Stockhorn, 2190 m

Lange, deshalb recht anstrengende Gipfelüberschreitung auf gebahnten, teilweise etwas rauen Wegen. (Autor: Eugen E. Hüsler)
15 km
1630 m
7.00 h
Von der Talstation der Stockhornbahn in Erlenbach wandert man durchs Kleindorf und aufwärts zur Mündung des Wildebachgrabens. Ein schmaler Pfad führt neben dem rauschenden Bach bergan zu einer Teerstraße, man folgt ihr links zu den Häusern von Moos (918 m). Nun wieder in den bewaldeten Graben und unter der Seilbahn aufwärts zu den Almwiesen von Chlusi (1311m; 1:45 Std.). Dabei rücken die Felsbalmen der Mieschflue links und der Walpersbergflue (1907m) rechts immer näher; dazwischen, im Sattel Chrindi (1637m; 2:45 Std.) steht die Mittelstation der Seilbahn. Der Fußweg gewinnt in ein paar Kehren, zuletzt über eine Felsstufe ansteigend (Seilgeländer) die Höhe, hinter der in einer grünen Mulde der Hinterstockensee (1592 m) liegt. Man steigt nun nicht ab bis zum Seeufer, sondern schlägt den vorher rechts abgehenden Weg ein, der über einen Grashang zum Oberbärgli hinaufzieht, am Fuß des Solhorns die Kammhöhe gewinnt und bei der einzigen Seilstütze der Gipfelbahn in den von Oberstocken heraufkommenden Weg mündet. Weiter im Zickzack zur Bergstation und zum Gipfel (4:30 Std., Alpenblumengarten).
Für den Abstieg hat man zunächst die Wahl zwischen dem aussichtsreichen, aber etwas anspruchsvolleren Pfad (Felsen!) über den Strüssligrat und dem viel begangenen Weg über das baumlose Stockenfeld. Beide münden auf die Alp Oberstocken (1787 m; 5 Std.). Nun westlich hinab zum Oberstockensee (1665m), dann rechts um das malerische Gewässer herum und mit Aussicht zum Stockhorn bergan in den Sattel von Vorderstocken (1799 m; 5:45 Std.), wo sich ein bezaubernder Blick über das untere Simmental auf die Berner Hochalpen auftut. Diese Schau genießt man auch während des weiteren Abstiegs, der die Schleifen des geteerten Alpsträßchens abkürzt. Von den Ällmerenweiden führt ein Ziehweg im Wald hinunter zum Wildebachgraben. Auf der Anstiegsroute wandert man bergab nach Erlenbach (7:45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1630 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTalstation der Stockhorn-Seilbahn (730 m) bei Erlenbach.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Stockhorn (2190 m) ist ein Berg für fast alle: für Gehfaule und Kletterer, für Wanderer und Sonnenanbeter. Für die Thuner ist er ihr »Hausberg« und das nicht erst, seit es eine Seilbahn auf den felsig-schroffen Zahn gibt. Ihre Talstation liegt am Ortsrand von Erlenbach im Simmental und bringt Ausflügler in einer halben Stunde bis auf zehn Minuten an das große Panorama heran. Wer zu Fuß geht, braucht natürlich etwas länger, hat dafür aber mehr Zeit, die sich allmählich entfaltende Schau auf die Berner Hochalpen zu genießen, beim Aufstieg durch den Graben des Wilden Bachs und später am Weg oberhalb des Hinterstockensees. Der liegt für die im Simmental startenden Bergwanderer noch vor dem Gipfel, für die Leute aus der Thuner Gegend und aus dem Stockental aber dahinter. Einen Oberstockensee gibt es auch, fast gleich groß wie der Hinterstockensee und ebenfalls ohne sichtbaren Abfluss, was aber in einem Kalkmassiv nicht weiter erstaunt. Für die meisten einigermaßen überraschend ist dann schon eher der Blick vom Gipfel nach Südwesten, auf die vielen, teilweise wild zerklüfteten Bergketten der Freiburger und Waadtländer Alpen. Terra incognita – oder vielleicht eine Anregung für den nächsten Wanderurlaub? Nicht in die (nahe) Zukunft, sondern in längst vergangene Zeiten weisen Funde aus der Chilchhöhle am Nordhang des Sattelspitz, etwa eine halbe Stunde von Vorderstocken.
Neben Höhlenbärenknochen wurden hier Werkzeuge altsteinzeitlicher Jäger entdeckt – »Ötzi« lässt grüßen. Nicht ganz so alt ist der erste Bericht einer Stockhorn-Besteigung; er stammt aus dem Jahr 1536. Verfasser des Gedichtes »Stockhornias« war Johann Müller aus Zürich, der zusammen mit dem Simmentaler Reformator Peter Kunz eine Tour auf den stolzen Berg unternahm: eine echte Pioniertat!
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 253T »Gantrisch« mit Wanderwegeaufdruck. Kompass 1:50 000, Blatt 84 »Jungfrau-Region«.
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungErlenbach ist Station der Simmentalbahn Spiez – Zweisimmen – Lenk. Die Stockhorn-Seilbahn verkehrt von Anfang Mai bis Anfang November 7.50–17.35 Uhr.
GastronomiePanoramarestaurant Stockhorn (2140 m), Bergwirtschaft Oberstocken (1787 m).
Tipps
Etwas höher als das Stockhorn und noch berühmter ist der Niesen (2362 m), dessen ebenmäßig gebaute Pyramide das Südufer des Thuner Sees beherrscht: ein Aussichtsgipfel par excellence! Und seit bald einem Jahrhundert kommt man ohne Anstrengung zum großen Panorama, mit der Standseilbahn, die ihre Talstation in Mülenen (692 m) an der Straße Spiez – Frutigen hat. Sehr zu empfehlen ist eine Übernachtung im Gipfelhotel, Sonnenuntergang inklusive. Markierte Wege führen von Wimmis, Mülenen, Reichenbach und Frutigen zum Gipfel, jeweils 5 bis 6 Std. Aufstieg.
Informationen
Kleine Varianten: Wer die Stockhorn-Seilbahn in die Planung einbezieht, kann die Tour verschieden variieren. Beliebt ist eine Besteigung des Gipfels ab Chrindi (1637 m), mit Abstieg wie beschrieben; Gesamtgehzeit 5 Std. Für die kleine Runde ab Seilbahnstation Chrindi zum Gipfel und zurück beträgt die Gehzeit etwa 2 3/4 Std.
Tourismusbüro
Gemeindeverwaltung, CH-3762 Erlenbach; Tel. +41(0)33/681 82 30, Internet www.erlenbach-be.ch

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