Von Erlabrunn zu den Teufelssteinen

Beeindruckende Talwanderung. (Autor: Bernhard Pollmann)
13 km
390 m
3.00 h
Vom Bahnhof Erlabrunn im Schwarzwassertal folgen wir der Grünstrich-Markierung (Abkürzung: der Blaustrich-Markierung des Kammwegs folgen) durch das hier einmündende Steinbachtal in Richtung des im Stil des stalinistischen Neoklassizismus errichteten monumentalen 450-Betten-Klinikums. Das Täumerhaus war hier jahrhundertelang das einzige bewohnte Gebäude, bis 1950 in der Rekordzeit von zehn Monaten mitten im Wald ein Krankenhaus vorrangig für die Kumpel und Mitarbeiter der Sowjetischen Staatlichen Aktiengesellschaft (SAG) bzw. ab 1953 der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut errichtet wurde.
Die SDAG Wismut förderte unter Vernachlässigung von Umweltschutz- und Gesundheitsaspekten Uran als Zulieferunternehmen für den sowjetischen Atombombenbau (bis 1990); die dabei erkrankten Arbeiter wurden in das Klinikum eingeliefert, in dessen Schatten der Ort Erlabrunn erwuchs.
Vor dem unter Denkmalschutz stehenden Klinikum schwingen Tal und Kammweg links, und auf dem Graupener Weg – der Name erinnert an den Bergbau auf Zinn, auch mehrere Halden sind zu sehen – geht es talaufwärts.
Bald nach Passieren der Gaststätte Zur alten Pumpe überquert der Weg den Steinbach und vereinigt sich wieder mit dem Kammweg, dann beginnt am Ende der Gartenanlage Steinbach der mit dem Zeichen »grüner Diagonalstrich« markierte Naturlehrpfad Steinbachtal. Auf 30 Tafeln informiert er über das sichtbare und unsichtbare Leben im Steinbachtal und seine Geschichte.
Zu den landschaftlichen Höhepunkten zählen sicherlich die wollsackverwitterten Felsnadeln der Teufelssteine. Wie die Legende berichtet, ließ ein christlicher Einsiedler mit Hilfe eines Kruzifixes das Ross des Teufels zu Stein erstarren. Dabei entstand der weiter talaufwärts gelegene Schimmelfelsen, und das Schloss des Teufels wurde in die »Teufelssteine« verwandelt. Das Gebiet rund um Erlabrunn bevölkern die Sagen seit alters mit allerlei Schreckgestalten und schreiben dem Gottseibeiuns besondere Aktivitäten zu. Begleitet vom Rauschen des über Granitblockwerk gischtenden Steinbachs führt der Naturlehrpfad weiter aufwärts, überquert schließlich den Bach und wechselt auf den Forstweg »Steinbachtalstraße«, auf der wir den Rückweg antreten. Wer einkehren will, kann im nahen Ferienort Steinbach zwischen vier Gasthäusern wählen.
Auf dem Rückweg folgen wir dem Kammweg talabwärts auf der Steinbachtalstraße. An der Brücke bei der Kellerschleiferei kann man alternativ auf den Naturlehrpfad wechseln und gelangt über den Forstweg »Rotgrubener Straße« ins Vordere Milchbachtal. In diesem Tal führt der Milchbachweg zurück nach Erlabrunn.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied390 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Erlabrunn.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Naturlehrpfad durch das romantische Steinbachtal berührt mit den Teufelssteinen einen der bedeutendsten Kletterfelsen im westlichen Erzgebirge.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:50000 mit Wanderwegen Blatt L5542 Aue oder Naturparkkarte Erzgebirge-Vogtland 1:25000 Blatt 3/4 (Landesvermessungsamt Sachsen).
MarkierungenGrüner und blauer Strich und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungAnfahrt auf der B101 »Silberstraße« Aue – Schwarzenberg – Annaberg-Buchholz und in Schwarzenberg abzweigen nach Johanngeorgenstadt. Erlabrunn ist Bahnstation an der Bahnlinie Schwarzenberg – Johanngeorgenstadt.
GastronomieErlabrunn, Steinbach.
Tourismusbüro
Stadtverwaltung Johanngeorgenstadt, Eibenstocker Straße 67, 08349 Johanngeorgenstadt, Tel. 03773/8880, Internet: www.johanngeorgenstadt.de
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