Vom Jusiberg zum Hohenneuffen

Entlang des Albtraufs auf Waldwegen, in den Neuffener Weinbergen auf Asphaltwegen; zwei steile Anstiege; überwiegend im Wald. (Autor: Peter und Ute Freier)
5 km
460 m
4.00 h
Wanderparkplatz Raupental – Jusiberg (30Min.) – Hörnle (gut 30Min.) – Schillingskreuz (45Min.) – Heidengraben (1 Std.) – Hohenneuffen (1 Std.) – Neuffen (gut 30Min.). Über den Jusiberg und das Hörnle zum Schillingskreuz: Vom Wanderparkplatz »Raupental« bei Kohlberg steigen Sie am weitgehend kahlen Nordwesthang des Jusibergs, üblicherweise kurz als Jusi bezeichnet, steil auf (Markierung: blaues Dreieck) zur Gipfelhochfläche (673m; Rasthütte und Grillstelle); herrlicher Blick auf das Albvorland und entlang des Alb-Nordrands. Geradeaus auf der Scheitelhöhe des bewaldeten Jusi-Ostausläufers steigen Sie bequem in den Sattelbogen (600m) ab, den alten Übergang des Postkutschenwegs von Neuffen nach Dettingen im Ermstal. Geradeaus führt ein steiniger Weg steil hinauf zum Hörnle (706m), dessen Nordflanke bis zur Scheitelhöhe vom ehemaligen Zementwerk in Nürtingen abgetragen wurde. Die völlige Abtragung wurde nur durch den Widerstand einer Bürgerinitiative im Ermstal verhindert. Der Weg senkt sich in den Sattel Schillingskreuz (635m), wo ein Gedenkstein an einen Herrn von Schilling erinnert, der hier 1341 bei der Bärenjagd verunglückte. Kienbein, Kniebrech und Heidengraben: Geradeaus steigt der Weg zunächst steil an zur Karlslinde, an einer Weggabelung wenden Sie sich nach links. Entlang der bewaldeten Hangkante der schmalen Berghalbinsel Kienbein, vorbei an einem Segelfluggelände, gelangen Sie auf eine als Kniebrech bezeichnete Flur – trotz des Namens ein bequemer Weg – und folgen nach links einem Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins (Markierung: rotes Dreieck, HW1). Bei einem Wanderparkplatz überqueren Sie die von Neuffen heraufführende Steige, die hier in die Straße Hülben–Grabenstetten einmündet, und gelangen zu einer modernen Skulptur, einer überdimensionalen Brille; von hier hat man einen schönen Blick auf den Hohenneuffen. Wenig später passieren Sie den baumbestandenen »Heidengraben«, denWall und verfüllten Graben einer keltischen Fliehburg, die fast die gesamte Berghalbinsel von Grabenstetten/Erkenbrechtsweiler umfasste (siehe Info bei Wanderung 17). Zum Hohenneuffen: Entlang der Hangkante führt der Waldweg in leichtem Auf und Ab zu sogenannten Höllenlöchern. Hier lösen sich Felsen vom Albkörper und werden eines Tages als Bergsturz zu Tal rutschen. Vorbei an einem von Gleitschirmseglern als Startplatz benutzten Felskopf erreichen Sie den Hohenneuffen- Wanderparkplatz und folgen nach links einem breiten Forstweg in einen Sattel, aus dem entlang überwachsener Festungsvorwerke eine steil ansteigende Rampe vollends hinaufführt zur Burgruine Hohenneuffen (743m). Gegründet wurde die Burg um 1100 von dem Geschlecht der Herren von Neuffen, deren bekanntestes Familienmitglied der Minnesänger Gottfried von Neuffen (1210–1255) war. Um das Jahr 1300 ging die Burg in den Besitz der Grafen von Württemberg über und wurde im 16. Jh. zu einer Landesfestung ausgebaut, in der auch Häftlinge eingekerkert wurden. Heute befindet sich im restaurierten Zeughaus ein Restaurant, im Burghof ein Kiosk. Über Wacholderheide und durch Weinberg nach Neuffen: Sie kehren in den Sattel außerhalb der Vorwerke zurück und folgen einem rechts abzweigenden Weg bergab (Markierung: blaues Dreieck). Am Waldrand verlassen Sie den mit blauem Dreieck markierten Weg nach links und erreichen auf der alten Schlosssteige über eine Wacholderheide und durch Weinberge das Städtchen Neuffen. Auf der Ortsdurchfahrt (Hauptstraße) durchqueren Sie nach rechts den alten Stadtkern und wenden sich an einem Kreisverkehr nach links in die Reutlinger Straße zur Bushaltestelle »Lindenplatz«. Kurz vor und während der Weinlese (Mitte Sept./Anfang Okt.) sind die Weinbergwege gesperrt. Dann bleiben Sie am Waldrand auf dem Ströhmfeldweg (Markierung: blaues Dreieck) und biegen erst später links ab nach Neuffen, vorbei am Freibad und an der Stadthalle; an einem Kreisverkehr geradeaus zur Bushaltestelle »Lindenplatz«. Rückfahrt per Bus: Die Busfahrt nach Kohlberg zur Haltestelle Goethestraße am Ortsende dauert knapp 10Minuten. Von der Haltestelle auf einem Gehweg an der Straße in Richtung Metzingen 200Meter zum Wanderparkplatz »Raupental«. Variante: Von Neuffen zu Fuß zum Ausgangspunkt: In Neuffen gehen Sie von der Bushaltestelle »Lindenplatz« weiter in der Reutlinger Straße, nach 200Metern in einer Rechtskurve geradeaus in die Straße Gaisweg (Markierung: blaues Dreieck) und dann aufwärts auf asphaltiertem Fahrweg zwischen Streuobstwiesen hindurch, vorbei an der Linksabzweigung zur Vesperstube Viehweide mit Biergarten (Sa geschlossen; hin und zurück 10 Minuten). Vorbei am stillgelegten Steinbruch Hörnle geht es in den schon bekannten Sattelbogen, hier nach rechts und über den Jusi zurück zum Ausgangspunkt (zusätzlich knapp 5 km, ca. 11/2 Std., Anstieg 260m).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied460 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz »Raupental« bei Kohlberg.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterDer »Ströhmfeldweg«, ein geologischer Lehrpfad, führt von Metzingen nach Neuffen durch das Gebiet des sogenannten »Schwäbischen Vulkans «. Vor rund 15 Millionen Jahren stieg aus dem Erdinneren glutflüssiges Magma auf, das jedoch nicht in Vulkanausbrüchen ausgeworfen wurde, sondern in den ca. 350 Schloten im Bereich Metzingen–Engstingen– Gomadingen–Donnstetten–Kirchheim unter Teck erstarrte. Diese nach Erkalten des Magmas mit Basalttuff gefüllten Schlote sind widerstandsfähiger gegen Verwitterung als das umgebende Gestein und fallen nun im Albvorland als einzeln stehende Bergkegel auf. Der Jusiberg, mit einem Schlotdurchmesser von ca. 1 Kilometer einer der größten Vulkanberge, ist noch über einen schmalen Bergrücken mit dem Albkörper verbunden.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte des LVA B-W, Blatt 524 (Bad Urach), 1:50000.
VerkehrsanbindungPKW: Von Reutlingen B28 nach Metzingen, abbiegen in Richtung Neuffen, 4 km zum Wanderparkplatz »Raupental« bei Kohlberg. Bahn: Linie Stuttgart–Tübingen, von Metzingen per Bus Metzingen–Neuffen (Werktage stündlich, Sonn- und Feiertage weniger häufig) bis Kohlberg, Haltestelle Goethestraße am Ortsbeginn.
GastronomieIn der Burgruine Hohenneuffen ein Kiosk (1. April–31. Okt. täglich) und Restaurant (Ruhetag Mo/Di); Gaststätten in Neuffen.
Tipps
»KULTURSOMMER« AUF DEM HOHENNEUFFEN: Während des Sommers finden im malerischen Burghof zahlreiche Musikveranstaltungen statt. Vor allem an Sonntagen ab 14 Uhr wird vor der Kulisse der Burgmauern Musik gemacht, von Jazz bis Rock; mit Speisen und Getränken versorgt man sich an einem Kiosk (1. April–31. Okt.; Programm unter www.hohenneuffen.de). EINKEHRTIPP: In Neuffen bieten sowohl das Hotel-Restaurant »Traube« gute schwäbische Küche (Tel. 07025/9 20 90; Mo–Do ganztägig, So 11–15 Uhr, Ruhetage Fr ab 14 Uhr und Sa) als auch die Gaststätte »Wahle-Bas« (eine »Bas« ist Schwäbisch für »Tante«); von den Tischen im Hof schöner Blick auf den Hohenneuffen (Tel. 07025/843595; Mo–Sa ab 17 Uhr, So 11–14 und ab 17.30 Uhr, Ruhetag Di).
Unterkunft
Gasthöfe in Neuffen und Metzingen.
Tourismusbüro
Verkehrsverein Teck-Neuffen, Max-Eyth-Str. 15, 73230 Kirchheim/Teck, Tel. 07021/3027, www.albtrauf.de

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