Vom Passo Coe zum Rifugio Lancia

Auf gutem Weg zum Monte Borcoleta. Steiler Abstieg zum Borcolapass, steiler Anstieg auf der Gegenseite. Mit etwas Auf und Ab zum Rif. Lancia. Wasser gibt es bald nach dem Einstieg vom Passo Borcola aus einer kleinen Leitung und kurz vor der Malga Costa (kleiner Umweg nach rechts). Kinder und Genießer: Anstrengende, aber sonst abwechslungsreiche, interessante Tour mit schöner Hütte. Mit etwas Glück begegnet man der Schafherde und den Eseln und Haflingern. (Autor: Robert Mayer)
17 km
1070 m
6.00 h
Nur ganz sacht ansteigend führt der Weg vom Passo Coe genau nach Süden zur bereits sichtbaren kleinen Erhebung des Monte Maggio (1853 m; gut 1 Std.). 600 Meter nach dem Start geht es links auf schmalem Pfad in den lichten Wald hinein; E5-Schild am Baum. (Der Karrenweg rechts zum M. Maggio ist für Biker ausgeschildert und trifft später wieder auf den E5; bei sehr heißem Wetter wäre er morgens eine kühlere Alternative, da westseitig.)
Nach 1 Stunde ist der Aussichtsberg mit seinem Kriegsdenkmal und den zerfallenen Militärgebäuden erreicht. Ab hier verläuft der E5 gemeinsam mit dem Friedenspfad (Sentiero de la Pace), der mit einer blauen Taube markiert ist. Am Monte Maggio verlief die Front zwischen Österreich und Italien während des Ersten Weltkriegs. Viele Blumen, wie das schmalblättrige Weidenröschen, der Bocksbart und die Schafgarbe, blühen am ohnehin außergewöhnlich schönen Pfad zum Monte Borcoleta (1798 m; 1.45 Std., 5 km).
Vor dem steilen Abstieg zum Borcolapass liegt das ganze felsige Pasubiomassiv im Südwesten vor uns. Eingebettet in die nuancenreichen Grüntöne der Almen und Wälder strahlen die massiven Blöcke des Pasubio im hellsten Dolomit, darüber (hoffentlich) das strahlende Blau des Himmels – eine wahre Ode an die Schönheit der Natur und an den Süden. Serpentinenreich schlängelt sich die Trittspur nach unten, und ständig verändert sich der Horizont, bis man unten an einem Stein mit der Jahreszahl 1472 die Grenze von Venetien und Trient erreicht. Am Passo Borcola (1219 m; 2.45 Std., 6,9 km, Biwakhütte) gibt es zwei Einkehrmöglichkeiten: nördlich, ca. 300 Meter entfernt, eine kleine, sympathische Alm mit Bergsteigerkapelle und südlich in 500 Meter Entfernung die Malga Borcola, einen Berggasthof.
Genauso steil, wie man abgestiegen ist, geht es nun auch wieder hinauf. Beim ersten Abzweig im dichten Wald rechts halten (E5-Markierung). Aus einer gefassten Quelle fließt sauberes Wasser. Eine weitere Quelle (s. Tourenkasten) befindet sich nach den 600 Höhenmetern Aufstieg kurz vor der Ruine Malga Costa (1830 m; 4.15 Std., 8,2 km). Über die Hochfläche gelangt man Trittspuren und einigen Markierungen am Boden folgend zu einem Wegekreuz.
Der E5 führt Richtung Westen in einigen Minuten zu einem Joch. Es folgt ein kurzer, steiniger Abstieg (80 Hm), dann wird mit viel Auf und Ab der Nordhang des M. Zeneyri und des Monte Buso durchquert – ein sehr schönes, mit vielen unterschiedlichen Landschaftselementen gespicktes Erlebniswandern. Bei Nässe gibt es kurze, schmierige Abschnitte. Man trifft auf ein weiteres Wegekreuz am Sorgente (1825 m; 4.45 Std., 10 km), wo der Weg über den Zeneyri einmündet. Da der E5 wie ein Appendix einen großen Bogen nach Westen zum Rifugio Lancia macht, könnte hier abgekürzt werden.
Variante.
Ab dem Wegekreuz kann man auf dem Weg Nr. 121 (später Nr. 120) unter Umgehung des Rifugio Lancia am selben Tag noch das Rifugio Papa (1929 m; 6.30 Std., 13,8 km) erreichen.
Wir bleiben auf dem Weg Nr. 147/E5. Er führt zu einer Straße, der wir südlich ansteigend zur Sella delle Pozze (1905 m; 5.30 Std.) folgen. Hier rechts weiter auf der Straße nach Westen, die Alpe Pozza passierend, zum Rifugio Lancia (6.15 Std.). Die 1938 erbaute Hütte liegt in geschützter Lage vor den mächtigen Südwänden des Col Santo und des Col Santino (2112 m); nach Westen ist der Blick frei für den Sonnenuntergang über der Brenta.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1070 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPasso Coe (1613 m)
EndpunktRifugio Lancia (1802 m)
TourencharakterEine landschaftlich sehr schöne und einsame Etappe auf dem Friedenspfad, die den Einstieg in den Pasubio markiert. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den in der Sonne golden glänzenden Lagunen von Venedig.
Der Monte Maggio ist ein beliebter, daher auch belebter Aussichtsberg. Am Passo Borcola ist man abseits aller Touristenströme, allenfalls einige Biker aus der hippen Gardaseeregion kommen herüber, um die engen Kurven zu genießen. Nach dem harten Anstieg zur Ruine Malga Costa und der nordseitigen Umrundung des Monte Buso erstreckt sich das weitläufige Areal der Alpe Pozze auf einer Hochebene. In dem offenen Felskessel, umgeben von bis zu 300 Meter hohen Felswänden, weidet hier im Sommer eine riesige Schafherde.
Beste Jahreszeit
Kartentipp»4Land« 1:25000, Nr. 118, Pasubio/Piccole Dolomiti (empfohlen). Monti Lessini/Recoaro Terme. Karte des CAI 1:20000, Lessinia Carega. Kompass 1:50000, Nr. 121, E5 Süd
MarkierungenGut markiert mit roten Punkten und E5
VerkehrsanbindungSchwierig, keine Busverbindungen am Passo Borcola. Am besten Autostopp, aber auch dafür gibt es zu wenig Verkehr. Dörfer in der Nähe der Pässe sind jedoch mit dem Bus zu erreichen, z.B. Bus von Carbonare zum Passo Coe (Infos bei Trentino Trasporti s.p.a., Tel. +39/0464/821000, www.ttspa.it).
GastronomieGhs. Malga Borcola (1207 m) oder die Alm Malga Borcola (1200 m)
Unterkunft
Rif. Alpe Pozza »V. Lancia«, Tel. +39/0464/868068, für Reservierungen und Infos Tel. +39/347/1600846, paolo.bortoloso@libero.it (geöffnet 28.5.–7.10., AV-Mitglieder 8,50 Euro, sonst 17 Euro). Am Borcolapass gibt es eine offizielle Biwakhütte; sonst Biwakplätze auf der Hochebene beim Rif. Lancia.
Tourismusbüro
APT Rovereto, C. Rosmini 6/A, I-38068 Rovereto, Tel. +39/0464/43 03 63, Fax 43 55 28, www.apt.rovereto.tn.it

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