Über die Hochplatte

Lange Hochgebirgstour auf schmalen Steigen und in weglosem Gelände, die nur bei stabilem Wetter unternommen werden sollte. Der beschriebene Anstieg zum kreuzgeschmückten Ostgipfel führt im oberen Abschnitt durch unübersichtliches Karstgelände und über einen schmalen, aber gut gesicherten Felsgrat und kann von geübten Bergsteigern bei guter Sicht problemlos begangen werden. Die Überschreitung vom Ostgipfel zum »Fensterl« und der Abstieg in das Gumpenkar ist die anspruchsvollste Tour in diesem Band und bleibt dem absolut trittsicheren und schwindelfreien Bergsteiger vorbehalten. (Autor: Bernhard Irlinger)
Von der Kenzenhütte (1294m) folgen wir der Forststraße aufwärts und biegen kurz nach einer Linkskurve rechts auf einen Bergsteig (Wegweiser Hochplatte), der sich nach wenigen Metern gabelt. Von rechts wird uns der Rückweg zur Kenzenhütte zurückbringen. Wir folgen jetzt aber dem wurzeligen Weg, der links durch den Wald ansteigt (Wegweiser Kessel, Hochplatte).
Der Steig wendet sich bald nach rechts und führt uns durch den Wald um die westlichen Ausläufer des Vorderscheinbergs herum zur Hirtenhütte. Über sanfte Almböden geht es anschließend aufwärts zur Schuttreiße, die von den Wänden des Lösertalkopfs herabzieht. Wir orientieren uns am rechten Rand des Schuttstroms und erreichen eine Wegkreuzung, an der wir uns rechts halten (Wegweiser Hochplatte). Der Weg zieht jetzt am linken Rand eines Tales bergan zu einem Sattel. Rechts liegt der »Schlössl« genannte Felskopf, durch dessen Südhang wir zu einem feuchten, schuttgefüllten Graben queren. In ihm kurz aufwärts und dann rechts haltend zu einer Weggabelung. Wir biegen auf den rechten Weg ein (Wegweiser Hochplatte) und wandern auf deutlichem Steig rechts am Schlössl vorbei durch verkarstetes Gelände aufwärts zu einer Wegkreuzung auf einem Wiesensattel.
Der nun weglose, aber gut markierte Anstieg führt uns rechts (Wegweiser Hochplatte) über latschenbewachsene Karstfelsen zunehmend steiler bergan. Wir erreichen einen flachen Kamm, dem wir kurz nach links folgen. Jetzt links des Kammes aufwärts und bald über einen schmalen, mit gutem Seilgeländer gesicherten Felsgrat. Anschließend folgen wir dem deutlichen Weg über den nun harmlosen Ostrücken bis zum Kreuz auf dem Ostgipfel der Hochplatte (2079m), von dem sich eine umfassende Rundumsicht bietet. Vor uns liegt der schmale Gipfelgrat der Hochplatte. Bei einem Schlechtwettereinbruch oder bei leisestem Zweifel am eigenen bergsteigerischen Können sollte man von hier über den Anstiegsweg zur Kenzenhütte zurückkehren.
Mit der nötigen Erfahrung folgt man dem schmal geschnittenen Grat nach Westen. Teils direkt auf der ausgesetzten Felsschneide, teils rechts unterhalb turnen wir zum höchsten Punkt der Hochplatte (2082m) hinüber. Anschließend steigen wir am Kamm kurz abwärts, ehe uns ein schwieriger Gratabschnitt zum Ausweichen nach links zwingt. An Stahlseilen gehen wir über schmale Felsbänder, bis wir wieder zum Grat hinaufklettern können. Noch einmal geht es nun am ausgesetzten Felskamm hinüber zum Westgipfel der Hochplatte, an dem die Schwierigkeiten enden. Ohne Probleme folgen wir den Steigspuren, die uns am Südwestrücken entlang zur tief eingeschnittenen Scharte am »Fensterl« (1916m) hinabführen. Sollte im Frühsommer der Abstieg durchs Fensterl noch schneebedeckt sein, folgt man von hier besser dem Kamm zur Krähe (2010m) hinauf. Von dort kann man zum nahen Gabelschrofensattel und weiter in das Gumpenkar absteigen.
Wir halten uns jedoch am Fensterl rechts (Wegweiser Maximiliansweg, E4) und steigen durch das obere der beiden Felstore. Über glatte, teils unangenehm feuchte Felsplatten queren wir entlang hilfreicher Stahlseile ein Stück nach rechts, bis wir geradeaus ein Stück absteigen können. Ein schmaler, besserer Steig bringt uns anschließend links zur Schuttreiße, die wir in Falllinie des Fensterls erreichen. Nun über den Schutt abwärts zu einer Weggabelung und rechts (Wegweiser Kenzenhütte) hinab zum Weg, der durch das Gumpenkar führt.
Wir folgen ihm rechts in leichtem Auf und Ab durch das mit Latschen bewachsene Blockgewirr, ignorieren bald einen links zum Geiselstein abzweigenden Weg und steigen endlich zum Kenzensattel (1650m) hinauf. Jenseits auf einem steinigen Weg in eine Mulde hinab und weiter abwärts zu einem Bach, der auf einem Holzbrückchen überquert wird. Wir folgen dem Bach an seiner rechten Seite bis kurz vor einen Wasserfall. Der Steig wendet sich nach rechts und leitet durch den Steilabbruch und durch Wald zu unserem morgendlichen Aufstiegsweg. Hier links zur nahen Forststraße, auf der wir nach kurzem Abstieg die Kenzenhütte (1294m) erreichen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied895 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHalblech bzw. die Kenzenhütte (1294m) am Nordfuß der Hochplatte. Ab Parkplatz Kenzenhütte am südlichen Ortsrand von Halblech (an der B17 ausgeschildert) fahren Kleinbusse zur 11km entfernten Kenzenhütte. Abfahrt während der Woche ab 8Uhr, am Wochenende ab 7Uhr stündlich bis 11Uhr, bei Bedarf auch öfter; letzte Rückfahrt um 17.30 Uhr.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterÜber dem malerischen Gumpenkar erhebt sich der lang gezogene, schmale Felskamm der Hochplatte, von dem nach Norden und Süden beeindruckend steile Felsflanken abbrechen. Wer den Schwierigkeiten gewachsen ist, wird an diesem herrlichen Aussichtsberg, der alle Nachbargipfel überragt, einen unvergesslichen Tourentag erleben.
Beste Jahreszeit
MarkierungenWegweiser und Farbmarkierungen.
VerkehrsanbindungHalblech liegt nordöstlich von Füssen an der B17 (Romantische Straße). Busverbindung Richtung Füssen und Steingaden.
GastronomieIn der Kenzenhütte.
Unterkunft
In Halblech und den Nachbarorten; Kenzenhütte, Tel. 08368/390
Tourismusbüro
Verkehrsamt Halblech, Tel. 08368/285; Busverbindung Kenzenhütte, Busunternehmen Schwarz, Tel. 08368/550.

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