Tegelberg und Branderschrofen

Schnelle Gipfelfreuden und Abstieg ins Tal auf dem Schutzengelweg. Der Gipfelweg zum Branderschrofen ist ausgesetzt (einige Drahtseilsicherungen); kleinere Kinder müssen angeseilt werden. Der Abstiegsweg ins Tal erfolgt auf überwiegend breiten Wegen, ist streckenweise steil, aber ungefährlich. (Autor: Heinrich Bauregger)
8 km
160 m
3.00 h
Der Tegelberg gibt seinen Namen einem ganzen Bergmassiv. Der höchste Gipfel allerdings – der Branderschrofen – trägt einen anderen Namen. Ja es gibt eine Reihe kleinerer und größerer Erhebungen an diesem Massiv. Das ganze Gebiet ist Teil des größten Naturschutzgebietes in Bayern, dem Ammergebirge. Seit dem Bau der Tegelbergbahn hat das Interesse an diesem Berg stark zugenommen. Vorher war es ein eher ruhiges Jagdrevier für die bayerische Königsfamilie. Das Tegelberghaus, gleich neben der Bergstation, war früher ein königliches Jagdhaus, in dem sich Ludwig II., der Märchenkönig, gerne aufhielt. Rund um den Tegelberg gibt es für Kinder viel zu entdecken. Schon an der Talstation lockt eine Sommerrodelbahn, daneben gibt es eine römische Ausgrabung. Dann ist da die steile Auffahrt mit der Tegelbergbahn, bei der nur eine einzige Stütze benötigt wird, um eine schräge Länge von 2146 Metern zu überwinden. Dort oben öffnet sich dann ein wahres Wanderparadies mit einigen Themenwanderwegen - so z.B. der Schutzengelweg, der Ahornreitweg hinab in die Bleckenau, der als Naturlehrpfad gestaltet ist. Und so ganz nebenbei schauen wir den Gleitschirm- und Drachenfliegern bei ihrem waghalsigen Tun zu, für die der Tegelberg ein wahres Dorado ist.
Anstieg zum Branderschrofen.
Von der Bergstation der Tegelbergbahn laufen wir die wenigen Meter zum Tegelberghaus. Von dort folgen wir – rechts an diesem vorbei – dem ausgeschilderten breiten Wanderweg auf den bereits über uns deutlich aufragenden Branderschrofen. Zunächst seitlich am Kamm entlang, dann bei der Wegverzweigung links über die grasigen Hänge hinauf zu der Schulter, die vom Branderschrofen herabzieht. Bei einem kleinen Vorgipfel warnt uns eine Tafel: »Vorsicht – nur für Geübte«. Also Augen auf, denn hier beginnt der anspruchsvollere Teil des Gipfelweges. Einige Seilsicherungen helfen auf dem nun schmalen Pfad, der hinauf zum Grat führt. Bei Nässe nicht mit Kindern weitergehen, denn die Felsen sind schon ziemlich abgeschliffen. Zuletzt über den letzten Gipfelaufschwung hinauf zum großen Gipfelkreuz. Der Blick reicht von hier oben bis zur Zugspitze, in die Lechtaler und Allgäuer Alpen und natürlich ins Alpenvorland, das frei vor uns liegt.
Abstieg über Schutzengelweg und Rohrkopfhütte.
Auf dieser Abstiegsroute bewegen wir uns auf dem vor einigen Jahren geschaffenen Kulturpfad Schutzengelweg, der von der Bergstation hinab zur Talstation führt und uns Wissenswertes über die Eiszeiten, die Geologie und die Geschichte der Region zeigt. – Vom Tegelberghaus gehen wir zunächst auf dem breiten Weg unter der Seilbahntrasse hindurch zur Wegverzweigung unterhalb, wo uns einige Wegweiser weiterhelfen: »Ilgmösle«, »Drehhütte«. Rechts haltend nun auf gestuftem Wanderweg hinab in eine Mulde. Links haltend geht es weiter an zwei Lifthäuschen vorbei und in Serpentinen über vorwiegend freies Gelände zur bereits sichtbaren Rohrkopfhütte. Kurz vorher zweigt rechts der Weg zur Drehhütte ab. Vor der Rohrkopfhütte dann links weiter auf einem schmalen Wirtschaftsweg, dem so genannten Schutzengelweg, und durch Wald seitlich am Rohrkopf vorbei talwärts. Der Fahrweg wird zweimal links haltend auf dem Wanderweg abgekürzt. Dann gelangen wir zu einer Lichtung und weiter hinab zu einer Wegverzweigung direkt vor der Hornburg (siehe unten). Links weiter in einen großen Graben (Achtung: Rutschgefahr!) und in Serpentinen hinab zum Fahrweg. Auf diesem wandern wir dann gemächlich – zu Beginn am Rautbach entlang – hinab zur Talstation der Tegelbergbahn.
Abstecher zur Hornburg.
Am Abstiegsweg über die Rohrkopfhütte haben wir die Gelegenheit noch einen kleinen Gipfelabstecher einzulegen. 20 Minuten Gehzeit unterhalb der Rohrkopfhütte beginnt unser Anstiegsweg. Ein kleiner Wegweiser gibt die Richtung vor, dann folgen wir dem schmalen Pfad hinauf durch Fichtenwald bis zur 1172 Meter hohen Hornburg, die allerdings nur so heißt, eine Burg finden wir dort oben nicht vor, aber einen schönen Platz zum Rasten und einen freien Blick auf die Ostallgäuer Seenplatte. Nach Norden fällt dieser kleine Gipfel steil ab, also Vorsicht! Anschließend gehen wir auf dem Anstiegsweg wieder zurück.

kindgerechtes Wandern im Allgäu

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied160 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHohenschwangau, 796 M
TourencharakterDauer -
Von der Bergstation zum Branderschrofen 45 Minuten, Rückweg 30 Minuten; Abstieg ins Tal 2.30 Std.
Höhenunterschied:
Zum Branderschrofen 160 m im Anstieg; Abstieg ins Tal 1050 m.
Hinweise
Zum Branderschrofen ab 8 Jahren; Abstiegsrunde ab 6 Jahren.
KartentippTopographische Karte 1 - 50000 Füssen und Umgebung (BLVA).
VerkehrsanbindungAuto Über Kempten (A 7) nach Füssen und weiter nach Schwangau zur Tegelbergbahn. Oder über Schongau und Halblech (B 17) in Richtung Hohenschwangau, dann links ab zur Talstation der Tegelbergbahn (830 m). Bahn/Bus Mit der Bahn bis Füssen und weiter mit dem Bus bis zur Talstation der Tegelbergbahn.
GastronomieTegelberghaus (1707 m), privat, ganzjährig bewirtschaftet, 12 Betten, 20 Lager; Tel. 08362/8980. n Restaurant an der Bergstation mit Terrasse und Kiosk. n Rohrkopfhütte (1359 m), privat, im Sommer einfach bewirtschaftet; Terrasse; Tel. 08362/8309. n Imbiss mit Biergarten an der Talstation der Tegelbergbahn.
Tipps
In Rieden, zwischen Füssen und Roßhaupten gelegen, finden wir ein außergewöhnliches Puppenmuseum (Hintere Schöne 4, Tel. 08362/ 3470). Alte, aber auch neue Puppen, drapiert in Kinderwägen, alte Puppenstuben, ein ganzes Haus voller liebevoll gestalteter kleiner Kunstwerke. Einige davon kommen aus der eigenen Werkstatt und können sogar erworben werden. Öffnungszeiten - Di–Mi 10–12 Uhr. An der Talstation der Tegelbergbahn gibt es eine 760 Meter lange Sommerrodelbahn, die bei guter Witterung täglich von 10–18 Uhr in Betrieb ist. An der Talstation gibt es zusätzlich einen großen Spielplatz mit Scooterbahn und Trampolinanlage.
Informationen
Bergbahn Die Tegelbergbahn (830–1720 m) ist ganzjährig in Betrieb, in der Sommersaison von 9–16.30 Uhr; Tel. 08362/98360.
Höchster Punkt
Branderschofen, 1880 m
Unterkunft
Tegelberghaus (1707 m), privat, ganzjährig bewirtschaftet, 12 Betten, 20 Lager; Tel. 08362/8980. Restaurant an der Bergstation mit Terrasse und Kiosk. Rohrkopfhütte (1359 m), privat, im Sommer einfach bewirtschaftet; Terrasse; Tel. 08362/8309. Imbiss mit Biergarten an der Talstation der Tegelbergbahn.

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