Vom Glaubensberg zum Teufelsstein

Bequeme Küsten- und Waldwanderung, auf der steilen Passage am Glaubensberg nicht fahrradfähig. (Autor: Bernhard Pollmann)
13 km
120 m
3.00 h
Ausgangsort ist das Schlossdorf Pudagla im Hügelland zwischen Schmollensee und Achterwasser. Schon im frühen 14.Jh. hatten Prämonstratenser in dieser fruchtbaren Gegend ein Kloster gegründet, dessen Besitztümer sich nach der Reformation (1535) verschiedene Adelige zu sichern wussten. Das 1575 als Witwensitz für Herzogin Marie von Pommern auf dem Gelände des ehemaligen Klosters erbaute Schloss ist kaum von einem gewöhnlichen zweigeschossigen Wohnhaus zu unterscheiden, wäre nicht das Wappen über dem Hauptportal: Es steht in schöner Renaissancerahmung zwischen zwei »wilden Männern«.
Vom Parkplatz an der Bushaltestelle in Pudagla folgen wir der Durchgangsstraße wenige Meter ortseinwärts und zweigen rechts auf den Asphaltweg Zum Glaubensberg ab. Bald fällt der Blick hinüber zur Bockwindmühle auf dem Mühlenberg, vor dem Firmengelände am Ende des Asphaltwegs zweigen wir beim Naturpark-Schild links auf den Wiesenweg ab und erreichen die überdachte Sitzgruppe auf dem Gipfel des Glaubensbergs (39m). Hier bietet sich eine wunderbare Aussicht zum Achterwasser und zum Streckelsberg, über den Schmollensee hinweg auf die offene See und zu den Wäldern der Insel Wollin. Hinter der Sitzgruppe zweigen wir halb rechts auf den Pfad in den Wald hinauf ab. In üppiger Vegetation senkt er sich so steil abwärts, dass bei Nässe Vorsicht geboten ist. Unten mündet er am Rand von Wiesen bei einer weiteren überdachten Raststelle auf einen Weg, dem wir links in die Wälder des Schmalen Hals, der in den Schmollensee hinausgreifenden Landzunge, folgen (gelbe Markierung). Zwischen den Bäumen fällt der Blick hinaus auf den Schmollensee. Die gelbe Markierung führt an einer dritten Rastgruppe vorbei und erreicht schließlich im Wald vor der Teufelsbrücke genannten Spitze der Halbinsel einen weiteren Rastplatz. Nun leitet der Waldweg im Norduferbereich zurück nach Pudagla. Hinter den idyllisch gelegenen ersten Häusern führt ein Weg zu Sitzbänken am See, wenig später erreichen wir die an dieser Stelle äußerst gefährliche Hauptstraße, folgen ihr kurz rechts (auf der linken Straßenseite), gehen die erste (Schlossstraße) einen Meter links und zweigen nach rechts in die Reitbahn ab (Markierung »gelbes Dreieck«). Hinter den letzten Häusern führt der Weg durch die hügelige Feldflur, und wenn er links schwingt, rückt das noch ferne Achterwasser in Sicht. Schließlich mündet der Feld- auf einen Asphaltweg, dem wir halb rechts zur Badestelle am Waldrand am Achterwasser folgen; hier gibt es auch eine Grillstelle und einen kleinen Parkplatz.
Von der Grillstelle folgen wir der Küstenlinie, anfangs am Sandstrand, dann in den Wäldern am Kliff-Fuß des Konker Bergs. Draußen im Achterwasser ist hinter einer Schilfzone der Teufelsstein, ein großer Findling, sichtbar. Bei einer Bootsanlegestelle tritt der Weg aus dem Wald und trifft vor einer Wiese auf eine Verzweigung. Rechts kann man am Wohnschiff vorbei kilometerlang durch die traumhaft schöne Landschaft am Achterwasser weiterwandern nach Neppermin, wo Einkehr- und Bademöglichkeit besteht. An der Nepperminer Uferpromenade berichten Informationstafeln über den Ort, die Natur und die Fischerei.
Danach wandern wir auf demselben Weg zurück zur Verzweigung beim Wohnschiff, wenden uns landeinwärts und folgen der gelben Markierung an der ersten Verzweigung links (geradeaus geht es zur Bockwindmühle) hinauf durch die Felder. Oben fällt der Blick zurück aufs Achterwasser, während wir rechts die Bockwindmühle sehen. Nun mündet der Feld- auf einen Asphaltweg, er führt rechts zurück nach Pudagla. Dort gehen wir Am Sportplatz rechts hinauf und erreichen den Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied120 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz an der Bushaltestelle in Pudagla an der Verbindungsstraße zwischen B111 und B110, nächste Bahnhaltestelle ist der Haltepunkt Schmollensee, wo der Wanderweg »Rund um den Schmollensee« beginnt; er folgt anfangs der viel befahrenen Verbindungsstraße nach Pudagla.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Glaubensberg wartet mit einem der schönsten Usedom- Panoramen auf, während die Wanderung zur Badestelle beim Teufelsstein im Achterwasser durch eine idyllische Feld- und Waldlandschaft führt.
Beste Jahreszeit
KartentippRad- und Wanderkarte 1:30000 Heringsdorf/Ahlbeck/ Bansin (Verlag Grünes Herz) oder Kompass-Wander- und Radtourenkarte 1:50000 Blatt 1005 Usedom/Wollin (Kompass Kartenverlag) oder Wander- und Freizeitkarte Usedom 1:75000 (Nordland Verlag).
MarkierungenGelber Strich, gelbes Dreieck und namentliche Ausschilderung.
VerkehrsanbindungUsedomer Bäderbahn Stralsund – Wolgast – Ahlbeck. B111 Jarmen – Wolgast – Ahlbeck und zwischen Ückeritz und Bansin abzweigen nach Pudagla.
GastronomiePudagla.
Tipps
Bockwindmühle von Pudagla. Auf dem Mühlenberg von Pudagla steht weithin sichtbar eine mehr als 300 Jahre alte, voll funktionsfähige Bockwindmühle, d. h. eine Mühle, bei der das ganze Mühlengehäuse mitsamt Räderwerk und Mahlgang gedreht wird. Bereits auf einer schwedischen Matrikelkarte aus dem Jahr 1693 ist sie eingezeichnet. Bis 1810 herrschte Mahlzwang: Dieses zwangswirtschaftliche Bannrecht verbot allen Bewohnern der Umgebung, ihren Mahlbedarf in einer anderen als der Mühle in Pudagla verarbeiten zu lassen. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg fand der letzte Mahlgang in der alten Mühle statt, 1997 wurde das inzwischen verwahrloste Gebäude in einer ABM-Maßnahme restauriert und wieder voll funktionsfähig gemacht. Betreut wird die Bockwindmühle vom örtlichen Mühlenverein, der auch Führungen veranstaltet, an Aktionstagen wird Korn gemahlen und Brot gebacken. Bockwindmühlen sind relativ selten, da sie ab dem ausgehenden 18.Jh. von der technisch überlegenen Holländerwindmühle verdrängt wurden.
Tourismusbüro
Tourist-Information Seeheilbad Bansin, An der Seebrücke, 17429 Seebad Bansin, www.drei-kaiserbaeder.de
Mehr zum Thema