Villanderer Waalweg

Einfache Wanderung auf Forstwegen und gut ausgebauten Almpfaden, etwa 350 m Höhenunterschied; Orientierung einfach, da die Wanderrouten bestens markiert sind.
Samberger Hof – Villanderer Waalweg – Villanderer Alm – Moar in Plaun – Rinderplatzalm – Villanderer Alm – alter Waalweg – Samberger Hof (Autor: Peter Mertz)
11 km
570 m
3.00 h
Zum Villanderer Waal.
Nur 400 Meter hangaufwärts kreuzt die Almstraße den Villanderer Waal, der vom Plateau der Villanderer Alm das Wasser auf die Trockenhänge ableitet. Dort fließt der Waal als Bach zu Tal und hat früher einige Mühlen betrieben. Damals führte er auch mehr Wasser ab, das er rund um die Villanderer Alm am Beginn des Almplateaus eingekehrt hat. Der drei Kilometer lange Waal ist heute der letzte der Bewässerungskanäle des Eisacktals, die noch intakt geblieben sind. Wir folgen nach rechts dem durch Fichtenhochwälder führenden Rodelweg zur Gasserhütte und hören bereits das leise Gurgeln am linken Wegrand des munter dahinfließenden Waals. Bald unterquert der Waal den teilweise etwas steilen Forstweg und läuft nun am rechten Wegrand. Wir können querfeldein dem Gerinne folgen, kommen an einer Jagdhütte vorbei und erreichen den Ostrand des Almplateaus etwa auf der Höhe der Gasserhütte (1744 m). Den Quellbach des Waals werden wir heute vergeblich suchen, denn man hat neben der Gasserhütte ein riesiges Trinkwasserreservoir geschaffen, das unter anderem das Wasser des Moarbachs aufnimmt. Früher speiste der Zargenbach den Waal und leitete das Wasser über drei Kilometer in einem künstlichen Bett dem Mühlenbach zu. Deshalb war auch der Name »Mühlwaal« gebräuchlich. Noch früher teilte sich beim Radlhof der Waal und leitete einen Teil seines Wassers quer durch den Hang nordwärts ins Thinnetal, um dort die Pfunderer Bergwerke mit Wasser zu versorgen. Dieser Seitenarm war ebenfalls drei Kilometer lang, aber wurde schon längst aufgelassen.
Übers Almplateau.
Wir können von der Gasserhütte noch eine kleine Wanderrunde anschließen, die zu den »Sieben Quellen« führt. Dazu steigen wir in etwa 20 Minuten auf einem Wanderweg, der zuerst mit Holzbohlen durch ein Latschenhochmoor führt und dann in eine Forststraße mündet, zum Almgasthaus Moar in Plaun (1865 m) auf. Dahinter entspringt im Gebiet von »Sieben Quellen« der Bach, der neben der Gasserhütte in den Bewässerungsteich mündet und früher den Waal gespeist hat. Wir gehen ein wenig zurück und zweigen beim Wegweiser »Rinderplatzalm« nach links auf einen Forstweg ab, der uns in 20 Minuten am Rand des Almplateaus mit Blick auf das Thinnebachtal abwärts zur Jausenstation bringt. Quer über das Plateau kehren wir zur Villanderer Alm zurück und beginnen mit dem Abstieg.
Entlang des historischen Waals.
Etwa 300 Meter nach der Alm zweigt nach links der Weg Nr. 22 blau ab, der dem historischen Villanderer Waal folgt und heute als Seniorensteig bezeichnet wird. Der bequeme Weg lässt noch ein wenig vom Waal erkennen, ab und zu zeigt der hangseitige Wegrand eine leichte Einkerbung eines Bachlaufes. Querwege lassen wir unbeachtet und folgen dem Pfad, bis dieser nach etwa 35 Minuten steil abwärts führt. Wir treffen auf den Weg Nr. 21, der uns nach rechts entlang eines Forstwegs zum Samberger Hof zurückbringt.

Motto: Weinwandern; Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied570 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSambergerhof (1530 m), etwa 4 km oberhalb von Villanders
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Hochplateau der Villanderer Almen ist eine der breitesten und tiefsten Einsattelungen des Sarntaler Ostkamms zwischen Sterzing und Bozen. Es setzt sich aus einem bunten Mosaik aus Almen, Hochmooren, kleinen Bergwäldern und blumenreichen Bergwiesen zusammen und gilt als eines der beliebtesten Wandergebiete an den Westhängen des Eisacktals. Wir fahren von Klausen kommend durch die mit Weinterrassen durchzogenen Hänge und kommen nach sechs Kilometern in das kleine Dörfchen Villanders, das ähnlich wie Feldthurns oder Barbian in sonniger Lage hoch über dem Eisacktal liegt. Weithin sichtbar empfängt uns der malerische, viel gerühmte Dorfkern mit der alles überragenden Pfarrkirche St. Stephan. Insider kommen vor allem wegen des uralten Gasthofs »Steinbock« mit seiner alten, vollständig getäfelten Gaststube. Unzählige Wanderwege führen von der Streusiedlung zum ausgedehnten Plateau der Villanderer Almen. Um zum Ausgangspunkt unserer Rundwanderung zu gelangen, fahren wir noch vier Kilometer entlang der schmalen Asphaltstraße zum Sambergerhof hinauf (1530 m). Dieses Drei-Sterne-Wellnesshotel bezeichnet sich mit Recht als Panoramahotel, denn es bietet eine für ganz Südtirol unvergleichliche Aussicht auf die gesamte Dolomitenkette mit Schlern, Langkofel und Sellagruppe.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 1 (Bozen–Meran); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 56 (Brixen)
VerkehrsanbindungVon der Brennerautobahn A 22 (Ausfahrt Klausen) auf der Brennerstaatsstraße SS 12 bis an den Südrand von Klausen, hier auf die Auffahrt nach Villanders Regelmäßige Busverbindungen von Klausen nach Villanders und bis zur Villanderer Alm
GastronomiePanorama Hotel Sambergerhof (www.sambergerhof.com), Villanderer Alm, Moar in Plaun, Rinderplatzalm
Tipps
Variante. Zum Totensee Von »Sieben Quellen« können wir auf dem Forstweg zum Kamm des Totenrückens mit der Totenkapelle aufsteigen (2186 m). Ganz in der Nähe befindet sich der versteckt liegende urweltliche Totensee. Woher der Name »Toten« oder »Am Toten« kommt, ist nicht gänzlich geklärt. Eine Sage führt den Namen auf das Wüten der Pest im Eisacktal zurück. Das Kirchlein soll zum Gedenken an einen Jungen errichtet worden sein, der auf seiner Flucht vor der Seuche hier am Joch starb.
Informationen
Dauer: Samberger Hof – Waalweg 10 Min. – Villanderer Alm 45 Min. – Moar in Plaun 25 Min. – Rinderplatzalm 35 Min. – Villanderer Alm 20 Min. – auf altem Waalweg zum Samberger Hof 1 Std.; Gesamtgehzeit 3.15 Std.
Tourismusbüro
Tourismusverein Villanders, St. Stefan 120, I–39040 Villanders, Tel.: 0472/843121, www.villanders.dindi.com, info@villanders.info

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