Über dem Aletschgletscher

Landschaftlich sehr dankbare, wenig anstrengende Kamm- und Höhenwanderung vor einer grandiosen Kulisse mit dem größten Alpengletscher überhaupt, dem Aletsch. Die Aletschregion ist UNESCO-Weltnaturerbe. (Autor: Eugen E. Hüsler)
1 km
450 m
3.00 h
Den »Aufstieg« aus dem Rhonetal herauf übernimmt freundlicherweise die Seilbahn, und weil es in der Aletschregion keinen Straßenverkehr gibt, wirbt man hier mit der »größten Fußgängerzone der Alpen«. Die hat noch mehr zu bieten als die arktisch anmutende Gletscherregion. Im Süden, jenseits des Rhonetals, stehen einige der höchsten (und schönsten) Berge der Alpen: Dom (4545 m), Matterhorn (4478 m) und Weisshorn (4505 m). Sehr interessant ist auch das Umfeld des alpinen Eisstroms, vor allem der seit 1933 unter Schutz stehende Aletschwald mit seinen knorrigen, teilweise ein paar Jahrhunderte alten Arven, die drei Viertel des Baumbestandes ausmachen. Der Rest besteht aus Lärchen und – in tieferen Lagen – auch Fichten, der Wald ist durchsetzt mit Zwergsträuchern wie Alpenrosen, Erika und Heidelbeeren, dazwischen liegen einige kleine Hochmoore. Randmoränen markieren vergangene Gletscherstände, da und dort entdeckt man Überreste von alten Suonen wie der Riederi, die bis auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Der größte Gletscher der Alpen »Hauptdarsteller « auf der Panoramawanderung ist der Aletschgletscher, ein absoluter Blickfang mit seinen beiden dunklen Längsstreifen. Es handelt sich dabei um sogenannte Mittelmoränen, die beim Zusammenfließen zweier Gletscher entstehen. Da auf dem Konkordiaplatz (wo das Eis noch rund 900 m dick ist) gleich drei Eisfelder zusammentreffen, bilden sich zwei Mittelmoränen. Trotz seiner gewaltigen Masse – 27 Milliarden Tonnen! – und dem riesigen Einzugsgebiet ist auch der größte Alpengletscher auf dem Rückzug. Seit 1860, dem Ende der letzten längeren Kälteperiode, hat er fast drei Kilometer an Länge eingebüßt. Im Bereich des Aletschwaldes war das Eis damals rund 200 Meter dicker als heute; dieser letzte Hochstand lässt sich gut an den Hängen über dem Gletscherrand ablesen, die noch kaum Bewuchs zeigen. Über Hoh- und Moosfluh Von der Riederalp (1925 m) spaziert man zunächst mit vielen Ausflüglern in die Riederfurka (2065 m), auf der mehrere Wanderwege zusammenlaufen. Hier beginnt auch die lange Kammüberschreitung mit dem Anstieg zur Hohfluh (2227 m). Dahinter geht’s fast eben weiter zum Breiteboden, dann an dem felsdurchsetzten Rücken hinauf zur Moosfluh (2333 m), die Ausflügler mit dem Sessellift »besteigen«. Durch den Aletschwald Ein sanfter Abstieg führt weiter zum Wegkreuz von Biel (2292 m; 2 Std.), wo man in die Gletscherseite des Bergrückens einsteigt, Häuser, Lifte und Straßen der »Chaletalpen« aus dem Blickfeld verschwinden. Der »Moränenweg« schneidet die Hänge über dem mächtigen Aletschgletscher, dabei allmählich an Höhe verlierend. Unter der Hohfluh betritt man den Aletschwald, in der Riederfurka schließt sich dann die Panoramarunde. Auf dem Anstiegsweg spaziert man zurück zur Seilbahn auf der Riederalp (3.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied450 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortMörel (759 m) im Rhonetal
AusgangspunktRiederalp (1925 m); Bergstation der Gondelbahn Mörel – Ried – Riederalp
EndpunktRiederalp (1925 m); Bergstation der Gondelbahn Mörel – Ried – Riederalp
TourencharakterWie ein riesiger Aussichtbalkon begleitet der lang gestreckte, im Eggishorn (2927 m) kulminierende Bergrücken den Eisstrom des Aletschgletschers auf seiner linken, südöstlichen Seite – ideales Gelände für genussvolle, nur wenig anstrengende Wanderungen.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 264 T
MarkierungenWeiß-rot-weiße Markierungen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungMörel ist Station der Bahnlinie durch das Goms (Brig – Furkatunnel). Gute Straßenverbindung (Brig – Gletsch – Furka/Grimsel).
GastronomieEinkehrmöglichkeiten auf der Riederalp, Bergrestaurant Riederfurka
Tipps
Alpmuseum Riederalp Interessantes zu den Themen Alpwirtschaft und Tourismus zeigt das Alpmuseum. Untergebracht ist es in einer 400 Jahre alten Alphütte; im Kuhstall läuft der Videofilm »Aletsch 1899–1999«. In der original eingerichteten Küche wird im Sommer jeweils am Dienstag gebuttert (14–17 Uhr), am Mittwoch gekäst (9.30–12 Uhr). Nähere Infos bei Riederalp Mörel Tourismus.
Informationen
Tourist-Info Riederalp Mörel Tourismus, CH-3987 Riederalp, Tel. 027/928 60 50, E-Mail. info@riederalp.ch, www.riederalp.ch