Vom Inntal zum Achensee

Anstieg von Pertisau 3 Std., Abstieg zur Pletzachalm 2 Std., weiter nach Pertisau 1 Std.; insgesamt 6 Std. (Autor: Michael Pröttel)
19 km
2400 m
10.00 h
FreitagVariante A 3,5 km 1.30 Std. ’ 50 Hm, ‘260 HmAus dem Inntal auf die Bayreuther HütteMit oder ohne Seilbahnbenutzung zu herrlichem Aussichtsplatz über dem InntalBergstation der Sonnwendjochseilbahn bzw. Münster – Bayreuther HütteWegverlauf Von der Bergstation der Sonnwendjochseilbahn (1790 m) folgt man zunächst dem Weg Richtung »Rosskogel« und an einer Gabelung dem Schild »Bayreuther Hütte«. Bald darauf muss man aufpassen, dass man nicht nach halb rechts einen hangparallelen Steig unter die Füße nimmt, sondern weiter leicht absteigend auf dem Hauptweg bleibt. Es geht weiter westlich, wobei man einen Abzweiger nach links zur Ludoialm ignoriert. Der Weg quert weiter die breite Ostflanke des Latschbergs und führt schließlich zur Zireiner Alm (0.75 Std., 1698 m). Von hier aus folgt man ein Stück lang der Almstraße bergab, bis man sie nach einer Kehre verlassen kann. Auf einem schmalen Fußweg nun südlich hinunter in einen waldigen Bergkessel. Hier wird der Weg flacher und führt dann wieder leicht ansteigend aus dem Wald heraus. Man erreicht sogleich die Jausenstation »Bergalm«, von der aus man die nahe Bayreuther Hütte (1.30 Std., 1576 m) auch schon vor sich sieht.Variante B 5,5 km 3 Std. ’1050 HmWegverlauf In Münster (541 m) wendet man sich in Höhe der Kirche von der Hauptstraße ab und folgt der zum Rofangebirge hin-führenden Straße. Sogleich wendet man sich nach links und folgt der Straße, die zwischen der Turnhalle und einem Marterl abzweigt. Auf dieser Teerstraße wandert man nun ein lan-ges Stück entlang, passiert die letzten Häuser und geht in den Wald hinein. Wir stoßen auf eine Lichtung mit einem schönen Bauernhof. Hier folgen wir geradeaus dem gelben Schild »Bayreuther Hütte«. Vor einem allerletzten Haus biegen wir nach rechts in einen Schotterweg ein. Man geht an einem großen Haufen Felsbrocken vorbei, erreicht eine Art Erdwall und folgt hier einem Fußweg nach links bergan und bald wieder rechts hinunter. Es wird ein Bachbett überquert. Kurz danach muss man aufpassen: Der schmale Fußweg gabelt sich. Wir nehmen den linken steileren Pfad (diese Stelle ist nicht beschildert). Kurz darauf stoßen wir wieder auf eine beschilderte Gabelung und halten uns rechts. Der Steig führt nun recht anstrengend im steilen Bergwald in vielen Serpentinen empor. Nach knapp zwei Stunden erreicht man einen Absatz, das Gelände wird endlich flacher, und man überquert das Ende einer Forststraße. Auf der anderen Seite nun wieder etwas steiler empor. Hier ist der Weg oft laubbedeckt, man muss also auf Markierungen an Bäumen achten. Abermals stößt man auf einen Fahrweg, dem man nun ein Stück nach links folgt. An einer markanten Kehre verlässt man ihn wieder (Holzschild »Bayreuther Hütte«) auf einem schönen Fußweg in den Wald hinein. Es wird eben, man kommt aus dem Wald heraus und sieht die Hütte bereits vor sich liegen. Nun folgt man ein kurzes Stück einem Forstweg nach links und verlässt ihn bald wieder nach rechts (gelbes Schild). Über schöne Almwiesen führt ein Fußweg nochmals zu einem Fahrsträßchen und dies kurz danach zur Bayreuther Hütte (3 Std., 1576 m).Samstag 10 km 4 Std. ’800 Hm, ‘480 HmÜber das Sonnwendjoch zur Erfurter HütteTraumhafte Kammwanderung mit Ausblicken auf den AlpenhauptkammBayreuther Hütte – Sonnwendjoch – Rofanspitze – Grubascharte – Erfurter HütteWegverlauf Man geht links an der Bayreuther Hütte (1576 m) vorbei, durch ein Gatter und ein kurzes Waldstück hindurch. Der Weg führt nun zunächst angenehm ansteigend – man sieht den breiten Bergrücken mit dem Gipfelkreuz des Sonnwendjoches bereits vor sich – und dann steiler zu einem Sattel hinauf. Auf der anderen Seite geht es ein Stück lang flacher mit schönen Blicken ins Inntal weiter. Abermals wird es steiler, und man kommt hinter einem Wiesenabsatz zu einer undeutlichen Gabelung. Kleine rote Holzstangen leiten in einen wenig ausgetretenen Wiesenpfad ab, wohl um ein vor uns liegendes, recht erodiertes Wegstück zu umgehen. So oder so führen beide Varianten bald wieder zusammen. Über breite Wiesenhänge steigen wir einen steileren Aufschwung hinauf, und gleich dahinter ist nach einer letzten steileren Passage das Vordere Sonnwendjoch (1.30 Std., 2224 m) erreicht. Nun folgen wir dem breiten Bergrücken nach Norden. Bevor dieser jedoch zum Sagzahn hinaufführt, wenden wir uns nach links und umgehen diesen auf seiner Rückseite steilen Felsgipfel an dessen Westseite. Aber auch hier ist etwas Trittsicherheit erforderlich. Wieder auf breiterem Bergrücken geht es nun auf die Rofanspitze zu. Wenn man diese mitnehmen möchte, dann steigt man weiter nach Norden zum Gipfel der Rofanspitze bergan (2.15 Std, 2259 m) und folgt danach den nach Westen hinabführenden Steigspuren. Wer den Gipfel auslassen will, wende sich gleich nach links und folge dem deutlichen Weg, der die Gipfelhänge unterhalb der Rofanspitze nach Westen zur Grubascharte quert. Kurz vor der markanten Grubascharte (2.45 Std., 2102 m) treffen beide Wege wieder zusammen. Nun geht es angenehm bergab und an dem rechts von uns liegenden Felsturm des Rosskopfes vorbei. Immer in südwestliche Richtung wandernd folgen wir einer langen, weiten Mulde. Man erreicht schließlich die Latschenzone. Der Weg biegt nach rechts ab und führt über die so-genannte Grubastiege in den Bergkessel östlich des Gschöllkopfes hinab. Von hier geht es noch einmal leicht ansteigend zum Mauritzalm-Hochleger, von wo man die Erfurter Hütte auch schon vor sich sieht (4 Std., 1834 m).Sonntag 10,5 km 5 Std. ’600 Hm, ‘1330 HmÜber den Hochiss zum AchenseeWunderbare Überschreitung des höchsten RofangipfelsErfurter Hütte – Hochiss – Streichkopf – Dalfazalm – MaurachWegverlauf Wir steigen von der Erfurter Hütte (1834 m) zunächst wieder nach Norden zum Mauritzalm-Hochleger hinauf. Dahinter zweigen wir nach links in einen schmäleren Weg ab, der uns zu dem westlich des Gschöllkopfes gelegenen Sattel hinaufführt. Hier sieht man den markanten Hochiss bereits deutlich vor sich aufragen. Es geht zunächst flach, dann steiler bergan. Eine Abzweigung nach rechts in Richtung Spieljoch ignorieren wir und steigen weiter nördlich, zuletzt steil, auf den scharfen Kamm, der Spieljoch und Hochiss miteinander verbindet. Nach links und unterhalb der Hochiss-Südflanke westlich weiter. Wieder ansteigend gelangt man auf einen westlich des Hochiss gelegenen Sattel, wo sich der Weg gabelt. Wir wenden uns nun links und folgen dem unschweren Westgrat zum höchsten Punkt des Hochiss hinauf (1.30 Std., 2299 m). Vom Gipfel hat man eine besonders schöne Aussicht nach Westen zum Karwendelgebirge.Für den Abstieg folgt man dem Anstiegsweg bis zur Weggabelung an erwähntem Wiesensattel. Hier folgen wir nach rechts dem Schild »Dalfazalm«. Der Weg quert nun die Südflanke der Seekarlspitze nach Westen, wobei eine paar leicht ausgesetzte Stellen sowie eine drahtseilversicherte Rinne im Abstieg etwas Trittsicherheit er-fordern. Dann leitet er wieder ansteigend zum Streichkopf hinauf. Der Weg führt weiter nach Westen auf den markanten Felsriegel des Klobenjochs hinab. In flacherem Gelände kommen wir zu einer Weggabelung, unweit der ein markanter Steinmann (3 Std.) steht. Hier gehen wir südlich nach links weiter und sehen bald rechts oberhalb von uns das beeindruckende »Steinerne Tor«. Ohne geringste Orientierungsschwierigkeiten wandern wir über schöne Almböden zur Dafalzalm (3.45 Std., 1693 m) hinab, die sich für eine aussichtsreiche Rast hoch über dem Achensee geradezu aufdrängt. Kurz unterhalb der Alm weist uns ein Wegweiser nach links in Richtung Maurach. Bald führt der Weg in den Wald hinein, man überquert eine schöne Wiesenfläche und läuft danach, wieder im Wald, angenehm nach Südosten. Zuletzt stößt man auf eine Forststraße, der man nach links bergab folgt. Man geht vor einem Gatter auf einem unmarkierten, aberdeutlichen Fußweg nach rechts, der parallel zu einem Zaun ins Tal hinabführt, erreicht eine Teerstraße und kurz danach die Talstation der Rofanseilbahn (5 Std.). Zur Bushaltestelle an der Hauptstraße ist es nicht mehr weit.Alternative Wer am Sonntag noch etwas weiter wandern möchte, der wende sich an der Weggabelung mit Stein-mann vor dem Klobenjoch nach rechts. Von hier führt ein anderer Abstieg zunächst zum Kotalm-Hochleger und dann zum Kotalm-Niederleger. Bald dahinter zweigt man links vom Fahrweg ab, um zur Bushaltestelle am Achenseehof abzusteigen (zusätzlicher Zeitbedarf: etwa eine Stunde).Zweitagesvariante Wer nur Samstag und Sonntag Zeit hat, der kann die Bayreuther Hütte auslassen und am Samstag von der Rofanseilbahn aus direkt zur Erfurter Hütte wandern. Hierzu nimmt man von der Bergstation den beschilderten Weg zum Zirein-See und steigt hinter diesem an einer Gabelung geradeaus nach Westen über den Schafsteigsattel zur Rofanspitze auf (Trittsicherheit erforderlich). Weiter zur Erfurter Hütte wie oben beschrieben.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied2400 m
Dauer10.00 h
AusgangspunktKramsach (588 m) bzw. Münster (541 m) im Inntal.
EndpunktMaurach (975).
TourencharakterDie meisten Besucher des kleinen, aber sehr feinen Rofangebirges erwandern zumeist nur den Teil des Gebirges, der von der Erfurter Hütte aus zu erreichen ist. Das mag vielleicht daran liegen, dass direkt neben der Hütte die Bergstation der Rofanseilbahn liegt und man von dort aus in beispielsweise nicht einmal zwei Stunden auf den Gipfel des Hochiss, den höchsten Punkt des Rofan, steigen kann. Wer aber so schnell seinem Gipfelerfolg zustrebt, der bekommt natürlich nur einen kleinen Teil des Gebirges zu sehen.Umso schöner ist es meiner Meinung nach, sich ein wenig Zeit zu nehmen und das Rofan vom Inntal bis zum Achensee zu durchqueren. Egal, ob man am Freitag bequem von der Bergstation der Sonnwendjochbahn oder anstrengender aus dem Inntal zur Bayreuther Hütte aufgestiegen ist – einen besseren Ort für den Auftakt eines perfekten Bergwochenendes kann man sich kaum vorstellen. Obwohl die Bayreuther Hütte auf nicht einmal 1600 Meter Meereshöhe liegt, bietet sie eine einzigartige Aussicht auf das Inntal mit dem Wilden Kaiser im Osten und die Gletscherberge der Hohen Tauern und Zillertaler Alpen im Süden. Außerdem sind die beiden Pächter Anton Herrmann und Gabi Fischer, welche die Hütte erst 2007 übernommen haben, mit die nettesten und herzlichsten Hüttenleute, denen ich in meinen vielen Jahren in den Alpen begegnet bin.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte Nr. 6 »Rofan« 1:25000.
VerkehrsanbindungAnfahrt Da es sich um eine Gebirgsdurchquerung mit unterschiedlichem Ausgangs- und Endpunkt handelt, reist man am besten mit dem Zug an (aktuelle Verbindungen von Bahn und Bus: www.oebb.at). Variante A: Von München Hbf. zunächst bis Rosenheim und von dort mit der Regionalbahn 5115 bis Bahnhof Kramsach/Rattenberg, weiter mit Bus 4070 bis Haltestelle Kramsach, Abzweigung Mariatal und zur Talstation der Sonnwendjochbahn (Betriebszeiten: www.alpbacher-bergbahnen.at). Variante B: Von München bis nach Rosenheim und mit der Regionalbahn 5117 bis Bahnhof Brixlegg, von dort mit Bus 4111 nach Münster, Haltestelle Gemeindeamt. Rückreise: Von Haltestelle Achenseehof bzw. Maurach mit Bus 4081 nach Jenbach und dort mit dem Zug direkt zurück nach München. Alternative für Kfz-Benutzer: Über die Inntalautobahn bis Ausfahrt »Kramsach« und entweder zur Sonnwendjochbahn in Kramsach (Variante A) oder nach Münster (Variante B). Zurück zum Auto: Von Haltestelle Achenseehof bzw. Maurach mit Bus 4081 nach Wiesing und dort in Bus 4111 nach Kramsach umsteigen.
Unterkunft
Bayreuther Hütte (DAV, 1576 m), geöffnet von Pfingsten bis Mitte Oktober, Tel. 0043/6643/425103, Internet: www.alpenverein-bayreuth.de/index.php?id=huetten_1; Erfurter Hütte (DAV, 1834 m), geöffnet von Pfingsten bis Mitte Oktober, Tel. 0043/5243/5517, Internet: www.alpenverein-ettlingen.de/huette/.
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