Von Lusern zum Rifugio Coe

Bitte beachten: Km-Distanz (28 km) ist bereits incl. empfohlener Bus-Fahrt von Lusern nach Carbonare. Netto-Km-Distanz: 9,9 km. Nach der Busfahrt leichter Anstieg von Carbonare auf die Kammhöhe und gemütlicher Abstieg zum Rif. Coe. Kein Quellwasser am Weg. Kinder und Genießer: Kurze, gemütliche Wanderung für jedermann (Autor: Robert Mayer)
28 km
720 m
4.00 h
Vor dieser Etappe kann man ruhig einmal ausschlafen und dann erst den 12.25-Uhr-Bus von Lusern nach Carbonare nehmen (er braucht ca. 50 Minuten für die Strecke). Dort von der Kirche 200 Meter in Richtung Folgaria gehen. In einer Rechtskurve läuft der E5 bei einer Kapelle mit Brunnen geradeaus auf einer Teerstraße weiter. Diese verlassen wir links auf einen Schotterweg, der im großen Bogen hinunter zum Flüsschen Astico führt. Die tief eingeschnittene Klamm wird auf einer schönen, alten Steinbrücke überquert. 200 Meter nach der Brücke geht es rechts in den Bergwald Richtung Fort Cherle hinauf. Auf dem Weg zur (leider verlassenen) Malga Clama (1256 m; gut 1 Std.) passiert man freie Almflächen.
In südöstlicher Richtung erreicht man in der Nähe der Straße das Albergo Ex-Fort Cherle (1436 m; 1.45 Std.). Rechts am Albergo vorbei liegt in westlicher Richtung das zerstörte Ex-Fort Cherle (1445 m; 1.50 Std.) in wunderbarer Aussichtslage über dem Val d’Astico und der Hochebene von Lavarone. Richtung Süden überquert man dann die Straße zum Passo del Sommo. Auf der anderen Seite führen viele Stufen zu einem ehemaligen Militärlazarett der Österreichischen Kaiserjäger hinauf. Der E5 führt jetzt links zu einer kleinen Lichtung mit Grenzstein und dann südlich durch dichten Bergwald auf die Kammhöhe empor. Über Almmatten erreicht man den mit 1732 Metern höchsten Punkt des heutigen Tages. Linker Hand breitet sich das Valle Fonda aus und rechter Hand das Valle Orsara. Östlich wird die Malga Pioverna sichtbar, bevor man in der Nähe der Lifttrasse zum nahe gelegenen Rifugio Coe (4 Std. 9,9 km) absteigt. Im Sommer weiden Schafe und Kühe auf den Almen, aber im Winter liegt hier oben ein ausgedehntes Wintersportzentrum.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Höhenunterschied720 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLusern (1319 m)
EndpunktRifugio Coe (1610 m)
TourencharakterDer österreichische General von Hötzendorf ließ auf der Hochebene von Lavarone insgesamt sieben Forts errichten; sie bildeten eine Verteidigungslinie quer über den gesamten Höhenzug. Auf dem Mont Rust bei Carbonare stand der Mittelpunkt des Kommunikationssystems, ein militärisches Observatorium; von hier sandte man mithilfe optischer Signale Nachrichten an die umliegenden Festungen. In Virti befand sich in vom Wald verborgenen Bauwerken das Habsburger Operationskommando. Die meisten der Panzerwerke sind heute zerstört – was weniger auf das Kriegsgeschehen zurückzuführen ist als auf die notleidende Bevölkerung, die mit Spitzhacken Armierungseisen herausbrach und sie verkaufte. So dienten die Forts wenigstens zuletzt noch einem guten Zweck.
Wer den Morgen in Lavarone verbringen möchte, kann dem saubersten Badesee Italiens einen Besuch abstatten oder das etwas außerhalb liegenden Fort Belvedere mit seinem Kriegsmuseum besuchen (im Sommer täglich geöffnet von 10–18 Uhr, Tel. +39/0464/780005, www.fortebelvedere.org).
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1:50000, Nr. 121, E5 Süd. »4Land« 1:25000, Nr. 119, Folgaria/Lavarone/Lusern (www.4land.it, am besten in Levico kaufen)
MarkierungenAusreichend weiß-rot und mit roten E5-Punkten markiert
VerkehrsanbindungBus Lusern–Carbonare um 6, 12.25 und (saisonal) 16.45 Uhr (Infos bei Trentino Trasporti s.p.a., Tel. +39/0464/821000, www.ttspa.it). Fragen Sie auch Ihre Vermieter nach evtl. Mitfahrgelegenheiten. Taxi Carbonare, Roberto Weningher, Tel. +39/0464/765135
GastronomieIn Carbonare Albergo Ex-Fort Cherle; Einkaufen in Carbonare
Tipps
Almen. Viele Almen wurden schon vor Jahrhunderten abgeholzt und die Baumgrenze damit nach unten verschoben. Erst die bäuerliche Nutzung dieser Flächen schuf die Voraussetzung zu einer sehr artenreichen Besiedelung mit Gräsern, Kräutern und Blumen. Die verschieden tiefen Wurzelhorizonte dieser Pflanzen stabilisieren dabei die Vegetationsdecke. Der Besatz mit der richtigen Anzahl an Weidevieh und auch der Grasschnitt zur richtigen Zeit sind sehr wichtig, denn das pflegt und erhält diese Kulturlandschaft. Erst wenn die Bauern abwandern, die Alm auflassen und sich nicht mehr um Wald, Wasserläufe und Bergwiesen kümmern, tritt Verbuschung, Erosion und als Folge eventuell Murenabgang ein. Die Ökologische Vielfalt an Gräsern und Kräutern nimmt danach erst einmal ab, und es dauert Jahrzehnte, bis wieder der gleiche, ökologisch stabile Bergwald wie in Urzeiten gewachsen ist. Ganz im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung ist in solchen Fällen die Kultivierung durch den Menschen ein Glücksfall für die Natur und ihre Nutzer. Durch die Arbeit der Bauern steigt die ökologische Stabilität. Das drückt auch der alte Spruch aus: »Wenn der Mensch nicht am Berg wirtschaftet, wirtschaftet der Berg im Tal (Steinschlag, Lawinen usw.).«
Unterkunft
In Carbonare: Hotel Trentino, Via Manzoni 63, Tel. +39/0464/765129, Fax 765105; Albergo Ex-Forte Cherle, Tel. +39/0464/765103 (DZ Ü/F ab 26 Euro); Rif. Osteria Passo Coe, Tel. +39/0464/721754, Fax 720410, www.lastuacai.it (ganzjährig geöffnet, HP 40–45 Euro, Ü/F 30 Euro). Biwakplätze auf den Almen
Tourismusbüro
Folgaria, Lavarone und Lusern, Via Roma 67, Folgaria, Tel. +39/0464/ 724100, Fax 72 02 50, www.montagnaconamore.it. Trentino Spa, Via Romagnosi 11, I-38100 Trento, Tel. +39/0461/2195 00, Fax 2194 05, www.trentino.to, info@trentino.to

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