Von Arbon nach Rheineck

Einfache Etappe, die anfangs flach am Seeufer entlang, später hinauf zum Schloss Wartensee führt und Zeit für Ausflüge lässt. Getränke sind nur in den Gasthöfen erhältlich. Kinder und Genießer: Kurze Etappe mit Badegelegenheit und interessanten Abstechern zum Hundertwasserhaus und zum Fliegermuseum. Schiffsverbindung Rorschach–Rheineck (Autor: Robert Mayer)
16 km
240 m
4.00 h
Die schöne Stadt Arbon verlässt man auf dem Seeweg durch die Kastanienallee, die vom Hafen wegführt und weite Ausblicke auf die Berge im Rheintal ermöglicht. Nach der großen, sichelförmig geschwungenen Bucht überquert man die Brücke über das Flüsschen Steinach und erreicht die Enklave Horn (45 Min., 3,5 km). Nach dem Strandbad führt der Weg hinauf zum Bahnhof und über die Gleise zur Brücke über die Goldach. Dieser entlang wird der See wieder erreicht.
Variante.
Empfehlenswert ist es aber, sich weiter direkt am relativ unverbauten Ufer zu orientieren; dort gelangt man zum mondänen, 1860 erbauten Seeschlössli. Später muss man kurz zur Straße zurück und erreicht an der Goldach entlang wieder links den See (1 Std).Vom Strandbad Goldach läuft man auf dem Bodensee-Wanderweg zur Promenade von Rorschach (ca. 1.30 Std., 6,5 km) mit der Badhütte (siehe oben). Das 1746 erbaute Korn- und Lagerhaus, Wahrzeichen von Rorschach, beherbergt unter anderem das Heimatmuseum. Durch die schönen grünen Uferanlagen am Hafen wird der Bahnhof erreicht. Bei einer Unterführung geht es unter den Gleisen hindurch und später links hinauf zum Ortsteil Wiggen. Den gelben Wanderschildern Richtung Rheineck folgend, läuft man rechts empor zur Unterführung an der Autobahn. Weiter aufwärts erreichen wir Schloss Wartensee (ca. 2,75 Std., 9,5 km), eine ehemalige Dienstmannenburg der Abtei St. Gallen aus dem 13. Jahrhundert. Unter der Bahnlinie Rorschach–Heiden durch kommen wir in den Kreienwald und zur Kreuzung in Buechstiggass (475 m; 3,25 Std.). Wer im Heuhotel Rosentürmli übernachten will, kann hier gleich rechts Richtung Thal gehen. Nach dem Überqueren der Straße führt ein Schotterweg hoch zum Grat des Buechbergs (525 m), mit Tiefblick auf Rheineck. Dort gelangt man zum Gasthaus »Steinerner Tisch« mit sehr guter Aussicht auf das Appenzellerland. Es folgt ein leichter Abstieg durch Weinberge nach Buriet (3,75 Std., 13 km). Beim Gasthaus Schiff überqueren wir die Straße, wandern unter der Bahnlinie durch und entlang dem Steinlibach zum Bahnhof Rheineck (4 Std., 14,5 km).
Empfehlenswerte Variante.
Nach dem Rorschacher Bahnhof weiter am See entlang zum Strandbad Rorschach (2 Std., 8,5 km von Arbon), wo auch die Jugendherberge liegt. Weiter auf dem Rad- und Wanderweg Richtung Staad. Dort quert man die Straße in Richtung Flugplatz (mit dem Fliegermuseum) und sieht rechts die beeindruckende Hundertwasser-Markthalle (2,75 Std., 10,7 km) in Altenrhein, die man unbedingt besichtigen sollte. Der Seeweg führt nach dem Flugplatz links am See im Bogen zum Unteren Rheinspitz (gut 3 Std., 12,5 km), einem sehr schönen Plätzchen. Man kann aber auch durch Wiesen direkt zum alten Rhein abkürzen. Dort trifft man auf den von Bäumen gesäumten Flusslauf und geht diesen entlang bis zur Grenzbrücke nach Österreich in Gaißau oder rechts nach Rheineck (4,75 Std., 17 km) hinein.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied240 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktArbon (398 m)
EndpunktRheineck (400 m)
TourencharakterDie grazile Badhütte, auf Pfählen mitten im Wasser der Rorschacher Bucht stehend, wäre eine originelle Möglichkeit, das Bodenseewasser hautnah kennenzulernen. Zumal dieses wieder sehr sauber ist – zu sauber für die Fische, denn der Fischreichtum ist mit der Nährstoffarmut rapide zurückgegangen. An zwanzig Stellen wird im See sauberes Trinkwasser gewonnen und unter anderem bis nach Stuttgart gepumpt; er bildet so einen für Europa enorm wichtigen Trinkwasserspeicher.
Man könnte durchaus an eine Fata Morgana glauben, wenn man sich auf der E5-Variante (siehe unten) Altenrhein nähert: goldene Kuppeln, leuchtend bunte Keramiksäulen, geschwungene asymmetrische Fensteraugen – hier kann nur Friedensreich Hundertwasser am Werk gewesen sein. Fast nichts ist »normal« an diesem Gebäude, getreu des Künstlers Leitspruch: »Die gerade Linie ist die einzige unschöpferische Linie – die einzige Linie, die dem Menschen als Ebenbild Gottes nicht entspricht.« Hundertwasser galt als ein früher Verfechter »grüner« Themen. Er pflanzte 60000 Bäume, setzte Grasdächer auf seine Häuser und forderte einen »Friedensvertrag mit der Natur«. Die Markthalle (mit Cafés und einer Bibliothek; siehe Tourist-Info) zeigt Ausstellungen über sein Werk. Nebenan gibt es auf dem ehemaligen Dornier-Gelände ein Fliegermuseum mit alten Militär- und Wasserflugzeugen (geöffnet Sa von 13.30–17 Uhr oder nach Voranmeldung, Tel. +41/(0)79/4305151, www.fliegermuseum.ch; Eintritt 10 SFr).
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt 1:50000, Bodensee. Kompass 1:50000, Nr. 120, E5 Nord. Landesvermessungsamt Baden-Württemberg 1:50000, Freizeitkarte, Östlicher Bodensee
MarkierungenSehr gut markiert mit offenem schwarzem Kreis mit blauer Füllung auf weißem Grund (Bodensee-Rundwanderweg) und dreieckige gelbe Wanderaufkleber. Keine roten E5-Markierungen auf Schweizer Boden
VerkehrsanbindungAuf dem ganzen Weg hervorragend mit der Bodenseegürtelbahn und der Weißen Flotte auf dem See gewährleistet. Infos Schiffs- verbindung Rorschach–Rheineck: www.solarfaehre-reichenau.de
GastronomieZahlreiche Möglichkeiten in den Ortschaften
Tipps
Das »Schwäbische Meer«. So nannte vermutlich der antike Historiker Tacitus den Bodensee. In den meisten Ländern wird der Name »Lacus Constantinus« verwendet, vom römischen Kastell Constantia, dem heutigen Konstanz, abgeleitet. Der See hat eine Länge von 64 km und eine maximale Breite von 14 km. Mit seiner größten Tiefe von 250 m bildet er das zweitgrößte Trinkwasser- reservoir Europas. Der häufige Föhn aus dem Rheintal und die Wärme- speicherfähigkeit des Wassers sorgen für ein mildes, ausgewogenes Klima. Berüchtigt sind allerdings auch die Föhnstürme, die mächtige Wellenberge auftürmen und schon viele Wassersportler in Bedrängnis brachten. »Traubenkocher« und »Gemütsdrücker« werden die im Herbst und Winter häufig auftretenden Nebel genannt. Pfahlbauten wie in Unteruhldingen oder am Schweizer Ufer belegen, dass schon in der Jungsteinzeit Menschen die Lage und vielleicht auch die landschaftliche Schönheit des Sees zu schätzen wussten. Erdgeschichtlich ist der Bodensee sehr jung: In der Würmeiszeit, vor ca. 15 000 Jahren, wurde er von den gewaltigen Eismassen des Rheingletschers aus dem teils sandigen Untergrund herausgehobelt. Eine andere Hypothese zur Entstehung des Sees spricht auch von einem Meteoriteneinschlag. Der Rhein und viele andere Zuflüsse versorgen den See ständig mit Frischwasser.
Unterkunft
In Rohrschach: JH Rorschach-See (direkt am Bodensee-Wanderweg), Tel. +41/(0)71/8449712, www.jugendherberge-rorschach.ch (23 Euro p.P.); JH Rorschach-Berg, Tel. +41/(0)71/8415411. In/bei Rheineck: Heuhotel Rosentürmli, Fam. Messmer, Rabenstr. 4, CH-9425 Thal bei Rheineck, Tel. +41/(0)71/8886793 bzw. +41/(0)79/4248294, Rosentuermli@bluewin.ch (Campen, Stroh- und Matratzenlager, viele Tiere, Hofladen, ca. 20 Euro p.P.); Hotel Hecht, Hauptstr. 51, Tel. +41/(0)71/8882925, info@hotelhecht-rheineck.ch (DZ Ü/F ca. 50 Euro). Campingplätze am Rheinspitz und in Altenrhein
Tourismusbüro
Tourist-Info Thal-Staad- Altenrhein, CH-9423 Alten rhein, Tel. +41/(0)71/85519 47, www.postaltenrhein.ch. Markthalle GmbH, CH-9422 Staad am Bodensee, Tel. +41/(0)71/855 81 85, info@markthalle-altenrhein.ch

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