Über das Trainsjoch

Schöne, aussichtsreiche, teilweise etwas anstrengende Bergwanderung, die Trittsicherheit verlangt; kein Stützpunkt. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
12 km
900 m
4.00 h
Auf der Forststraße ins Nesseltal hinein. Nicht weit von der Diensthütte zweigt der Weg aufs Trainsjoch – zuerst noch ein Sträßchen – nach rechts (Süden) ab. Er führt mit Kehren durch Wald zuerst nicht allzu anstrengend, dann deutlich steiler zur Höhe des Nesselberges hinauf. Bei etwa 1330 Metern erreicht man den Grenzkamm, dem man folgt. Gegen den Gipfel zu wird der Steig steil, schrofendurchsetzt und mühsam. Abstieg - Abstiege Entweder wie Aufstieg. Oder (lohnender) vom Gipfel weiter dem Grenzkamm östlich in lustigem Auf und Ab folgen, bis die Markierungen nach Nordosten hinunterleiten. Steil durch Latschen abwärts, dann – oberhalb der Oberaudorfer Alm – die Flanke nach links queren und zu dem gen Norden verlaufenden Kamm hinüber. Kurzer Gegenanstieg und auf dem Rücken, zuletzt über einen Grashang, hinunter in einen Sattel, wo man auf den Verbindungsweg Nesseltal – Gießenbachtal trifft. Ihm folgt man nach Westen, steigt bald steil in Kehren abwärts und wandert – mit interessantem Einblick in die wilden Gräben der Trainsjoch-Nordflanke – ins Nesseltal zurück. Noch ein weiterer Abstieg bietet sich an: Vom Trainsjochgipfel über den Südrücken abwärts in den Sattel zwischen Trains- und Ascherjoch. Von dort westlich hinüber und hinunter zu den Trockenbachalmen. Durch das Trockenbachtal auf der Almstraße hinaus ins Ursprungtal, das dort erreicht wird, wo man bei Tour 21 vom Schönfeldjoch herunterkommt. Über die Grenze und die Bäckeralm zurück zur Nesseltalmündung.

Dauer - Ursprungtal – Trainsjoch 2.30 Std.; Trainsjoch – Ursprungtal 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied900 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktUrsprungtal am Nesseltaleingang (Parkmöglichkeit), etwa 1,5 Kilometer südlich des Zipflwirts.
TourencharakterUnmittelbar östlich oberhalb des Ursprungpasses steht das Trainsjoch. Ein echter Grenzberg, dessen schroffe Nordflanke ins Bayerische und dessen milde Südseite ins Tirolische weist. Er ist, wenn auch nicht gerade selten besucht, kein Modeberg. Hinteres Sonnwendjoch oder Großer Traithen haben mehr Zulauf. Im Winter erfreut sich das Trainsjoch – in Kombination mit dem ihm südseitig vorgelagerten Ascherjoch – als nette Skitour einiger Beliebtheit. Mit dem Trainsjoch und seiner Umgebung verbinden mich viele Erinnerungen. Wie oft kam ich als Kind nach Landl, das südwestlich unterhalb des Ascherjochs liegt. Die besten Freunde meiner Eltern kannten dort einen Bergbauern, bei dem wir oft weilten. An den Hängen in der Nähe des Hofes habe ich mit den Esche-verleimt-Skiern meine ersten Stemmbögen gefahren. Oje, und die wilden Auffahrten mit dem VW-Käfer auf der steilen Bergstraße! Zwei standen hinten auf der Stoßstange, damit es der Wagen auf dem Eis schaffte. Da war es schon schöner, mit dem Hausherrn und seinem Pferdeschlitten zu fahren. Wenn der Bauer beim Kramerwirt vielleicht einmal eine Halbe mehr hatte und auf dem Kutschbock einschlief, fand die Frieda, die treue Stute, von ganz allein heim. Aber während dieser Zeit war mir das Trainsjoch noch fremd. Ich kam erst relativ spät und auch nur zufällig darauf, dass es ein lohnender Berg sein könnte. Am Vortag des ersten Stelldicheins kletterten wir an der Hörndlwand in den Chiemgauer Alpen. Da gab es Schneegestöber und vereisten Fels und ich fror mir eine Hand an. Am Abend dann Schwabing. Unter den dröhnenden Rhythm-and-Blues-Klängen der Rolling Stones schrien wir uns zu, dass wir anderntags eine Wanderung unternehmen sollten. Nur über das Ziel herrschte Uneinigkeit, bis wir Zettel schrieben und die Tour auslosten. »Gehrenspitze«, »Zundernweitkopf«, »Kompar«, »Juifen« und »Trainsjoch« standen auf den fünf Papierln. Einer von uns zog. »Trainsjoch«, las er. Gesagt, getan. Das war das erste Mal, dem viele Male folgten. Von Süden, von Landl herauf. Vom Brünnstein herüber – eine große Wanderung, während der ich den ganzen Tag über allein blieb. Was natürlich auch am Wetter gelegen haben kann. Immer wieder gab's kurze Regengüsse. Dafür wurde ich mit etwas Besonderem belohnt - Um eine der Almen am Wege vergnügten sich Murmeltiere mit wildem »Fangermandl«-Spiel. Den Rückweg in die Mühlau nahm ich durch das Gießenbachtal mit seiner kleinen Klamm. Ach, es gibt ja so viele Möglichkeiten … Auch mit den Tourenski sind wir bisweilen auf dem Trainsjoch gestanden: eine recht nette, kleine Skitour, während der man nach der Abfahrt über den recht steilen Trainsjoch-Südhang noch das Ascherjoch »mitnimmt« und von dort aus seine Schwünge ins Trockenbachtal hinunterzieht. Wir nun »packen« das Trainsjoch aus dem Nesseltal an, denn der Westkamm des Berges bietet meines Erachtens die interessanteste Aufstiegsmöglichkeit. Ob man für den Abstieg dann die Nordroute oder den Weg durchs Trockenbachtal wählt: Notfalls lässt sich das ja auslosen . . .
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte Mangfallgebirge, 1 - 50 000, BLVA.
VerkehrsanbindungVon Norden über Bayrischzell, von Süden über den Ursprungpaß. Nächstgelegene Bahnstation ist Bayrischzell (BOB); von dort Busverbindung zur Bäckeralm.

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