Steinernes Hüttl

Unschwierige Wanderung (Autor: Siegfried Garnweidner)
16 km
700 m
4.00 h
Hüttenzustieg.
Vom Ausgangspunkt geht es erst einmal auf einer Brücke über die Salzach, die auf verschiedenen Karten auch Salzbach genannt wird. Dann folgt man der langen, nur anfangs etwas steileren Fahrstraße durch das Gaistal gegen Westen. Unter der Tilfussalm zweigt nach rechts – neben einem Wegkreuz – eine Fahrtrasse ab und steigt gegen Norden an. An dieser Abzweigung nach 5 Kilometern rechts weiter gehen, an der Tilfussalm und dem Ganghoferhaus vorbei und im dichten Wald durch viele enge Kehren ansteigen. Dann geht es durch die wilde Schlucht eines Seitenarms des Kotbachs kurz gegen Osten, in Kurven über einen steilen Waldrücken und nach Nordwesten zum Steinernen Hüttl auf die Alm hinauf. Wenn der Wirt hier nicht gerade mit dem Buttern oder den Gästen beschäftigt ist, greift er zur Harmonika und singt flotte Berglieder dazu.
Zum Hochwannigkopf.
Auch im Wandergelände südlich der wilden Felsenberge des Wettersteingebirges gibt es ein paar Gipfel, die weitgehend mit Steigen erschlossen sind. Der Predigtstuhl (2234 m) zählt dabei zu den anspruchsvolleren. Etwas leichter, aber im übersichtlichen Gipfelbereich ohne Wegmarkierung ist der Hochwannigkopf (2234 m) zu erreichen. Für den Aufstieg ab der Hütte sind rund 1 1/2 Stunden einzuplanen. Für den sehr anspruchsvollen, unmarkierten und stellenweise verfallenen Rückweg im Felderer Tal und hinaus durch das Gaistal wird man mindestens 2 1/2 Stunden brauchen. Wer sich diesen Gipfel vornimmt, wandert vom Hüttl auf gutem Bergweg nach Nordwesten hinauf, bis er nördlich des Hochwannigkopfs einen breiten Wiesensattel erreicht. Dort links abbiegen und im übersichtlichen Berggelände stellenweise über steile Wiesen zum höchsten Punkt hinauf. Bis in den Sattel folgt man der Aufstiegsroute. Nur wer absolut fit, trittsicher und schwindelfrei ist, darf sich die folgende, landschaftlich höchst interessante Abstiegsvariante zutrauen. Sie verläuft auf einem schmalen Bergweg an tristen Hängen entlang nach Nordosten ins 2045 Meter hohe Feldernjöchl. Dort scharf links abzweigen, über harmlose Wiesenhänge nach Süden und auf alter Wegspur ins Felderer Tal hinein. Der Bergweg wird im Geröll immer steiler und führt, kurz bevor er in den Wald eintaucht, über den Felderer Bach. Diese Querung ist nun wirklich spannend, denn die Route verläuft kurz über einen schmalen, felsigen, wild abbrechenden Absatz, auf dem zu allem Überfluss meist auch noch loses Geröll liegt. Wer nicht aufpasst, kann – mit fatalen Folgen – in den Abgrund stürzen. Dahinter geht es dann fast gemütlich durch den Wald hinunter, bis westlich der Feldernalm ein Fahrweg erreicht wird. Diesem folgen wir über ein paar Kehren ins Gaistal hinab und gelangen schließlich auf der Gaistalstraße zum Ausgangspunkt zurück.

Dauer: Auf: 2 1/2 Std. Ab: 1 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied700 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSalzachparkplatz im Gaistal (1236 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer markante, felsige Wettersteinkamm mit seinen wilden Berggipfeln bleibt vornehmlich Kletterern der sportlichen Art vorbehalten. Hochwanner, Hinterreintalschrofen, Teufelsgrat, Oberreintalschrofen und Schüsselkarspitze heißen diese Gipfel, deren Namen Wanderer sich nicht merken müssen. Es genügt vollauf, wenn wir diese scharf geschnittenen Felsenberge von unten staunend beobachten und uns an der landschaftlichen Vielfalt freuen. Am Südrand dieses schroffen Szenariums breitet sich ein langer, sonniger Wald- und Wiesenhang aus, auf dem es auch ein wenig Almwirtschaft gibt. Die schlauen Almbauern haben längst erkannt, dass es für sie interessant ist, dort Gastronomie zu betreiben. Am Urigsten geht es auf dem Steinernen Hüttl zu. Als ich beim Hüttenwirt fragte, ob er einen Kaffee habe, bekam ich prompt zur Antwort, dass dies eine Alm und kein Kaffeehaus sei. Sowas kann passieren.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayer. Landesvermessungsamtes, 1:50000, UK L 31 (Werdenfelser Land)
VerkehrsanbindungDurch das Leutascher Tal nach Westen ins Gaistal hinein (gebührenpflichtiger Parkplatz); Busverbindung Mittenwald–Oberleutasch–Seefeld
Tipps
Mit dem Radl. Man muss kein Extrem-Mountainbiker sein, wenn man sich die etwas monotone Fahrwegstrecke zwischen dem Ausgangspunkt und der Abzweigung zur Tilfussalm mit dem Fahrrad erleichtern will. Bis auf eine anfangs etwas strengere Steigung ist die Straße weitgehend eben, zwischendurch fällt sie sogar geringfügig ab. Dafür genügt ein normales Fahrrad mit Gangschaltung. Die rund 5 Kilometer lange Strecke ist in einer guten halben Stunde locker zu schaffen.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 1925 m, Erbaut: privat, Bewirtschaftet: von Ende Juni bis Anfang Oktober, 4 Lager, kein Winterraum, Telefon: +43(0)5264/5597 oder +43(0)676/9068938.
Tourismusbüro
Leutasch, Tel.: +43(0)5214/6207; www.tirol.at/leutasch
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