrund stehen viele der alten Schildhöfe, die bei den Landesherren besondere Rechte genossen, aber auch Pflichten hatten. Gegenüber, auf der Westseite des Tals, liegen die beeindruckend ausgesetzten Höfe des Kalmtals. In diesem wilden, rauen Hochtal sind viele der Almen so steil am Hang erbaut, dass es bei der Mahd regelmäßig zu tödlichen Unfällen kommt. Wohl deshalb heißt es im Volksmund, dass das Kalmtal höllefrei wäre, denn die Kalmtaler würden ihre Sünden ja schon im diesseitigen Leben abbüßen. Aus der Pestzeit hat sich im Passeiertal bis heute ein spezieller Brauch er- halten: Auf den weit zerstreuten Einzelhöfen wurden einst nachts die Feuer entzündet, um anzuzeigen, dass die Bewohner noch lebten. Auch heute noch lodern am ersten Fastensonntag abends auf allen Hügeln die »Hohlepfannfeuer«, und Kinder schwingen Pechfackeln oder läuten mit Glocken; jede Gruppe versucht dabei, das größte Feuer zu entfachen.
Unterkunft
In Stuls: Hotel Kronhof, Stuls 7, Tel. +39/0473/649566, Fax 0473/649596 (ab 40 Euro für HP). In Moos: Pension Gufler, Stuls 2/B, Tel./Fax +39/0473/649547 oder 335/6041884, info@pensiongufler.com (DZ Ü/F 25 Euro). In St. Leonhard: Privatpension Freienfeld, Kammerveiter Str. 4, Tel. +39/0473/641373 (DZ Ü/F 18 Euro); Pension Pöhl, Kohlstatt 46, Tel. +39/0473/656197 (DZ Ü/F 20 Euro); Garni Holzerhof, Prantach 15, Tel. +39/0473/641294 (DZ Ü/F 18 Euro). Pfandler Alm, Tel. +39/0473/641841 (geöffnet 1.5. bis Okt., Bett/Lager Ü/F 18 Euro). An der Passer über St. Leonhardt gibt es schöne Bade- und Biwakplätze.

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