Von Marniga nach Le Ca

Unschwierige Rundwanderung; wenig Schatten. (Autor: Helmut Dumler)
9 km
680 m
3.00 h
In Marniga (68m), einem Ortsteil des Luftkurortes Brenzone, oberhalb der Uferstraße läuft man vom Albergo Pace 30m ortseinwärts. Dann biegt man links (Wegweiser) in die kieselsteingepflasterte Via San Piero ein. Bergan zwischen Häusern in altersgrauer Patina. Links steckt der erste Eisenhaken für die »Barossole«, hölzerne Schlitten, mit denen vor Jahr und Tag Heu, Kastanien, Brennholz usw. transportiert wurden. Bergauf zog der Esel den leeren Schlitten. Abwärts sicherten ihn an den Steilstücken dicke Seile, gebremst in den Ösen der Eisenhaken. Den Wanderer umfängt der silbergraue Glanz der Olivengärten, aus denen im Juni die hellen Sternblüten leuchten. Manche der knorrigen Stämme erscheinen abstrakt: gespalten, geteilt, ausgehöhlt – bedingt durch Operationen. Dabei wurden kranke Stellen mit scharfen Geräten bis zum Grundholz entfernt, damit der Baum nicht abstirbt.
Nach insgesamt 10Min. die Linkskurve ausgehen, an einem Haus vorbei und rechts halten. Seeblicke sorgen für Abwechslung. Etwa 20Min. nach Marniga sind wir im verschlafenen Weiler Campo (222m) angelangt, in dem noch knapp ein Dutzend Menschen leben. Von den Natursteinmauern der Häuser bröckelt der Kalkputz. Mit Wegnummer 34 zur romanischen Kirche mit ihren verblichenen Fresken (15.Jh.).
Von hier geht es geradeaus weiter. Trockenmauern sind überwachsen mit verfilztem Efeu, aus dem das Rascheln flinker Eidechsen erschreckt. Unsere Route durchzieht ansehnliche Gletscherschliffpartien. Im Rückblick erscheint der Burgturm von Malcesine. Nach insgesamt 3/4Std. wendet sich der markierte Pflasterweg scharf links (zur Hochebene Prada Alta). An dieser Stelle, bei der Betonsäule, hält man sich rechts. An der Gabelung links und durch Laubwald in 1/4Std. zu einem Marienbildstock (500m) weiter. (Von Marniga 1Std.).
In dieser Zone, dem Ostrieto, sind Hainbuchen, Eschen und Eichen nur als Gestrüpp ausgebildet. Erneut umfangreiche Gletscherschliffe sowie Laubwald, durchsetzt von Steineichenbüschen und Mäuerchen. Links klafft die enge, feuchte Schlucht einer Trockenklamm in der Valle di Senaga. Wir erreichen den aufgelassenen Bauernhof Vicari (534m) bei einer großflächigen Gletscherschliffplatte. Am Gehöft links vorbei, auf dem unteren Weg mäßig bergan. Wie deutlich erkennbar ist, holt sich der Wald allmählich die Rodungsflächen zurück. 10Min. hinter dem Gehöft dringt wohltuende Kühle aus der in den Fels gehauenen, 1893 gefassten Fontanella Coperta. Bei der nächsten Wegeteilung (nach 5Min.) geht es links, dem Pflasterweg folgend in 5Min. hinauf zur Gardaseeloge Le Ca (634m). In dem halben Dutzend Häuschen, von denen einige als Feriendomizile renoviert sind, lebten früher im Sommer mehrere Bauernfamilien. Auf der Bank am Kirchlein ist eine Rast möglich. Davor ist wieder ein Haken für die Barossole verankert. (Von Marniga 13/4Std.).
Rückweg: In 1/4Std. wieder zur Casa Vicari (534m). Jetzt links weiter abwärts mit Wegnummer 655. Nach 5Min. wird bei einer Rastbank die Straße Castelletto–San Zeno gekreuzt. Der steile und grob gepflasterte Weg ist ein Teilstück des Europäischen Fernwanderweges 7 (E7) von Lissabon über 3500km nach Slowenien. Castelletto und Biasa treten ins Visier. Hinunter zum betonierten Wasserreservoir (links Hahn). Hier mündet Wegnummer 31 von Pai. Kurz danach nicht links vollends in das kleine Dorf Biazza (150m), das sich um die Reste einer Burg der Grafen von Brenzone und um das Kirchlein Sant'Antonio schart, sondern rechts. Dem Wegweiser »Fasor« folgen. (Von Le Ca 3/4Std.). Auf der Straße etliche Minuten bergan, bis gegenüber von Haus Nr. 13 halb links der Sentiero della natura abzweigt: Bestrickende Promenade oberhalb von Castelletto. Ölbäume werfen lichte Schatten, im Mai sind die Bauern mit dem Baumschnitt beschäftigt. In 20Min. zu einem Bildstock. Auch in der Folge geradeaus, erneut Gletscherschliffe. Ein tektonisch beachtenswertes kleines Tal ausgehen und zu einem Rast- und Aussichtsplatz (Holzkreuz). Danach stoßen wir auf einen markierten Querweg. Er zieht links zum Portikus der kleinen Kapelle Madonna dell'Aiuto (Maria Hilf), worauf uns in Marniga die Piazza in Empfang nimmt.

Wandern Gardasee

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied680 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMarniga (68m); beschilderte Parkplätze am nördlichen Ortsrand oberhalb der Uferstraße.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterVon der Riviera di Brenzone steigen unmittelbar die Westflanken des Monte Baldo an. Sie sind in den unteren Lagen geprägt von üppiger Vegetation. Darüber lagern die »Maggenghi«, vormals für die Bevölkerung lebenswichtige Weiden auf halber Höhe des Berges.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1:25000, Blatt 692.
MarkierungenTafeln, teilweise rot-weiße Farbzeichen.
VerkehrsanbindungGardasee-Ostuferstraße, von Malcesine 9km, von Torri del Benaco 12km. Busverbindungen. Nächster Schiffsanleger (600m) in Magugnano.
GastronomieIn Marniga.
Tipps
Feiner Fisch. In Brenzone-Castelletto liegt etwas versteckt an der Uferstraße zum See hin das Ristorante alla Fassa: raffiniert zubereitete Fischgerichte, z.B. Aal vom Spieß, Lavarello vom Spieß, Blaufelchenfilet, Barschfilet, gebackene Seefische; Di geschlossen.
Unterkunft
In Marniga Albergo- Ristorante Pace*, Tel. 0457/420075, Mi geschlossen. Camping: An der Uferstraße Camping Primavera*, Tel. 0457/420421. Insgesamt im Ortsbereich Brenzone 10 Plätze.
Tourismusbüro
Pro Loco, Porto, I-37011 Brenzone, Tel. und Fax 0457/420076, E-Mail: prolocobrenzone@tiscali.it
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