Vom Barmsee zu den Buckelwiesen

Diese Rundtour bietet all das, was sich unter bayerischer (Vor-) Alpenlandschaft subsumieren lässt: stille Bergseen, eine gewaltige Bergkulisse und traumhafte Almwiesen. Zudem weisen die Grünflächen im Dreieck zwischen Klais, Krün und Mittenwald eine topografische Besonderheit auf, die treffenderweise als Buckelwiesen bezeichnet werden. (Autor: Michael Pröttel)
12 km
150 m
3.00 h
Vom Bahnhof aus überquert man die Bundestrasse Garmisch – Mittenwald und sieht auf der anderen Seite ein Holzschild. »Barmsee – Grubsee«. Auf einem guten Fußweg geht es in den Wald hinein. Immer geradeaus wandernd geht es erst leicht bergan, dann flach über eine Wiesenfläche und schließlich leicht bergab hinunter zum Westende des Grubsees. Hier wendet sich der Weg nach links und verläuft kurz parallel zu einem Zaun. Man geht gerade im Wald bergauf und folgt einem breiten Fahrweg der sich nach Osten wendet. Dieser führt zu zwei Wegkreuzungen. Bei der zweiten geht man nach links zum Barmsee hinab. Indem man immer dem Ufer begleitenden Weg folgt, erreicht man bald eine wunderschöne Liegewiese von wo man eine traumhafte Aussicht auf den Barmsee mit den dahinterliegenden Karwendel hat. Im Sommer sollte man also Badezeug einpacken.

Der Weg führt nun vom See weg; nach ca. 200 m verlassen wir den breiten Fahrweg indem wir nach rechts dem Schild »Barmseerundweg – Krün« folgen. Nun geht es ein längeres Stück durch einen Fichtenwald. Wir kommen an einem Haus und einer Lichtung vorbei. Schließlich führt der Weg aus dem Wald heraus und wir treffen auf eine Weggabelung. Hier wendet man sich nach rechts, überquert einen Bach und wendet sich gleich wieder scharf nach rechts Schild »Fußweg Ortsteil Barmsee«. Parallel zum Schilfgebiet geht es nun nach Süden, bis wir auf die Hauptstraße treffen. Diese überqueren wir links des gegenüberliegenden Wäldchens. Wir stehen nun am Rand einer Wiese, wodurch sich zwei Alternativen ergeben: Sind die Wiese gemäht gehen wir halblinks den Wiesenhang hinauf, bis wir auf der anderen Seite auf einen Fahrweg und dort auf einen Holzwegweiser treffen.

Ist die Wiese nicht gemäht, müssen wir ein kurzes Stück nach links der Hauptstraße, sowie einer Abfahrt von dieser folgen. Hier beginnt in einer Kurve ein Fahrweg der uns nach rechts leicht ansteigend zu oben erwähnten Wegweiser führt. Bei diesem folgen wir der Beschilderung »Kapelle, Hochstraße, Tonihof« und wandern zu der sehr schön gelegenen Kapelle hinauf. Kurz dahinter stoßen wir auf die sogenannte »Hochstraße« und folgen dieser nach rechts. Der nächste etwa halbstündige Wegabschnitt ist zwar leider geteert, dafür öffnet sich von nun an ein wunderschönes Panorama mit lieblichen Almflächen im Vorder- und gewaltigen Gebirgsketten von Wetterstein und Karwendel im Hintergrund. Wir kommen an zwei schön gelegenen Höfen vorbei und sehen halbrechts schon den, am südlichsten gelegenen Tonihof. Ca. 100 m bevor wir rechts zum Tonihof abbiegen, zweigt nach rechts ein Wirtschaftsweg mit grünem Schild »Klais« ab. Diesen Abzweiger müssen wir uns für den Rückweg merken. Wir gehen aber zuerst noch zum Tonihof und von hier zur benachbarten Kapelle weiter. Denn unweit von der Kapelle hat man einen wunderschönen Blick auf die um uns herum liegenden Buckelwiesen und das dahinter aufragenden Gipfel von Wörner, Tiefkarspitze und Westlicher Karwendelspitze.

Wie es nun weiter geht hängt wieder von der Jahreszeit ab: Sind die Wiesen nicht gemäht, geht man zurück zu erwähntem grünen Schild und folgt diesem talwärts bis man auf einen breiteren Fahrweg stößt. Hier wendet man sich nach links und folgt diesem bis man die Bahnlinie erreicht. Ist die Wiese gemäht, geht man von der Kapelle aus auf eine freistehende Fichte zu und in gleicher südwestlichen Richtung weiter einen Wiesenhang hinab, bis man auf die Gabelung eines Fahrweges (direkt neben einer großen Scheune) stößt. Hier nehmen wir in Richtung Norden schauend den linken Weg und wandern an Scheunen vorbei leicht bergab.

Bald stoßen wir auch auf den breiten Fahrweg, wenden uns nach links und befinden uns ebenfalls an den Bahngleisen. Diese überquert man, geht halbrechts bergab und überquert die Autostraße. Auf der anderen Seite beginnt ein weiterer Fahrweg (Schild »Fußweg nach Klais«) der uns entlang weiterer Buckelwiesen zu einem Tälchen und durch dieses hindurch führt. Wir erreichen einen kurz vor einem Bach gelegenen Waldrand und wenden uns hier dem Schild »Römerweg« folgend nach rechts vom Hauptweg ab. Das letzte Teilstück unserer Rundtour verläuft nun auf der alten Vita Raetia. Noch heute kann man hier die Radspuren bestaunen, die sich tief in die in den Fels geschlagene Straße eingegraben haben.

Wir treten aus dem Wald heraus und folgen weiter dem Bach um kurz darauf wieder einen historisch bedeutsamen Ort zu streifen. Eine Infotafel weist auf eine Ausgrabung des mittelalterlichen Klaiser Kloster hin. Schließlich stoßen wir auf die Hauptstraße und folgen dieser nach links bis zum Bahnhof.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied150 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkmöglichkeit kurz vor Klais hinter der Sunoil-Tankstelle.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterLandschaftlich einmalige Rundtour auf guten Wegen. Ein halbstündiger Wegabschnitt verläuft entlang einer Teerstraße. An zwei Stellen ist etwas Orientierungssinn hilfreich.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land«, 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt.
MarkierungenHolzwegweiser.
VerkehrsanbindungMit dem Auto über die A 95 nach Garmisch. Von hier weiter auf der B 2 Richtung Mittenwald bis Klais. Kurz vor dem Ort links hinter der Sunoil-Tankstelle parken. Mit dem Zug: Von München über Garmisch-Partenkirchen direkt nach Klais.
Tipps
Die Buckelwiesen: Ursprünglich bedeckten unzählige Grashügel das gesamte, zwischen Mittenwald und Krün gelegene Almgebiet. Um sie landwirtschaftlich nutzbar zu machen, wurden aber große Teile planiert. Zum Glück stehen die verbleibenden Buckelwiesen heute unter Schutz. Ihre Entstehung ist eng mit den geomorphologischen Prozessen gegen Ende der Eiszeit verknüpft. Das vom Eis befreite Gelände unterlag einem Klima, wie es heute zum Beispiel auf Spitzbergen vorherrschend ist. Dort konnten Geografen beobachten, wie der häufige Wechsel von Auftauen und Gefrieren des Erdreiches zu so genannten Frostmusterböden führte. Durch die Volumenzunahme des im Boden gebundenen Wassers beim Gefrieren wird der Boden zusammengedrückt und nach oben gewölbt. Diese noch recht flachen Wölbungen werden durch das nun netzartig abfließende Schmelzwasser zu stärker ausgeprägten Hügeln herausgearbeitet. Auf den zuerst mit Flechten und Moosen bewachsenen Hügeln konnte sich mit der nacheiszeitlichen Erwärmung der Wald (zuerst Spirke, dann Birke und schließlich Bergmischwaldgesellschaften) ausbreiten. Nach umfangreichen Rodungen und Beweidungen durch den Menschen wurden Steppenpflanzen aus alpinen Regionen (eiszeitliche Reliktflora) auf den Buckelwiesen heimisch. Dies erklärt die artenreiche Pflanzenzusammensetzung der Buckelwiesen, von denen die meisten Arten unter Naturschutz stehen. Unter anderem wachsen hier Mehlprimeln, Stengelloser Enzian, Habichtskraut und Berghahnenfuß.
Unterkunft
Maierhof, Seilerhof sowie Pensionen in Klais.

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