Vier 2000er um die Vennspitze, 2390 m

Aussichtsreiche Rundtour mit vielen interessanten Höhepunkten - Überwiegend markierte Bergwege. Besondere Schwierigkeiten gibt es nicht, doch sollte man nur bei klarem Wetter aufbrechen, weil die Route streckenweise nicht ganz einfach zu sehen ist. (Autor: Siegfried Garnweidner)
10 km
1040 m
5.00 h
Abseits vom Brenner In der Nähe von Brennerautobahn und Bundesstraße geht es nicht gerade leise zu. Viele Bergsteiger und Wanderer denken deshalb gar nicht daran, dort überhaupt anzuhalten und sich die Berge aus der Nähe anzuschauen. Dabei muss man gar nicht weit in die Seitentäler hinein und schon findet man sich in stiller Abgeschiedenheit und wahrer Idylle wieder. Das Valsertal ist so ein Paradies. Wer dann noch die Fahrt auf der relativ schmalen Straße zum Padauner Sattel hinauf auf sich nimmt, bekommt zur Ruhe auch noch eine relativ stattliche Ausgangshöhe präsentiert und muss auf die schönen Wandergipfel der Umgebung nicht mehr gar so weit aufsteigen. Das Valsertal Wenn man bei Stafflach nach Osten das Wipptal verlässt, kommt man erst einmal nach St. Jodok, wo die Brennereisenbahn in einer weit ausholenden Kehre an Höhe gewinnt. Das Schmirntal und das Valsertal trennen sich dort. Das kaum bekannte Valsertal steigt gegen Osten an. Der Name des Tals lässt auf die rätische Herkunft der Bauern schließen, die als Erste dort ihre Almen angelegt haben (Tal heißt auf Rätisch Vallis). Wegen seiner Lage war es schon immer von Naturgewalten bedroht. Gewaltige Lawinen, Muren und Bergstürze ließen die Bevölkerung nie zur Ruhe kommen. Am Talschluss wurde die Eben, ein geschätzter Siedlungsbereich, durch einen verheerenden Gletscherbruch verwüstet. Immer wieder sind Bauernhöfe solchen Naturkatastrophen zum Opfer gefallen. Der Riese Es hat tatsächlich einen Übermenschen in dieser Gegend gegeben. Er ist im Alberhof in Vals aufgewachsen. Sein Name war Gallus Gogl. Er muss enorme Körpermaße und gewaltige Kräfte besessen haben, sonst hätte er niemals den mächtigen Dengelstein über das ganze Tal herübertragen können, der heute vor dem Zuhäusl des Oberhofs liegt. Man sagt dem Gallus aber noch ganz andere Gewalttaten nach. Er soll bei Kämpfen im Engadin und im Prättigau einen gefürchteten Schweizer Riesen erschlagen und die gigantische Eisentür einer Schweizer Militäranlage ausgehängt haben, obwohl sie mit vielen Riegeln fest verschlossen war. So konnte er dem Feind auf den Leib rücken. Wie er das dann im Detail gemacht hat, ist gottlob nicht überliefert. Das Bergziel Die Vennspitze hat sich als recht einfacher und schneesicherer Skitourengipfel längst einen Namen gemacht. Im Sommer kommen zwar viel weniger Menschen herauf, aber einsam ist sie nicht mehr. Während landschaftliche Glanzlichter an diesem Gipfel kaum zu finden sind, ändert sich das beim Übergang zum Roßgrubenkofel. Und wer sich die Mühe macht, zum Geierschnabel weiterzugehen, wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Besonders interessant fällt die weite Rundschau von den Gipfelhöhen aus, in der die markanten Fels- und Eisgipfel um den Olperer dominieren. Vom Steckholzer zur Vennspitze Vom vorderen Parkplatz am Padauner Sattel auf einem bezeichneten Wanderweg nach Süden durch Lärchenwald, bis dieser nach etwa 5 Min. ein Sträßchen quert. Anschließend wird es steiler und im Mischwald ist noch einmal ein Fahrweg zu queren. Neben dem Padauner Bach führt das Weglein durch den immer lichter werdenden Mischwald dahin, bis es in einen grünen Weidegrund mündet. Anschließend geht es in geringer Steigung über eine weite Lichtung und auf der linken Seite der freien Fläche bergwärts. Der Hang schwingt sich deutlich auf und der Pfad holt links aus, um sich im Buschwerk gegen Osten hinaufzuschlängeln. Dort geht es ziemlich stramm bergauf und zu einem breiten, freien Rücken. Auf ihm ein Stück weiter, dann über einen schmalen Bachlauf, an ein paar markanten Felsengebilden knapp links vorbei und wieder über einen wenig ausgeprägten Höhenzug nach Südosten weiter. Über diesen behäbig wirkenden Rücken steigt die markierte Route nach Südosten an. Der Rücken verliert sich im freien Gelände und der Weg führt durch eine Mulde dem Westgrat der Vennspitze entgegen. Dort dreht die Spur links ab und führt neben dem Weidezaun zum Kreuz der Vennspitze hinauf. Auf Gratwanderung Wer nicht über den Aufstiegsweg absteigen will, geht von der Vennspitze rund 20 Höhenmeter gegen Osten bergab und dann anfangs auf der rechten, später der linken Gratseite zum Roßgrubenkofel weiter. Vom zweiten Gipfelziel auf Trittspuren gegen Osten abwärts und in wenigen Minuten zum Silleskogel hinauf. Über ihn hinweg, etwas links halten und am Gratrücken zum Geierschnabel, wo ein Felsenzacken aufragt, der – vor der markanten Kulisse des Olperers – tatsächlich wie ein Geier mit einem scharfen Schnabel aussieht. Irgendwie schaut dieses filigrane Felsenwesen aber nicht sehr solide und dauerhaft aus. Es sollte sich also niemand wundern, wenn es durch Witterungseinflüsse eines Tages zerstört und in dieser Form nicht mehr erhalten sein wird. Durch die Roßgruben hinunter Man kann nun durch die Roßgruben gegen Norden absteigen oder weitgehend weglos über den mit Alpenrosen bewachsenen, zwischendurch felsigen Grat gegen Norden hinab, der kurz vor dem Silleskogel links abdreht. Eine Trittspur führt in den weiten Talgrund und nach Norden hinaus, bis in einer weiten Almwiese ein Brunnen, ein Wegkreuz und eine Hütte erreicht werden. Dort links abbiegen und auf einem schlechten Weg gegen Westen zur Trasse eines Fahrwegs hinauf. Auf ihr gering ansteigend dahin, um eine Geländekante und dann auf gutem Fahrweg in Kehren talwärts, bis die Aufstiegsroute erreicht ist. Am Anstiegsweg geht es zum Ausgangspunkt zurück.

Dauer - ges. 5 Std.; Padauner Sattel – Vennspitze 21/4 Std., Vennspitze – Roßgrubenkofel 1/4 Std., Roßgrubenkofel – Silleskogel 20 Min., Silleskogel – Geierschnabel 10 Min., Geierschnabel – Wegkreuz über Sillalm 1 Std., Wegkreuz über Sillalm – Padauner Sattel 1 Std. Höhenunterschied: ?? 1040 m Padauner Sattel – Vennspitze ? 810 m, Vennspitze – Roßgrubenkofel ? 20 m ? 80 m, Roßgrubenkofel – Wegkreuz über Sillalm ? 750 m, Wegkreuz über Sillalm – Klausenwald ? 150 m, Klausenwald – Padauner Sattel ? 270 m

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1040 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortPadauner Sattel über St. Jodok am Brenner, 1579 m
AusgangspunktPadauner Sattel über St. Jodok am Brenner, 1579 m
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte, 1 - 50000, Blatt 31/3 (Brennerberge), oder Wanderkarte Freytag & Berndt, 1:50000, Blatt 241 (Innsbruck– Stubai–Sellrain–Brenner)
VerkehrsanbindungAus dem Wipptal von Matrei am Brenner nach St. Jodok und aus dem Valsertal auf der Padauner Straße zum Padauner Sattel; keine öffentlichen Verkehrsmittel
GastronomieGasthaus Steckholzer am Ausgangspunkt
Tipps
Mit Kindern Unterwegs Diese Tour eignet sich hervorragend für Kinder ab ca. dreizehn Jahren. Und wenn es den Kleinen doch ein wenig zu anstrengend wird, kehrt man einfach auf der Vennspitze um und steigt entlang der Aufstiegsroute ab. Eine deutlich kürzere Rundtourenvariante verläuft von der Vennspitze zum Padauner Berg, 2230m, hinüber, gegen Norden zur Aufstiegsroute hinab und zum Steckholzer zurück. GASTHAUS STECKHOLZER Als besonderes Schmankerl sollte sich der müde Bergwanderer nach der Tour die zünftige Einkehr im rustikalen Bergwirtshaus Steckholzer, gleich unter dem Ausgangspunkt am Padauner Sattel, noch gönnen.
Höchster Punkt
Vennspitze, 2390 m, Roßgrubenkofel, 2450 m, Silleskogel, 2418 m, und Geierschnabel, 2261 m
Unterkunft
Gasthaus Steckholzer am Ausgangspunkt
Tourismusbüro
Tourismusverband St. Jodok am Brenner, Tel.: 0043/(0)5279/5204; Internet: www.tirol.at/wipptal
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