Waldwanderung im Westharz

Vom Hübichenstein auf den Iberg

Vom Hübichenstein, einem der bekanntesten Felsen im Westharz, führt diese Waldwanderung über den buchengeschmückten Iberg, auf dem der Albertturm Rundschau ermöglicht und eine Führung durch die Iberger Tropfsteinhöhle einen aufregenden Einblick in die unterirdische Welt dieses ehemaligen Korallenriffs gewährt. (Autor: Chris Bergmann)
4 km
220 m
2.00 h
Der nach einem Zwergenkönig benannte Hübichenstein am Ausgangspunkt ist ein bis zu 40 m hoher Doppelfelsen am Westrand des Ibergs. Den Gipfel der ursprünglich höheren Felsnadel zerschoss marodierende Soldateska im Dreißigjährigen Krieg. Der seither niedrigere Felsturm ist geländergesichert auf einer Stufenanlage ersteigbar und bietet Aussicht auf die Buchenwälder des Ibergs, der ursprünglich ebenso ein Korallen- und Algenriff im Devonmeer war wie der weitgehend dem Kalksteinabbau zum Opfer gefallene Winterberg, dessen Steinbrüche ebenfalls in Sicht sind. Die Spitze des höheren Felsens trägt seit 1897 einen Bronzeadler zur Erinnerung an Kaiser Wilhelm I., das erste Oberhaupt des preußisch-deutschen Kaiserreichs. In der Nacht auf den 1. Mai ist der Hübichenstein Schauplatz eines folkloristischen Walpurgisspektakels, das neben ähnlichen Veranstaltungen in Thale und Schierke zu den größten »Hexenfesten« im Harz zählt.

Höhenweg längs des Innerstetals

Vom Parkplatz am Hübichenstein folgen wir der Straße wenige Meter rechts, dann leitet die Markierung »grüner Balken« im Wald aufwärts an der Neuen Winterberghöhle vorbei zur Wegekreuzung Spinne im Sattel zwischen Hasenberg und Iberg; hier lädt eine sonnige Sitzbank zur Rast. An der Spinne stoßen wir auf den Innerste-Rennstieg (nicht ausgeschildert), einen uralten, um 1350 erstmals schriftlich erwähnten Weg über die Höhen längs des Innerstetals. Diesem alten Weg folgt heute ein Forstweg (Markierung »rote Scheibe«), auf dem wir rechts in wenigen Minuten zur Wegespinne Schweinebraten hinabwandern; etwas oberhalb befindet sich eine schöne Rast- und Grillanlage. Zurück an der Wegespinne, folgen wir links einem Waldweg hinab zur Iberger Tropfsteinhöhle. Nach der Führung durch diese Höhle folgen wir dem »Böschestieg« steil im Wald hinauf zum Albertturm (555 m), einem 30 m hohen Aussichtsturm mit Gaststätte. Interessant ist hier auch eine Besichtigung der so genannten Gletschertöpfe, Vertiefungen im Gestein.

Vom Albertturm führt ein Waldweg durch den Westhang des Ibergs zur Neuen Winterberghöhle zurück, wo wir auf den bekannten Aufstiegsweg treffen. Ihm folgen wir hinab zum Hübichenstein.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied220 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Hübichenstein an der B 242 oberhalb von Bad Grund.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterLeichte Waldwanderung plus Tropfsteinhöhlenführung. 
Beste Jahreszeit
KartentippWandern im Westharz (Landesvermessungsamt Niedersachsen).
MarkierungenNamentliche Ausschilderung, grüner Balken, rote Scheibe.
VerkehrsanbindungB 242 Seesen – Clausthal-Zellerfeld.
GastronomieAlbertturm.
Tipps
Hauptattraktionen der Iberger Tropfsteinhöhle sind der »versteinerte Wasserfall« im Hübichsaal, über zwei Meter hohe Stalagmiten und durch Metalloxide verfärbte Sinterbildungen. Der Fund eines Steinbeils in der Nähe des Höhleneingangs deutet auf die prähistorische Anwesenheit von Menschen hin. Ab 1877 wurde die Höhle als Schauhöhle eingerichtet. Öffnungszeiten: April–Oktober jeweils Dienstag–Sonntag 9–16.30 Uhr; November, Februar und März jeweils Dienstag–Sonntag 10–15.30 Uhr; Dezember und Januar jeweils Donnerstag und Sonntag 10–15.50 Uhr. Tel. 05327/70 07 80.
Unterkunft
Als Moorheilbad verfügt die Bergstadt Bad Grund über ein reiches Angebot an Unterkünften.
Tourismusbüro
Bad Grund Touristik, Elisabethstraße 1, 37539 Bad Grund, Tel. 05327/70 07 10, Fax 05327/70 07 70, www.badgrund.de

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Chris Bergmann

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