Von der Ebertswiese nach Oberhof

Streckenwanderung, vorwiegend auf bequemen Wald- und Wiesenwegen. (Autor: Tassilo Wengel)
20 km
440 m
5.00 h
Wir starten am Berggasthof, gehen über die Ebertswiese zur Spitterbrücke und folgen dort dem Rennsteig. Unser Weg steigt leicht an und führt an schönen Wappensteinen vorbei über die Nägelstedter Girn (751m) sowie den Glasberg (761m) zur Alten Ausspanne mit Schutzhütte, wo sich vom 14.Jh. bis 1828 eine wichtige Heer- und Handelsstraße befand.
An diesem Rennsteigpass wurden die für steile Strecken notwendigen zusätzlichen Vorspannpferde wieder ausgespannt (daher der Name »Ausspanne«). Für die Dörfler am Gebirge waren solche Vorspanndienste ein bedeutender Erwerbszweig.
Über den flachen Nesselberg kommen wir zur Schutzhütte Nesselberg, wo das Rennsteiglied von August Trinius auf einer Holztafel zu lesen ist. Nun wandern wir abwärts zum Park- und Rastplatz Neue Ausspanne, dem tiefsten Punkt unserer Etappe. Hier gab es schon im 16.Jh. einen Übergang, der im 20.Jh. asphaltiert wurde und die Straßenverbindung zwischen Gotha und Schmalkalden bildet. Von hier gehen wir durch einen Hohlweg steil zum Krämerod hinauf und wandern dann zur Wiedepfuhlwiese mit Schutzhütte hinab.
Am Ende der Wiese bietet sich rückblickend ein reizvolles Panorama mit Höhnbergen, Ebertswiese und Inselsberg, bevor wir vom Schild »Sperrhügel« an deutlich ansteigen. Unser Weg führt über den Sperrhügel auf die Schmalkalder Loibe mit Schutzhütte und durch dichten Nadelwald hinab zur Ausspanne bei den Neuhöfer Wiesen.
Wir überqueren einen Fahrweg und wandern von Tümpeln begleitet leicht abwärts zum alten Passübergang am Wachsenrasen mit Schutzhütte (ältere Bezeichnung: »Wachserasen«). Hier verbindet der querende Fahrweg Steinbach-Hallenberg und Ober- bzw. Unterschönau mit Tambach-Dietharz. Allmählich ansteigend können wir einen Blick in den Kanzlersgrund bei Schönau werfen, bevor wir etwa 1500m nach dem Wachsenrasen den breiten Weg verlassen.
Wir folgen dem Rennsteig um den Donnershaugk, treffen wieder auf den Fahrweg und kommen zum Gustav-Freytag-Stein, der längst verschwunden ist. Der Stein stand links des Rennsteigs und erhielt seinen Namen nach dem Schriftsteller, der einige Passagen seines Romans »Die Ahnen« auf den Höhen des Thüringer Waldes ansiedelte. Der Rennsteig senkt sich schließlich zur Schützenwiese hinab, wo sich ein Blick zur Sprungschanze »Am Rennsteig« eröffnet.
Wir kommen zum Straßenpass beim Grenzadler an der Straße Oberhof–Oberschönau, überqueren ihn und folgen dem Rennsteig – bei der Mehrfachkreuzung den zweiten Weg von links wählen – hinauf zum Schützenberg.
Wir erreichen die Wegekreuzung am Stein 16, der auch als Dietzel-Geba-Stein, Hessenstein oder Scheffelstein bezeichnet wird. An diesem Grenzstein der Herrschaft Sachsen-Gotha soll 1498 der adelige Straßenräuber Dietzel von Geba hingerichtet worden sein. Über die Hintergründe informieren zwei Tafeln. Eher lyrischer Art ist die Tafel mit einem Vers des Dichters Viktor Scheffel über den Rennsteig: »Ein deutscher Bergpfad ist's! Die Städte flieht er und keucht zum Kamm des Waldgebirgs hinauf. Der Rennsteig ist's, die alte Landesscheide, die von der Werra bis zur Saale rennt und Recht und Sitte, Wildbann und Gejaide der Thüringer vor den Franken trennt.«
Variante: Wer zu Fuß nach Oberhof gelangen möchte, folgt hier der Markierung grüner Querstrich nach links.
Wir folgen dem Rennsteig geradeaus weiter abwärts, kommen an einem Forstarbeiterdenkmal vorbei und erreichen das Rondell bei Oberhof, wo der Rennsteig die B247 kreuzt. Im Straßendreieck erinnert ein Obelisk an den Bau der Chaussee Gotha– Zella-Mehlis unter Leitung von J. v. Plänckner (siehe auch Touren 1 und 2), der im Dienste des Gothaer Hofes stand. Am Parkplatz neben der Straße befindet sich die Bushaltestelle nach Oberhof bzw. zum dortigen Bahnhof.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied440 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEbertswiese.
EndpunktRondell bei Oberhof.
TourencharakterDunkle Wälder und dazwischen ab und zu eine Wiese begleiten den Wegverlauf auf diesem Abschnitt des Rennsteigs, bevor Oberhof – wohl das bekannteste Wintersportzentrum im Thüringer Wald – erreicht ist.
Beste Jahreszeit
Markierungen»R« für Rennsteig.
VerkehrsanbindungEbertswiese: Von der Autobahn A4, Abfahrt Gotha, über Georgenthal und Tambach-Dietharz nach Floh, dort die Höhenbergstraße zur Ebertswiese fahren.
GastronomieNeue Ausspanne: Nesselberg-Hütte (Imbiss); Grenzadler (300m südlich): »Schanzenbaude«; Rondell bei Oberhof: Imbisskiosk; Rennsteiggarten: Imbisskiosk.
Tipps
Der Rennsteiggarten. In einem ehemaligen Steinbruch wurde seit 1970 diese Schauanlage für Gebirgspflanzen angelegt. Der Garten breitet sich auf einer Fläche von 7ha um den Pfanntalskopf aus und beherbergt fast 4000 verschiedene Pflanzenarten aus den Gebirgen von Europa, Asien, Nordamerika und Neuseeland sowie aus arktischen Regionen. Auf einem Rundweg bietet sich die Gelegenheit, die schönsten Teile des Gartens und verschiedene Lebensräume mit interessanten Pflanzen kennen zu lernen.
Unterkunft
Oberhof: Oberhof: Berghotel, Tel. 036842/270, www.berghotel-oberhof.de; Hotel »Zum Gründle«, Tel. 036842/5100, www.zumgruendle.de; Hotel Thüringenschanze, Tel. 036842/5370.
Tourismusbüro
Oberhof-Information in der Kurverwaltung, Crawinkler Straße 2, 98559 Oberhof, Tel. 036842/2690, Fax 036842/26920, www.oberhof.de.

Buchtipp

Tassilo Wengel

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