Steinerne Renne und Ottofelsen

Wald- und Aussichtswanderung auf fast durchgehend bequemen Wegen. (Autor: Chris Bergmann)
8 km
250 m
3.00 h
Aus dem Bahnhof Steinerne Renne tretend, folgen wir der Holtemme aufwärts in einem tief eingeschnittenen Tal mit schönem Mischwaldbestand. Wie vielen Fließgewässern im Harz wird auch der Holtemme durch einen Kanal Wasser entzogen, und nach Überqueren dieses 1895 angelegten Kanals verschmälert sich unser Weg zu einem felsigen Steig, der längs der über Granitblockwerk gießenden Kaskaden aufwärts strebt.

Silberne Frau und Silberner Mann

Die Blockmeere im engen Tal bilden vielfach Ablagerungen von mehreren Metern Höhe, zuweilen fließt die Holtemme unterirdisch unter dem Gestein. Die starke Verengung des Tals schon wenige Gehminuten oberhalb des Bahnhofs ist auf einen Quarzgang zurückzuführen. Der darin auftretende Kupferkies bildete um 1300 den Anlass für den Beginn von Bergbautätigkeit; die Namen Silberne Frau (hier zwei Mundlöcher alter Stollen aus dem 16. Jh.) und Silberner Mann erinnern daran.

Kurz oberhalb einer Brücke mündet von rechts (Norden) das Große Sandtal ein, und wir treten wieder in die Granitregion mit ihrer charakteristischen Wollsackverwitterung ein. Das nächste von rechts einmündende Tal ist das der Kleinen Renne, wenig später erreichen wir die größte Kaskade der Steinernen Renne und das Hotel-Restaurant Steinerne Renne.

Vom Hotel folgen wir dem Weg hinauf zum Forsthaus Hanneckenbruch und biegen dort links auf einen bequemen Hangweg ab, der mit dem Zeichen »rote Scheibe« markiert ist. Unterhalb des Wegs zeigt sich der wollsackverwitterte Gebohrte Stein, ein Granitfelsen mit lochartigem Spalt. Wenig später sehen wir das nächste Ziel, den 34 m hoch aufragenden, ebenfalls wollsackverwitterten Ottofelsen. Der Gipfel dieses Granithärtlings ist auf Leitern ersteigbar und bietet eine exzellente Aussicht auf Wernigerode und das Harzvorland.

Durch das Thumkuhlental nach Wernigerode

Vom Ottofelsen wandern wir an der Bergwachthütte vorbei durch das Thumkuhlental hinab Richtung Wernigerode. Auch in diesem, vom Braunen Wasser durchflossenen Tal sind zwei große Grantitblockströme ausgebildet. Weiter unten unterquert der bequeme Forstweg die große Eisenbahnüberführung der Harzquerbahn; bei einem Unwetter am 6. Juli 1927 unterspülte hier das Wasser den Bahndamm, ein bergab fahrender Zug stürzte den 12 m langen Steilhang herab. Bei diesem Unglück wurden zwei Reisende und vier Eisenbahner getötet.

Wenig später erreichen wir das Lossen-Denkmal (für den Geologen K. A. Lossen), queren die durch das Drängetal führende Straße Wernigerode – Drei-Annen-Hohne, folgen ihr kurz abwärts und sind wenig später zurück am Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied250 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Steinerne Renne (311 m) an der Harzquerbahn.
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippWandern im mittleren Harz (Landesvermessungsamt Niedersachsen).
MarkierungenNamentliche Ausschilderung und rote Scheibe.
VerkehrsanbindungStraße Wernigerode – Schierke, Harzquerbahn Wernigerode – Drei-Annen-Hohne
GastronomieHotel Steinerne Renne
Tipps
Bei klarer Sicht lohnt vom Gasthaus »Steinerne Renne« der kurze Abstecher zur Wodans- oder Rennenklippe. Dort bietet sich ein prachtvoller Ausblick auf Wernigerode und den Huy sowie auf weite Teile des Brockenmassivs.
Unterkunft
Die sachsen-anhaltinische Kreisstadt Wernigerode ist ein touristischer Brennpunkt mit Unterkunftsmöglichkeiten aller Kategorien.
Tourismusbüro
Wernigerode Tourismus GmbH, Nicolaiplatz 1, 38855 Wernigerode, Tel. 03943/63 30 35, Fax 03943/63 20 40, Internet: www.wernigerode.de

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Chris Bergmann

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