Von Gräfenberg ins Lillachtal

Wald- und Wiesenwege, bei feuchter Wit- terung streckenweise rutschig. Im Lillachtal gut begehbarer Pfad. (Autor: Tassilo Wengel)
10 km
67 m
3.00 h
Um den Mönchsberg nach Weißenohe.
Wir beginnen unsere Wanderung in Gräfenberg am Marktplatz und gehen durch das Hiltpoltsteiner Tor. Auf der Bayreuther Straße kommen wir an der Kunigundenlinde vorbei, die 1008 durch Kaiserin Kunigunde, die Gemahlin von Heinrich II., gepflanzt wurde. Kurz vor der Bundesstraße 2 schwenken wir nach rechts in die Nürnberger Straße und folgen dem Wegweiser zur Lillachquelle. Unser Weg führt zunächst parallel zur B 2, bis wir links eine Holztreppe abwärts gehen. Auf leicht ansteigendem Schotterweg wandern wir mit der Markierung blauer Punkt auf einem Pfad durch Buchenwald. Im Frühjahr blühen hier viele Buschwindröschen, Leberblümchen, Maiglöckchen und zahlreiche andere Blumen. Unser Wanderweg führt aus dem Wald auf eine Wiese, schwenkt nach links und durch eine Waldspitze wieder zur Wiese. Nun wandern wir zwischen Waldrand und Wiese bis zu einem Schotterweg, der uns um den Mönchsberg auf die Höhe führt. Von hier können wir schöne Aussichten ins Tal genießen. Bald mündet der Schotterweg auf eine Asphaltstraße, die wir vor dem Ortseingangsschild von Weißenohe nach links verlassen.
In das Tal der Lillach.
Wir wandern auf einem schönen Wiesenweg, von Hecken aus Schlehen, Rosen, Waldreben und Ebereschen begleitet, bis unser Wanderweg nach rechts in den Wald einbiegt. Unser Weg leitet am Hang entlang durch Buchenwald, wir gelangen auf einen Schotterweg und gehen nach rechts. Nun erreichen wir eine Wegkreuzung mit Ruhebank, von hier spazieren wir geradeaus weiter, biegen beim folgenden Schotterweg nach rechts ab und wandern nach dem Wegweiser »Lillachquelle«. Auf schönem Waldweg kommen wir zum Wegweiser »Sinterstufen«, wo wir nach rechts auf einem Pfad abwärts zur Lillachquelle gehen. Hier sehen wir aus dem Kalkfelsen eine Quelle sprudeln, die auch Lillachbrunnen genannt wird. Nun folgen wir der Lillach mit ihren beeindruckenden Sinterstufen, die durch das Regenwasser entstehen. Wenn dieses aus der Luft mit Kohlendioxid angereichert wird, löst es als Kohlensäure den im Boden vorhandenen Kalk. Durch die Wirbel und Sprudel der Lillach entweicht das Kohlendioxid wieder, der Kalk fällt aus und lässt stockwerkartige Gebilde, die Kalktuffterrassen, entstehen. Sie wachsen im Jahr rund zwei Millimeter. Wir wandern im schönen Lillachtal weiter, neben uns plätschert die Lillach immer wieder über kleinere und größere Stufen, von zahlreichen Stauden am Bachufer begleitet. In diesem Lebensraum wurden über 100 Schmetterlingsarten beobachtet, zu denen auch seltenere Arten wie Schwalbenschwanz und Brombeerzipfelfalter gehören. Auch die geschützte Wasseramsel sowie seltene Amphibien wie Feuersalamander und Gelbbauchunke haben hier ihren Lebensraum.
Einkehr in Weißenohe.
Am Ende des Lillachtales führt unser Weg an Fischteichen vor- bei nach Dorfhaus. Dort biegen wir in die Waldstraße ein und kommen am Ortsrand zu einer Gabelung. Wir folgen der Markierung gelber Querstrich nach Weißenohe mit seinem ehemaligen Benediktinerkloster. Besonders sehenswert ist die Barockkirche mit Zwiebelhaube. Zur Stärkung bietet sich die Einkehr in der Klostergaststätte und im Klosterhof an, wo verschiedene Biere aus der Klosterbrauerei probiert werden können. Über die Mühlackerstraße und Weiherstraße gelangen wir zu einer Kreuzung mit Insel, hier schwenken wir nach links, überqueren die B 2 sowie die Bahngleise und wenden uns bei der Straße Am Sportplatz nach rechts. Wir gelangen nun zum Bahnhof von Gräfenberg, überqueren die B 2 und steigen Stufen aufwärts. Auf der Bayreuther Straße schwenken wir nach links und kommen zum Marktplatz.
Der Ort Gräfenberg.
Als südliches Eingangstor zur Fränkischen Schweiz, ist Gräfenberg von sanften Hügeln und bizarren Felsen umgeben, also ein idealer Ausgangsort für Wanderungen und Radtouren. Die Geschichte reicht bis in das Mittelalter zurück, denn 1127 wurde Gräfenberg erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum 14. Jh. gehörte der Ort den Rittern von Gravenberg, erlangte 1333 unter Konrad von Gravenberg Marktrecht und 1371 das Stadtrecht. Da sie sich die Besitzungen der Wolfsberger aneigneten, nannten sie sich auch Wolfsberger. Zeugnis davon ist das Wolfsberger Schloss an der Südseite des Marktplatzes. Es ist eines der ältesten Gebäude der Stadt und fällt durch eine schöne Fassadenbemalung auf. Sie zeigt Szenen aus dem Heldenepos »Wigalois, der Ritter mit dem Rade«, das im 13. und 14. Jh an den Fürstenhöfen und Ritterburgen sehr geschätzt wurde. Dieses Wigalois-Epos aus dem Kreis der Artus-Sagen verfasste zu Beginn des 13. Jh. der Ritter Wirnt von Gräfenberg. Ebenfalls am Marktplatz, dem Mittelpunkt der Altstadt, finden sich schöne Fachwerkhäuser, zwei Brunnen und das Erkerhaus. Es wurde 1870 als Ersatz für das alte Rathaus von 1539, das in der Mitte des Marktplatzes stand und aus städteplanerischen Gründen abgerissen wurde, von den Stadtvätern erworben. Am Kirchplatz erhebt sich der schlichte Bau der evangelischen Pfarrkirche aus dem 13. Jh., deren ältester Teil (Untergeschoss und Turm) bereits im 12. Jh. errichtet wurde. Die Fenster des gotischen Chores (1462) schmücken Wappen von Nürnberger Patrizierfamilien. Barock sind Emporen mit Orgel, Taufstein und Kanzel.

Gehzeiten.
Gräfenberg – Lillachquelle 11/2 Std. – Dorfhaus 1/2 Std. – Weißenohe 1/2 Std. - zurück nach Gräfenberg 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied67 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortGräfenberg
AusgangspunktGräfenberg, Marktplatz.
EndpunktGräfenberg, Marktplatz.
TourencharakterSchon lange kein Geheimtipp mehr, zieht das stille Lillachtal zu jeder Jahreszeit Besucher an. Der Grund sind die malerischen Kalktuffterrassen, die sich im Laufe der Zeit durch das kalkhaltige Wasser im Bach gebildet haben und zu den schönsten in Deutschland gezählt werden. Aber auch ein Rundgang durch Gräfenberg lohnt sich, denn vom mittelalterlichen Stadtbild blieben noch Reste der Stadtmauer, drei Stadttore sowie statt- liche Bürgerhäuser auf dem Markt erhalten.
Beste Jahreszeit
KartentippFritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst – Hersbrucker Alb, Blatt Süd, Maßstab 1 - 50000.
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 9 bis zur Anschlussstelle Pegnitz/ Grafenwöhr, auf der B 2 nach Gräfenberg. Bahn. Bahnstation Gräfenberg oder von Pegnitz mit dem Bus.
GastronomieGräfenberg - Brauereigasthof Linden-Bräu, Am Bach 3, Tel. 09192/348 (Fr Ruhetag). Weißenohe: Klosterbrauerei, Klosterstraße 20, Tel. 09192/591 (Mo Ruhetag).
Tipps
Bier aus der Klosterbrauerei. In Weißenohe wurde bereits seit 1100 Bier gebraut, das heute noch in der Klosterbrauerei hergestellt wird. Diese ist seit 1827 in Familienbesitz und bietet zahlreiche Bierspezialitäten an. Das Sortiment umfasst Altfränkisch Klosterbier, Export Dunkel, Benediktiner Pils, Klostersud Spezial, Hefeweizen hell und dunkel sowie auch Biobier.
Informationen
Brauereigasthof Linden-Bräu in Gräfenberg. In der gemütlichen Gaststube und im Sommer auch im Hof kann man aus der Hausbrauerei Fränkisch Dunkles, Pilsner und naturtrübes Weizenbier aus dem Fass und in traditionellen Flaschen mit Schnappverschluss probieren. Dazu gibt es hausgemachte Sülze und andere Brotzeiten, am Sonntag wird von 12 bis 14 Uhr warme Küche serviert. Empfehlenswert ist auch der Bierschnaps sowie eine Auswahl an selbst gebrannten Obstschnäpsen.
Unterkunft
Gräfenberg - Brauereigasthof Linden-Bräu, Am Bach 3, Tel. 09192/348, www.lindenbraeu.de; Pension Auerhahn, Bergstraße 6, Tel. 09192/1000.
Tourismusbüro
Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg, Kirchplatz 8, 91322 Gräfenberg, Tel. 09192/7090, E-Mail: info@graefenberg.de, www.graefenberg.de.

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