Teufelsmauer und Katzenstein

Bequeme Wanderung im Tal, schmaler Pfad im Steilhang neben dem Grünen Graben, teilweise mit Geländer gesichert. (Autor: Bernhard Pollmann)
16 km
410 m
4.00 h
Vom Wanderparkplatz im Hinteren Grund gehen wir auf der Zufahrt kurz zurück, überqueren das Schwarzwasser auf der Stegbrücke an der Naturschutzstation und wandern talaufwärts, geleitet von der Rotstrich-Markierung. Der Forstweg führt im Hang durch alte Nadel- und Laubwälder unterhalb mächtiger Felsen, begleitet vom Rauschen der über Blockwerk gischtenden Schwarzen Pockau.
Kurz nach der Abzweigung des Arnoldswegs (zum Katzenstein) lässt sich die Wanderung durch den Aufstieg zum Vogeltoffelfelsen würzen: Der mit dem Zeichen Rotstrich markierte EB führt in Serpentinen links hinauf Richtung Hüttstättmühle; von dort ist der aussichtsreiche Vogeltoffelfelsen hoch über dem Schwarzwassertal erreichbar.
Kurz nach Passieren dieser Wegeverzweigung türmen sich rechts die zerklüfteten Felswände der Ringmauer auf, eine 200m lange Prallhangwand. An der Wegeverzweigung mit Bänken und Tisch wechseln wir auf die gegenüberliegende Seite des Flusses, passieren die Einmündung des Karrenwegs (EB zum Katzenstein) und erreichen das Klettergebiet von Nonnenstein und Teufelsmauer.
Zwischen dem Nonnenfelsen und der Teufelsmauer erreicht die bis dahin ruhig fließende Pockau ihr größtes Gefälle und braust tosend über das Blockwerk.
Der hoch aufragende Nonnenfelsen verjüngt sich nach oben und zählt zu den bekanntesten Kletterfelsen des Erzgebirges. Fantasiebegabte erkennen in ihm einen Kopf mit deutlichen Gesichtszügen und einem Kopftuch – daher der Name Nonnenfelsen.
Gegenüber vom Nonnenfelsen ragt die lang gestreckte Teufelsmauer auf; sie ist in einzelne Wände zerlegt, zwischen denen in Felsspalten das Gesicht des Teufels gesehen worden sein soll.
Schließlich weitet sich die Schlucht zu einem Wiesengrund, in dem wir an der Einmündung des Viererweges eine kleine Schutzhütte vorfinden. Hier kann man auch rechts über die steinerne Rundbogenbrücke bis zum Grünen Graben abkürzen. Wir gehen jedoch noch ein Stück aufwärts bis zum Beginn des Grünen Grabens; wer einkehren will, findet kurz talaufwärts in Kühnhaide die Gaststätte »Schwarzwassertal«.
Der Pfad neben dem Grünen Graben gibt nun bis kurz vor dem Katzenstein die Route vor. Stellen, die als Schwindel erregend empfunden werden können, sind mit einem Geländer gesichert.
Der Grüne Graben wurde 1678/80 zur Gewinnung von Aufschlagwasser für die Erzgruben und Pochwerke von Pobershau angelegt. Er wird in Kühnhaide von der Schwarzen Pockau abgeleitet und führt auf einer Länge von 8,2km bis in das Gebiet des Katzensteins, wo er eine Wasserscheide überquert. Brücken und durch Felsen gesprengte kleine Tunnels charakterisieren dieses technische Denkmal, dem der pfadartig schmale, passagenweise geländergesicherte Wanderweg im Steilhang folgt. Immer wieder fällt der Blick zwischen den Bäumen hinab ins Schwarzwassertal.
Schließlich gelangen wir zum Katzenstein, wo sich ein eindrucksvoller Tiefblick in die Schlucht bietet. Vom Katzenstein folgen wir dem EB kurz Richtung Pobershau und zweigen oben rechts auf den mit dem Zeichen Gelbstrich markierten Asphaltweg Richtung »Zöblitz« ab. An der Gaststätte Berghaus endet der Asphaltbelag, und auf einem Waldweg geht es talwärts; der ersten Straße folgen wir rechts hinab zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied410 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz an der Naturparkaußenstelle im Hinteren Grund (530m) im gleichnamigen Ortsteil von Pobershau im Schwarzwassertal.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer als Naturschutzgebiet ausgewiesene Teil des von der Schwarzen Pockau durchflossenen Schwarzwassertals bei Pobershau ist das wildeste Schluchttal des Erzgebirges. Der Rückweg folgt dem Grünen Graben im Steilhang zum aussichtsreichen Katzenstein hoch über dem Tal.
Beste Jahreszeit
KartentippNaturparkkarte Erzgebirge-Vogtland 1:25000 Blatt 5/6 (Landesvermessungsamt Sachsen).
MarkierungenRoter, blauer und grüner Strich und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungAnfahrt auf der B171 »Silberstraße« Marienberg – Zöblitz und an der Kniebreche (Gasthaus, Bushaltestelle) im Schwarzwassertal abbiegen Richtung Hinterer Grund.
GastronomieHinterer Grund, Schwarzwassertal (Kühnhaide), beim Katzenstein.
Tipps
Katzenstein und Fegeweib. Der mit einem Geländer gesicherte Katzenstein (706m) erhebt sich etwa 90m über dem Schwarzwassertal und zählt zu den beeindruckendsten Aussichtskanzeln des Erzgebirges. Der Blick fällt hinab ins Tal, aus dem das Rauschen der Schwarzen Pockau heraufdringt; auf dem gegenüberliegenden Rabenberg überwuchert Gestrüpp die Ruinen des alten Raubschlosses Liebenstein, das um 1300 zerstört worden sein soll. Weiter flussabwärts zeigt sich die zerklüftete Prallhangwand der Ringmauer. Seinen Namen erhielt dieser markante Felsvorsprung, weil er aus der Talperspektive einem Katzenkopf geähnelt haben soll. Als der Überhang abzustürzen drohte, wurde er beseitigt. Als Ausflugsziel für »Lustpartien« diente der Katzenstein schon der kurfürstlichen Hofgesellschaft: Johann Georg von Sachsen soll hier im Jahre 1612 erstmals geweilt und einen »Imbiss« zu sich genommen haben. Die Wetterfahne an der Spitze des Katzensteins zeigt das sagenumwobene »Fegeweib«. Das Fegeweib konnte mit seinem Besen Kanonenkugeln abwehren und fegte sie einfach ins Schwarzwassertal, wo sie bis heute im Fluss liegen. Erst als ein Pfaffe die Kanonenkugeln gesegnet hatte, verlor das Fegeweib seine Zauberkraft und wurde zerschmettert.
Tourismusbüro
Pobershau Gästebüro, Ratsseite Dorfstraße 68, 09496 Pobershau, Tel. 03735/23436, Internet: www.pobershau.de
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