Vom Tegernsee ins Isartal

Bergwander- und zum Teil Wirtschaftswege. Beim Abstieg von der Tegernseer Hütte zum »Brotzeitfelsen« ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich (Drahtseilsicherungen); diese Passage kann aber über die Nordseite umgangen werden. Auch der Steig über das Mariaeck zur Lenggrieser Hütte erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. (Autor: Heinrich Bauregger)
22 km
1302 m
7 h
Sie bieten sich nicht nur zur Einkehr, sondern auch zur Übernachtung an, womit wir Gelegenheit haben, die Tour zeitlich beliebig auszudehnen. Zwei der Hütten sind zudem nahezu ganzjährig bewirtschaftet, und so können wir diese Tour – bei schneearmen Wintern – fast das ganze Jahr über unternehmen. Außerdem bietet sich entlang der Hüttenroute die Gelegenheit, einige schnell erreichbare Aussichtsgipfel ansteuern. Ausgangs- und Endpunkt der Tour sind zwar unterschiedlich, aber die Bayerische Oberlandbahn bringt uns wieder zum Ausgangspunkt zurück bzw. können wir gleich mit ihr die Heimreise antreten. Diese Tour ist also ideal für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.Von Kreuth zur Schwarzentennalm Von der Kirche in Kreuth (der wir unbedingt einen Besuch abstatten sollten, denn sie ist eine der traditionsreichsten Kirchen zu Ehren des heiligen Leonhards) folgen wir zunächst einem Fahrweg in westlicher Richtung durch Wiesen zum Waldrand. Im Wald überqueren wir einen Bach und wandern auf dem Forstweg steil bergauf, bis wir auf einen quer verlaufenden Weg stoßen. Auf diesem nach links; der ausgebaute Weg endet und geht in einen Wanderweg über. Kurz bevor dieser Weg auf einen breiten Forstweg trifft, zweigt links der Steig zum Leonhardstein ab (siehe Gipfelabstecher). Wir gehen auf der breiten Forststraße ins Tal des Schwarzenbachs und im Talgrund rechts weiter auf dem ausgeschilderten Wirtschaftsweg zur Schwarzen-tennalm.Von der Schwarzentennalm zur Tegernseer Hütte Nach der verdienten Rast geht es ein Stück des Wegs zurück, bis nach einer Viertelstunde rechts der breite Weg zur Buchsteinhütte abzweigt. Über den Bach und in Kehren (einige Abkürzer) durch Wald hinauf. Achtung bei der Wegverzweigung: Auf dem etwas schmaleren Weg rechts weiter zur idyllisch gelegenen Buchsteinhütte, die dem gleichnamigen Hüttenverein gehört. Von ihr führt links ein ausgeschilderter Bergwanderweg durch den steilen Nordhang des Roß- und Buchsteins hinauf zur Tegernseer HütteVon der Tegernseer zur Lenggrieser Hütte Von der Alpenvereinshütte folgen wir dem schmalen, ausgeschilderten Steig (einige Drahtseilsicherungen), der uns durch die Südflanke des Roßsteins hinab zum Fuß des Gipfelfelsens leitet. Am sogenannten »Brotzeitfelsen« rechts weiter und auf dem Bergwanderweg hinab zur Roßsteinalm. Dort treffen wir auf einen Almfahrweg (Mark.-Nr. 621 bis Lenggries), der uns nun nahezu eben durch Bergwiesen in Richtung Westen führt. Vorbei an der Hochplatte (1592m) streben wir auf die nächste Erhebung (Hochplattel, 1604m) zu. Unsere Route zweigt dann rechts vom Almfahrweg ab und führt seitlich am Plattel vorbei zu einer Scharte. Jenseits eines kleinen Felsenkamms leicht ansteigend weiter zum Mariaeck (1469m) und rechts dem felsigen Grat leicht ansteigend zum Vorgipfel des Seekarkreuzes. Durch lichten Wald geht es hinab (z.T. morastig) zur Lenggrieser Hütte.Von der Lenggrieser Hütte nach Lenggries Von der Alpenvereinshütte folgen wir dem ausgeschilderten Wirtschaftsweg hinab zur Seekaralm. Dort ein kurzes Stück weiter in Richtung Hirschtalsattel, bis links der Sulzersteig abzweigt (Mark.-Nr. 612). Auf diesem bald steil über zahlreiche Serpentinen durch Wald in einen – manchmal feuchten – Bachgraben hinab. Am Bach entlang hinaus zum Wirtschaftsweg, der Hohenburg mit dem Hirschtalsattel verbindet. Auf der anderen Seite liegt die Stickelalm, die wir nur am Rande streifen. Nun wandern wir bequem auf dem breiten Weg hinaus nach Hohenburg. Beim Schloss halten wir uns rechts und wandern anschließend am Kalvarienberg vorbei. Auf dem Großherzogin-Anna-Weg erreichen wir den Endpunkt unserer Tour in Lenggries. GipfelabstecherLeonhardstein, 1452m: Auffälliger Felszahn, der keck aus den Baumwipfeln herausragt; der Anstieg auf seinen Gipfel erfordert etwas Kraxelei. – Vom Sattel (1179m) zwischen Leonhardstein und Filzenkogel links 100m hinab, bis links der markierte Steig abzweigt. Zunächst durch Wald, dann über schrofiges Gelände zum Gipfel.Roßstein, 1698m: Wandergipfel der Tegernseer Hütte mit steil abfallenden Wänden nach drei Sei-ten. – Von der Alpenvereinshütte auf leichtem Bergsteig erreichbar.Buchstein, 1701m: Der schwierigere Felsgipfel des ungleichen »Bruderpaars«, an den sich die Tegernseer Hütte schmiegt. – Von der Hütte auf markierter, leichter Kletterroute zu erklimmen.Schönberg, 1620m: Schöner Aussichtsgipfel über dem Isartal, besonders der Blick aufs Karwendelgebirge wird gerühmt. – Vom Mariaeck (1469m) gehen wir südwärts auf einem Pfad durch Wald und schrofiges Gelände und zuletzt über die Gipfelwiese zum höchsten Punkt. Das Gipfelkreuz befindet sich noch etwas weiter westlich.Seekarkreuz, 1601m: Grasberg mit schöner Aussicht und großem, schlichtem Gipfelkreuz über der Lenggrieser Hütte. – Vom Vorgipfel, den wir beim Anstieg vom Mariaeck überschreiten, rechts auf dem grasigen Südostkamm leicht hinauf zum höchsten Punkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied1302 m
Dauer7 h
AusgangspunktKreuth (772m)
EndpunktLenggries (679m)
TourencharakterIn den Bergen westlich des Tegernsees »verstecken« sich drei Unterkunftshütten, die wir auf einer Höhenroute hinüber ins Isartal ideal auf einer Wanderroute verbinden können.
Hinweise
Varianten: Umgehung (der schwierigen Passage) am Roßstein: Falls wir nicht schwindelfrei und trittsicher sind, folgen wir nach dem Besuch der Tegernseer Hütte unserem Anstiegsweg ein Stück hinab und dann dem links abzweigenden Steig, der uns durch die Nordseite des Roßsteins zu unserem »Normalweg« bringt. Direkter Weg von der Buchsteinhütte: Von der Hütte führt ein leichter, direkter Weg hinauf zur Roßsteinalm, falls wir die Tegernseer Hütte links liegen lassen wollen.
KartentippTopografische Karte (LVG) 1:50000, Bad Tölz–Lenggries und Umgebung
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Salzburger Autobahn (A8) bis zur Ausfahrt Holzkirchen, dann über Gmund und Bad Wiessee nach Kreuth im Tal der Weißach; Parkplätze im Ort. Hinweis: Bei der Anfahrt mit dem Auto ist die Rückkehr von Lenggries mit RVO-Bussen möglich (über Bad Tölz bzw. über die Achenpassstraße, jeweils einmal umsteigen). n Bahn/Bus: Mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) nach Tegernsee, von dort mit dem RVO-Bus nach Kreuth. Da Ausgangs- und Endpunkt unterschiedlich sind, ist es ideal, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Mit der BOB können wir auch den Heimweg antreten, ohne nochmals zum Ausgangspunkt zurückkehren zu müssen.
GastronomieSchwarzentennalm (1027m), privat, während der Almsaison täglich, im übrigen Jahr an Wochen- enden und Feiertagen bewirtschaftet n Buchsteinhütte (1240m), von Mitte Nov. bis Anfang Dez. geschlossen, sonst nahezu ganzjährig bewirtschaftet, im Winter Mo Ruhetag, 30 Betten, 20 Lager, Tel. 08029/244 n Tegernseer Hütte (1650m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Anfang Nov., 25 Lager, Tel. 0175/4115813 n Lenggrieser Hütte (1338m), AV-Hütte, Kat. I, ganzjährig bewirtschaftet, im Frühjahr und im Spätherbst drei Wochen geschlossen, im Winterhalbjahr Di Ruhetag, 44 Betten, 7 Lager, ein Selbstversorgerraum, Tel. 0175/5962809
Unterkunft
Schwarzentennalm (1027m), privat, während der Almsaison täglich, im übrigen Jahr an Wochen- enden und Feiertagen bewirtschaftet n Buchsteinhütte (1240m), von Mitte Nov. bis Anfang Dez. geschlossen, sonst nahezu ganzjährig bewirtschaftet, im Winter Mo Ruhetag, 30 Betten, 20 Lager, Tel. 08029/244 n Tegernseer Hütte (1650m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Anfang Nov., 25 Lager, Tel. 0175/4115813 n Lenggrieser Hütte (1338m), AV-Hütte, Kat. I, ganzjährig bewirtschaftet, im Frühjahr und im Spätherbst drei Wochen geschlossen, im Winterhalbjahr Di Ruhetag, 44 Betten, 7 Lager, ein Selbstversorgerraum, Tel. 0175/5962809

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