Sonneck (2260 m)

Lange, stramme Bergtour, die ab der Kopfkraxen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt. Solide Drahtseile beim Zwischenabstieg von der Kopfkraxen geben Sicherheit. Auf Steinschlag achten, der durch weiter oben gehende Wanderer oder Gämsen ausgelöst sein kann. Südseitige Sonnenhänge erfordern im Sommer einen frühen Aufbruch. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Wie beim Anstieg zu Treffauer und Tuxeck, geht man beim kostenpflichtigen Parkplatz Bärnstatt los und am Fahrweg nach Nordosten in den Wald hinauf. Dabei folgt man den Wegtafeln, bis in einer Lichtung auf ca. 1150 m Höhe die zum Scheffauer und zur Steiner-Hochalm markierte Route nach rechts verlassen wird, um auf dem Höhenweg weiterzugehen. Am Waldrand verzweigt sich der Weg. Dort links abbiegen, aber gleich wieder rechts und am Rand einer Hangmulde gering ansteigend durch freie Weidehänge hinauf. Nach der nächsten Abzweigung zur Steiner Hochalm geht es in lichten Laubwald hinein, und der Pfad wird steiniger und steiler. Im Wald kommt von rechts eine Fahrspur herauf. Auf ihr geht man in der gleichen Richtung zur Jausenstation Kaiser-Hochalm weiter, muss bei der Alm links abbiegen, nach Norden hinauf und in weitem Rechtsbogen am Sonnenstein südlich vorbei. Dort geht es steilen Wänden entlang; direkt unter einer überhängenden Felsenwand ist in der Wand eine Gedächtnistafel für Günther Freiherr von Saar angebracht. Dort zweigt nach links der steile Anstieg zum Sonneck ab. Neben den wild aufragenden Felsenwänden des Sonnensteins nun mühsam und steil durch feinen Grieß hinauf. Nach einer kurzen Schrofenpassage geht es in Latschenbuschwerk hinein. Nach einer flachen Wiese nordöstlich des Sonnensteins wird es wieder spürbar steiler. Auf lehmigem, also bei Nässe recht rutschigem, Weg über Wiesen und durch Latschen moderat ansteigend weiter, bis sich ab etwa 1800 m Höhe der Hang deutlich aufschwingt. Der Untergrund wird felsiger und es geht in einer Latschengasse durch eine steile Felsenrinne hinauf. Das Krummholz lichtet sich, der Berg wird immer karger. Mühsam steigt man in vielen engen Kehren am steilen, steinigen Wiesenhang nach Nordosten auf. Ab der Höhe von etwa 2000 m wird der Anstieg eine Idee flacher, und 100 Höhenmeter weiter oben erreicht man einen breiten Gratrücken. Auf ihm nach rechts, also gegen Osten weiter. Anfangs direkt auf dem Rücken, dann rechts davon über steinige Bergwiesen zur Kopfkraxen (2178 m). Wer ängstlich ist oder beim bisherigen Aufstieg schon gewisse Schwindelgefühle verspürt hat, beendet dort die Tour.
Der Weiterweg zum Sonneck führt von der Kopfkraxen am soliden Drahtseil entlang luftig über einen steilen Gratabbruch zu einer breiten Gratsenke nach Osten hinunter. Aus dieser Senke auf dem Gratweg über steile Wiesenhänge und Schrofen in der gleichen Richtung weiter. Man kommt an mehreren, meist mit Schnee gefüllten Dolinen vorbei und geht das letzte Stück relativ gemütlich zum Felsengipfel hinauf.
Abstieg.
Der Rückweg verläuft entlang der Aufstiegsroute. Kurz vor dem Sonnenstein (1714 m) kann man sich überlegen, ob man dem Gipfelchen noch einen Besuch abstatten will. Außer einem weiteren Eintrag im Tourenbuch und wahrscheinlich ein paar Schrammen vom Latschengebüsch bringt dies allerdings nichts.
Wer eine etwas ungemütliche Alternative nicht scheut, kann vor dem Sonnenstein rechts abbiegen und durch das steile Sonnensteinkar zur Kaiser-Hochalm absteigen. Der Rest führt in jedem Fall auf der Aufstiegsroute nach Bärnstatt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied1400 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSt.-Leonhard- Kapelle beim Gasthaus Bärnstatt an der Straße von Scheffau zum Hintersteiner See (918 m)
EndpunktSt.-Leonhard- Kapelle beim Gasthaus Bärnstatt an der Straße von Scheffau zum Hintersteiner See (918 m)
TourencharakterBis weit in den Schwierigkeitsgrad VIII gehen die Kletterrouten am Sonneck. »Sommerhoch« heißt so eine Sportkletterroute, die im Sommer 2005 erstmals frei begangen worden ist. Aus dem Schneekar kommen die Kletterer herauf und geben sich mit den Wanderern auf dem markanten Felsengipfel oft ein fröhliches Stelldichein. Auch der Wanderweg erfordert Aufmerksamkeit, denn der Übergang von der Kopfkraxen zum Sonneck ist bisweilen etwas ausgesetzt und die Bergflanken fallen tief ab. An etlichen Stellen ist deshalb Ausrutschen nicht erlaubt.
Hinweise
Auch noch über die Hackenköpfe. Hat jemand eine Kondition wie ein Bär, einen Tag mit klarer Sicht erwischt und noch viel Zeit, kann er von der Kopfkraxen über den Wiesberg und die langen Hackenköpfe zum Scheffauer weitergehen. Das ist allerdings eine Angelegenheit, die erfahrenen Alpinisten vorbehalten bleiben sollte.
KartentippAlpenvereinskarte 1:25000, Blatt 8 (Kaisergebirge)
MarkierungenWegtafeln und Markierungspunkte
VerkehrsanbindungMit dem Auto von Scheffau dem Wegweiser folgend Richtung Hintersteiner See auf steiler, aber guter Bergstraße; Linienbusverbindung ab St. Johann, Kufstein oder Wörgl nach Scheffau
GastronomieKaiser-Hochalm und eventuell Steiner-Hochalm (liegt nicht unmittelbar an der Route)
Tipps
Vom Jagerwirt herauf. Wer beim Jagerwirt (940 m) losgeht, wie das oft gemacht wird, hat eine kürzere Strecke, aber steileres Gelände zu überwinden.
Höchster Punkt
Sonneck, 2260 m
Unterkunft
In Scheffau
Tourismusbüro
Scheffau am Wilden Kaiser, Tel. 0043/5358/7373; www.tirol.at/scheffau
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