Tegelberg und Schloss Neuschwanstein

Dank der Seilbahn eine Wanderung ohne größere Anstrengungen. Der kurze Aufstieg zum aussichtsreichen Branderschrofen beginnt als Spazierweg und endet in einer Kletterpassage, die nur etwas für schwindelfreie und trittsichere Wanderer ist. Auch der über zahlreiche Serpentinen verlaufende Abstieg zur Marienbrücke setzt Trittsicherheit voraus, stellt aber sonst keine Probleme dar. In der Pöllatschlucht bei Nässe etwas rutschig. (Autor: Gerald Schwabe)
10 km
1100 m
3.00 h
Zum Branderschrofen Die Seilbahn bringt uns schnell hinauf auf 1720 Meter. Der steil und übergangslos aus dem recht flachen Ostallgäuer Voralpenland emporsteigende Tegelberg bietet nicht nur ein sensationelles Panorama, sondern auch eine perfekte Thermik und beste Flugbedingungen für Paraglider und Drachenflieger, deren Starts man direkt neben der Bergstation miterleben kann. Zum eigentlichen Gipfel des Tegelbergs, dem Branderschrofen, führt links ein breiter Weg den latschenbestandenen Hang hinauf. Kurz unterhalb des Gipfels wird der Pfad plötzlich schmal und steil, einige seilgesicherte Kletterpassagen sorgen dafür, dass die meisten – nicht für »richtige« Wanderungen ausgerüstete – Seilbahnbenützer zurückbleiben und es rund ums Gipfelkreuz am Branderschrofen (1879m) vergleichsweise ruhig zugeht. Vom herrlichen Gipfel gelangen wir auf dem gleichen Weg wieder hinunter zur Bergstation. Abstieg zum Schloss Von der Bergstation geht es westwärts auf dem Grat am Tegelberghaus vorbei (Wegweiser »Marienbrücke«). Der breite Weg wendet sich kurz darauf nach rechts und führt uns unterhalb der Seilbahntrasse abwärts. An der nächsten Gabelung biegen wir wieder nach links und wandern erneut unterhalb der Seilbahn hindurch. Der Weg verläuft nun entlang dem steilen, bewaldeten Nordhang des Tegelberggrates und verliert dabei allmählich an Höhe. Dort, wo der Grat steil nach Westen abfällt, wechseln wir auf die sonnendurchflutete Südseite und steigen in zahllosen Serpentinen bergab. Immer wieder öffnen sich fantastische Ausblicke, das anfangs noch unscheinbare Schloss Neuschwanstein zieht immer mehr die Blicke auf sich. Gegen Ende des Abstiegs wandern wir durch einen hübschen Buchenwald, ehe wir ganz überraschend hinter einer Biegung die Marienbrücke vor uns auftauchen sehen, die in schwindelerregender Höhe die schmale Pöllatschlucht überspannt. Die enge Brücke ist meist fest in »asiatischer Hand«, aber dass es dort so überfüllt zugeht, kann man angesichts des grandiosen Blicks auf das Schloss Neuschwanstein nur allzu gut nachvollziehen. Durch die Pöllatschlucht Auf der anderen Seite der Brücke führt ein breiter Fahrweg rechts hinunter in Richtung Schloss. Wir passieren den herrlichen Aussichtspunkt »Jugend«, biegen kurz vor dem Schloss nach rechts ab und lassen damit den Trubel rund ums Schloss schon wieder hinter uns. Ein langer Treppenweg bringt uns hinab zu einem schönen Wasserfall mit der darüber thronenden Marienbrücke. Das anfangs noch recht breite Tal verengt sich bald zu einer schmalen Klamm, der Pöllatschlucht, die wir nur auf einem an der Felswand angebrachten Metallsteg durchqueren können. Am unteren Ende der Klamm kommen wir an einer alten Wassermühle vorbei, queren die Pöllat, folgen den Wegweisern entlang dem Fluss und erreichen schließlich über offene Wiesen die Tegelbergbahn (815m). Hinweis In umgekehrter Reihenfolge ist die Wanderung zwar anstrengender, aber man hat den Vorteil, dass der (Aussichts-)Höhepunkt am Ende der Tour liegt. Auch kann man die an Wochenenden oft recht lange Warterei an der Seilbahn umgehen. Welche Richtung man auch immer bevorzugt: Es erwartet uns eine großartige Runde im Königswinkel.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortHohenschwangau
AusgangspunktHohenschwangau, 800m; Tegelbergbahn- Talstation, 815m/-Bergstation, 1720m (www.tegelbergbahn. de
EndpunktBranderschrofen, 1880m
TourencharakterDer Tegelberg ist einer der spektakulärsten Aussichtsgipfel über das voralpine Seenland des Ostallgäus. Dank der Seilbahn ist es dort oben zwar ziemlich voll, aber dafür besteigt auch kaum jemand den Berg zu Fuß. Nachdem wir das herrliche Panorama vom Gipfel genossen haben, können wir uns deshalb auf einen erstaunlich ruhigen und gleichzeitig wunderschönen Abstiegs vom Tegelberg hinab zum Schloss Neuschwanstein und zur Pöllatschlucht freuen.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungMit dem Bus von Füssen zur Talstation, Parkplatz für Pkw an der Talstation
GastronomieTegelberghaus, 1707m; Bergrestaurant Panorama, 1720m

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Gerald Schwabe

Vergessene Pfade im Allgäu

Das Paradies vor der Haustür - die schönsten Panoramawege und Gipfel der wildromantischen Allgäuer Bergwelt auf stillen Pfaden neu entdecken!

Jetzt bestellen