Von der Erfurter Hütte auf die Hochiß

Kurze, aber kurzweilige Bergwanderung, die Trittsicherheit verlangt. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
5 km
460 m
2.00 h
Von der Rofanseilbahn-Bergstation (1840 m) bzw. von der Erfurter Hütte (1831 m) in Nordrichtung (an der Wegabzweigung »Maurach« bzw. »Haidachstellwand« vorbei) am Mauritzalm-Hochleger vorüber zur Weggabelung. Links ab (»Hochiß«) und steil mit Kehren über eine Geländestufe empor auf die grasige Hochfläche. Der Steig führt mäßig steil direkt an den Fuß der Schrofenwände des Spieljochs. Bei erneutem Wegverzweig geradeaus weiter und im Bogen nordwestlich unter den Grassattel zwischen Hochiß und Spieljoch (»Gamshals«). In Westrichtung unterhalb der Hochiß-Südabstürze an geröllbedeckten Schrofen (einige Sicherungen) aufwärts, dann in Kehren über einen steilen Grashang auf die Westschulter der Hochiß. Rechts hinauf zum Gipfelkreuz. Abstieg - Auf dem Anstiegsweg.

Dauer - Rofanseilbahn-Bergstation – Hochiß 1.30 Std.; Hochiß – Rofanseilbahn-Bergstation 1.15 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied460 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSiehe Tour 33.
TourencharakterJa, hoch ist sie, die Hochiß - immerhin die höchste Erhebung des Rofangebirges, wenn auch nur knapp 2300 Meter messend. Von der Ampmoosalm gesehen beeindruckt sie als kühn aufgerichtetes Felshorn mit steiler Nordwand, die bereits Dülfer und Fiechtl herausgefordert hatte. Auch Herbert Eichhorn und natürlich der »Rofantiger« Ernst Schmid bekletterten an der Hochiß-Nordwand Neuland. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts rangen dann Felix Kuen, Adi Sager und Werner Haim dem höchsten Rofangipfel eine Direttissima ab. Keine Bange: Wir wollen ja nur auf dem Normalanstieg hinauf, und das ist eine recht bequeme Sache; eigentlich eine Halbtagestour. Mit der Rofanseilbahn lassen wir uns auf die Hochfläche tragen. Nach einer Steilstufe unterhalb des Gschöllkopfes wird der Weg zunächst wieder recht bequem. Erst im letzten Teil führt er durch steiles Schrofengelände, das Achtsamkeit verlangt. Der Freund erzählte mir, dass er einmal bei dichtem Nebel zur Hochiß aufgestiegen war und dort, wo der Weg dicht unterhalb der steilen Spieljoch-Westflanke verläuft, in einen wüsten Steinschlag geriet. So eng wie möglich an den Fels gekauert wartete er ab und lief, als das letzte Prasseln verebbt war, rasch gegen den Sattel zwischen Spieljoch und Hochiß hinauf. Als sich die Nebel lichteten, erkannte er des Rätsels Lösung: ein Gamsrudel! Das, so meinte er, seien eben die Restrisiken beim Bergsteigen, denen sich nicht einmal Bergwanderer entziehen könnten. Als wir die Gipfelfläche der Hochiß erreichten, blies der Föhnsturm mit Macht. Sämtliche Bergspitzen standen bei klarer Sicht vor uns, doch war es schon so bewölkt, dass alles im Schatten lag. Oktoberstimmung. Das Ahnen um den ersten ergiebigen Schnee. Wer den Sommer lieber mag als den Winter, der möchte solche Tage festhalten. Aber es kommt ja ein neuer Sommer und der vergehende brachte viele Erinnerungen. Mir kommt ein Ausspruch des berühmten Psychiaters Viktor Emil Frankl in den Sinn: »Die Menschen sehen im Allgemeinen nur die Stoppelfelder der Vergänglichkeit. Was sie übersehen, sind die übervollen Scheunen, in die die Lebensernte eingebracht ist.« Ja, doch, die Ernte dieses Sommers kann sich sehen lassen, und im Winter kann ich davon zehren. (G. W.)
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte Rofan, 1 - 25000.
VerkehrsanbindungVon Norden über Achenkirch, die Achenseestraße und Buchau; von der Inntalautobahn ab Ausfahrt Wiesing/Zillertal über die Kanzelkehre. Nächstgelegene Bahnstation ist Jenbach im Inntal; von dort Busverbindung nach Maurach (oder von Lenggries-Bf. dorthin).
GastronomieErfurter Hütte (siehe Tour 33).
Tipps
Beim Rückweg von der Hochiß zur Erfurter Hütte bietet sich (nur bei guter Sicht ratsam!) ein Abstecher auf den Gschöllkopf (2039m) an. Die Pfadspuren über die einzig »schwache Seite« dieses kleinen Berges beginnen nahe dem südlichen Rand der Hochfläche, ehe unser Steig in die gegen den Mauritzalm-Hochleger abfallende Geländestufe mündet. 30 Min. von der Hochfläche zum Gschöllkopfgipfel.
Unterkunft
Erfurter Hütte (siehe Tour 33).

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