Vom Monte-Moro-Pass zur Monte-Rosa-Ostwand

Vom Saastal ins Valle Anzasca. (Bitte beachten: GPS-Track nur ab Macugnaga. Track vom Stausee-Mattmark zum Monte-Moro-Pass siehe Tour "Balmenhorn und Vincentpyramide") (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
14 km
1500 m
10.00 h
Der Name Monte Rosa leitet sich ab von »Mont Roise«, vergletscherter Berg. Bis zum 17. Jahrhundert differenzierte man nicht zwischen Mont Cervin, Monte Rosa und dem Theodulpass. Diese Berge und Pässe wurden von den Wallisern ganz pauschal Gletscher genannt und von den Valdostanern Le Royse. Die Monte-Rosa-Gruppe hat 14 Gipfel über 4000 Meter Höhe, der höchste und bedeutendste von ihnen ist die Dufourspitze. Seit seiner Erstersteigung ist der Monte Rosa zum Anziehungspunkt für Bergsteiger, Skiläufer und Touristen aus der ganzen Welt geworden. Die Erschließer vollbrachten abenteuerliche Leistungen – waren doch alle Anstiege aus dem Tal durchzuführen, während den Alpinisten heute Hütten und Biwakschachteln zur Verfügung stehen.
Julius Kugy schreibt in seiner Monte-Rosa-Monografie, dass sich als Erste sieben junge Männer aus Gressoney im August 1778 an den Monte Rosa wagten. 1789 kommt de Saussure zum Monte Rosa und 1801 wird der erste Gipfelsieg errungen: Pietro Giordani ersteigt am 23. Juli die nach ihm benannte Punta Giordani (4046 m). In den Jahren 1819, 1820 und 1822 finden Vincent-Pyramide, Ludwigshöhe und Zumsteinspitze ihre Meister. Erst 20 Jahre später wird die Signalkuppe (Punta Gnifetti) erobert. Ab 1847 erfolgen verschiedene Versuche, die Dufourspitze von Norden her zu ersteigen. Jedoch erst am 1. August 1855 setzen Menschen ihren Fuß auf den höchsten Spitz (Kugy). Um die Monte-Rosa-Ostwand wird es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebendig. Dem Saaser Ferdinand Imseng gelingt zusammen mit dem Tiroler Gabriel Spechtenhauser und ihren britischen Gästen Taylor und Pendlebury 1872 die erste Durchsteigung der gefürchteten Wand. Der geglückte Gipfelanstieg von Macugnaga aus findet in den folgenden Jahren Nachahmer – Julius Kugy steht 1886 an sechster Stelle der Ostwand-Bezwinger. Bergwanderer können auf unschwierigen Wegen die Monte Rosa-Ostwand bewundern, von der Kugy »Im Göttlichen Lächeln des Monte-Rosa« sagt: »(…) sie ist in Europa einzigartig und unerreicht. Um Gleiches oder Größeres zu sehen, müsste man in den Himalaya gehen.«
Der Wegverlauf.
Zum Monte-Moro-Pass und nach Macugnaga: Mit Postbus oder Pkw zum Stausee Mattmark im Schluss des Saastales (2203 m; Parkplatz unterhalb der Krone des Staudammes). Am orografisch linken Ufer des Sees führt ein Wanderweg durch zwei Tunnels. Vom Seezufluss am südlichen Ende (2238 m) zieht sich die Route ins Tälli hinein. Dann steiler zum Tälliboden hoch (2500 m), schließlich über gestufte Platten – aus der Zeit, da Maultierkarawanen über diesen Saumpfad zogen – empor zum Monte-Moro-Pass (2868 m). Hier steht die vier Meter hohe Madonna delle Nevi. Sie wurde 1997 vergoldet; hohe kirchliche Würdenträger aus Italien nahmen an den Feierlichkeiten anlässlich der Einweihung teil. Großartig präsentiert sich das Monte-Rosa-Massiv mit seiner eisdurchsetzten Ostwand. Südwestlich der Passhöhe befindet sich das Rifugio Gaspare Oberto (2769 m). Der 3-stündige Abstieg nach Macugnaga (1307m) ist zwar machbar, aber nicht zu empfehlen, da der alte Passweg auf der italienischen Seite seit Bestehen der Seilbahn von Macugnaga zum Monte-Moro-Pass vernachlässigt wird und nicht im besten Zustand ist. Wir fahren daher mit der Seilbahn hinab.
Aufstieg zur Zambonihütte: Von Macugnaga-Staffa auf der alten Dorfstraße zum Ortsteil Pecetto (mit der Sessellift-Talstation zum Belvedere). Bei Benutzung des Sessellifts als Aufstiegshilfe können 1¾ Stunden Gehzeit eingespart werden. Wer jedoch zur Zambonihütte hochwandern will, folgt dem Hinweis bei der Station Alpe Burchi–Belvedere, quert die Anza über eine Brücke und steigt durch schönen Lärchenwald zur Alpe Burchi auf (1581 m). Der Weg wird steiler und führt zur Wirtschaft Belvedere nahe der Sesselliftstation (1904 m). Dann wandern wir auf einen Seitenarm des Ghiacciaio Belvedere hinab, traversieren ihn unschwierig und steigen am jenseitigen Ufer auf gut erkennbarer Spur zur Seitenmoräne wieder empor. Vom Scheitel der Moräne gelangen wir in das Alpgebiet Pedriola mit den Hütten von Zamboni und Zappa (2065 m).
Höhenweg und Bergabwanderung nach Macugnaga: Am folgenden Morgen stehen wir so zeitig auf, dass uns der Sonnenaufgang nicht entgeht. Kaum steigt die Sonne über den Pizzo Bianco, treffen die ersten rotgoldenen Strahlen auf die Monte-Rosa-Ostwand. Signalkuppe, Dufourspitze und Nordend stehen wie Wächter über der Ostwand. Ungeheure Eismassen hängen in der breiten Wandflucht, jederzeit bereit, laut berstend in die Tiefe zu stürzen. Anschließend geht es auf dem Sentiero S. Saglio ohne jegliche Anstrengung nach Piani alti di Rosareccio (2093 m). Ein Weg leitet von hier hinab nach Macugnaga. Bei der Alpe Rosareccio (1825 m) gelangen wir in ein malerisches weites Tal. Wunderbar ist der Blick auf die Ostwand und ins Valle Anzasca.
Rückkehr ins Saastal: In Macugnaga (1307 m) gibt es drei Möglich-keiten: Entweder 1.) mit dem Bus durch das liebliche Valle Anzasca über Piedimulera und Domodossola nach Iselle, von dort mit der BLS-Bahn nach Brig und weiter per Bus ins Saastal oder 2.) mit der Seilbahn zum Monte-Moro-Pass hoch und leicht zum Stausee Mattmark hinabwandern (2203 m); 3.) Wer Hochtouren in der Monte-Rosa-Gruppe von Süden her machen will (siehe Tour 21) oder auf der Tour Monte Rosa unterwegs ist (siehe Anhang), setzt seine Wanderung südwärts ins Valle Quarazza fort.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1500 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
StartortSaas-Almagell (1673 m) im Saastal.
AusgangspunktStausee Mattmark (2203 m) südlich von Saas-Almagell im Schluss des Saastals.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterBergwanderung in grandioser Gebirgsszenerie (2-tägig); Trittsicherheit erforderlich.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1:50 000, Blatt 284 T (Mischabel; mit eingezeichneten Routen).
Verkehrsanbindungsiehe Tour 10; von Saas-Grund nach Saas-Almagell und zum Stausee Mattmark (Parkplatz unterhalb der Krone des Staudammes); auch per Bus zu erreichen.
GastronomieRifugio Gaspare Oberto (2769 m, in der Nähe des Monte-Moro-Passes), CAI/Macugnaga, 26 Lager, bewirtschaftet von Ende Juni bis Anfang September, Tel. 0039/0324/655?44. Rifugio Zamboni e Zappa (2065 m), CAI/Società Escursionisti Milanesi, 74 Lager, bewirtschaftet von Anfang Juni bis Ende September, Tel. 0039/0324/6?53?13 (Hütte), 0039/032?4/5?63?97 (Tal).
Unterkunft
Rifugio Gaspare Oberto (2769 m, in der Nähe des Monte-Moro-Passes), CAI/Macugnaga, 26 Lager, bewirtschaftet von Ende Juni bis Anfang September, Tel. 0039/0324/655?44. Rifugio Zamboni e Zappa (2065 m), CAI/Società Escursionisti Milanesi, 74 Lager, bewirtschaftet von Anfang Juni bis Ende September, Tel. 0039/0324/6?53?13 (Hütte), 0039/032?4/5?63?97 (Tal).
Tourismusbüro
Saas-Grund und Saas-Almagell, siehe Tour 15.Macugnaga (1307–1362 m, aus mehreren Siedlungen/Frazione bestehende Gemeinde) im Schluss des Valle Anzasca unterhalb der Monte-Rosa-Ostwand. Sehenswert:Chiesa Vecchia in Macugnaga, Walsermuseum in Macugnaga-Borca. Seilbahn zum Monte-Moro-Pass (Juli bis Anfang September), Sessellift zur Alpe Burchi und zum Belvedere (Mitte Juni bis Ende September). Tourist Office IAT, I-28876 Macugnaga (VB), Tel. 0039/0324/651 19.

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