Unbekannter Gipfel überm Samerberg

Auf das Feichteck Technisch eine leichte Bergtour mit viel Schatten auf Wanderwegen und Bergpfaden. Die Kondition muss jedoch für 700 Höhenmeter ausreichen. (Autor: Lisa Bahnmüller)
9 km
700 m
3.00 h
Bekannter als das Feichteck ist die vielbesuchte und durch eine Bergbahn bequem erreichbare Hochries. Zum großen Glück für unseren Gipfel – liegt er doch nur 50 m tiefer und verschwindet fast unauffällig in der Bergkette über dem Samerberg. Hier teilen wir uns den Weg nur mit ein paar anderen Hochries-Abtrünnigen und haben so das Glück, eine viel ruhigere und demzufolge unberührte Bergidylle erleben zu dürfen. Die Gipfelaussicht ist wunderschön, die Einkehrmöglichkeiten zahlreich und die Chancen, zumindest aus der Ferne ein paar Rehe oder Gämsen zu sehen, sind auch nicht schlecht. Wegverlauf - Wir beginnen unsere Wanderung an der Straße vom Duftbräu nach Grainbach. Etwa 350 m nach dem kleinen Stausee biegen wir scharf rechts in die schmale Fahrstraße und folgen dem Schild »Feichteck«. Bis zum großen Wanderparkplatz müssen wir noch auf den Verkehr der vielen Ausflügler achten. Am hinteren Ende des Parkplatzes ist es jedoch vorbei und wir wandern auf dem ruhigen Almweg Richtung »Feichteck/Wagneralm«. Bis zur privaten Stieglalm geht es nun schon aufwärts. Hier verzweigt sich der Weg. Wir gehen nach links zur nächsten Weggabelung und wählen dann geradeaus den mittleren, kleineren Bergpfad. Durch den Wald und über eine Almwiese stehen wir bald auf der Terrasse der Wagneralm. Von hier haben wir einen schönen Blick auf den Heuberg und das Inntal vor Rosenheim mit Raubling und Bad Aibling. An klaren Tagen kann man mit bloßen Augen den Olympiaturm in München ausmachen. Hinter der Alm führt für uns der breite Weg nur noch kurz weiter. Wir biegen nach wenigen Metern links (Schild »Feichteck«) in den schmalen und vor allem steilen Wiesenpfad. Zum Glück kommen wir nach der sonnigen Almwiese gleich in den schattigen Wald. Sobald wir den Spitzstein vor uns sehen, haben wir das steilste Stück hinter uns. Jetzt wandern wir links am Rand der Wiesen der Feichteckalmen entlang, die jedoch erst später vor unseren Augen auftauchen. Nun geht es am Grat entlang zu einem letzten steilen Aufstieg und gleich darauf stehen wir auf 1514 m unter dem Gipfelkreuz des Feichtecks. Der Rückweg führt auf der anderen Seite des Berges hinunter zum Pölcheralmsattel, wo wir für ein kurzes Stück der Almstraße nach links folgen. Nach dem Viehgatter geht es links abwärts auf dem teilweise betonierten alten Almweg. In einer großen Linkskurve verlassen wir die Straße nach rechts und folgen dem Schild »Doagl/Spatenau« in den Fußweg. Nur 100 m später stoßen wir erneut auf einen Almweg, auf dem wir diesmal rechts weiterwandern. Ein großer Rechtsbogen bringt uns zu einem schönen Feldkreuz, dort steigen wir direkt zur Doaglalm hinab. Hier kann man gemütlich einkehren und ausgiebig Brotzeit machen. Der kürzeste Weg ins Tal führt zunächst über das Feldkreuz und dann dem Schild »Duftbräu« nach auf eine Forststraße. Sie endet an dem von 15.9. bis 15.5. gesperrten Wildgatter. Im Sommer wandern wir rechts durch das Wildgatter hindurch und auf einem ausgewaschenen Weg weiter abwärts, bis wir abermals durch ein Tor auf die bekannte Straße unseres Hinwegs treffen. Wenige Meter nach rechts sind wir wieder an den Parkplätzen. Wissenswertes: Zum großen Leidwesen der Besitzer ist die Doaglalm in vielen Karten als Spatenaualm eingetragen. Spatenau heißt zwar das Gebiet, in dem die Doaglalm liegt, aber eine Spatenaualm gibt es überhaupt nicht. In den letzten Jahren hat sich die Doaglalm zu einem Berggasthaus entwickelt. Besonders beliebt ist sie bei jungen Familien, denn es gibt einen Kinderwagengerechten einstündigen Aufstiegsweg vom Parkplatz Spatenau aus. Der Name »Doag« bedeutet im Bayerischen eigentlich Teig. Wie man meinen könnte, stammt er jedoch nicht von den außerordentlich leckeren Kuchenspezialitäten, die es auf der Alm gibt (auch vom Kaiserschmarrn und den Schmalznudeln könnte man süchtig werden), sondern kommt von »Daigilo«. Das ist der Nachname eines Mannes, der im 17. Jh. nach dem Dreißigjährigen Krieg aus Böhmen hierher eingewandert ist und eine aufgegebene Hofstelle neu besiedelt hat. Sein Name hat sich als Hofname (»Doaglhof«) und als Almname (»Doaglalm«) bis heute erhalten. Hinweis: Bewusst haben wir den großen Wanderparkplatz bei Gammern nicht als Startpunkt vorgesehen. Denn vom 15.9. bis zum 15.5. ist der Rückweg ab der Doaglalm durch das große Wildgatter gesperrt. Hier wird über den Winter Wild zusammengetrieben, um Verbiss im Wald vorzubeugen. Der Alternativweg ist nur eine knappe Viertelstunde länger und führt von der Doaglalm auf der Fahrstraße talwärts. Die große Schleife lässt sich abkürzen und wir wandern nur ein Stück auf der Autostraße bis zu unserem Parkplatz zurück. Bis zum Gammern-Parkplatz wäre es ein viel größerer Umweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied700 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStraße vom Duftbräu Richtung Grainbach, kurz nach dem Gasthof Duftbräu.
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 10, Chiemsee-Simsee 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Über die Salzburger Autobahn auf die Inntalautobahn A 93, Ausfahrt Nußdorf. Durch Nußdorf weiter Richtung Neubeuern, 500 m nach dem Nußdorfer Ortsschild rechts zum Samerberg. Über Rossholzen nach Eßbaum, dort rechts weiter über Ried im Winkel zum Gasthaus Duftbräu, am Gasthof und dem kleinen See vorbei, dann am Rand der Straße parken. Bahn Von München nach Rosenheim, von dort mit dem Bus weiter.
GastronomieUnterwegs gibt es die Qual der Wahl zwischen n Wagneralm und n Gasthaus Doaglalm/ Spatenau (in den Wintermonaten nur am Wochenende geöffnet), am Ende der Tour erwartet uns der n Berggasthof Duftbräu
Tipps
Vom Gipfelkreuz des Feichtecks sehen wir über den tiefen Graben des Trockenbaches im Osten den Klausenberg mit der Klausenhütte, dahinter den Geiglstein und das Fellhorn. Rechts davon liegt zunächst der Spitzstein und dahinter die Felswände des Tiroler Kaisergebirges. Im Norden blicken wir auf den Samerberg mit seinen verstreuten Dörfern und Weilern und die Ebene um Rosenheim mit dem Simssee. Der angrenzende Buckel ist die vielbegangene Hochries, deren Gipfel nur noch durch den Pöcher-Almsattel von uns getrennt ist.
Tourismusbüro
Verkehrsverein Samerberg, Tel. 08032/8606

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