Siplingerkopf, 1746 m

Kleine oder große Rundtour Bei der Überschreitung des Siplingerkopfs einige recht steile, teilweise felsige, zum Teil erdige Stellen, die trotz der Pfade unbedingt Trittsicherheit erfordern; bei Nässe sehr rutschig. (Autor: Dieter Seibert)
Über Hirschgund auf den Siplingerkopf (1746 m) Unmittelbar neben dem Parkplatz geht es über den Aubach und auf dem breiten Alpweg in weiten Schleifen meist im Wald kräftig aufwärts zur Hirschgundalpe (1315 m). Nun wandern wir auf einem kleinen Pfad immer schräg durch die Westflanke des Tennenmooskopfes nach Süden und über eine letzte Stufe in die Scharte (1558 m) östlich des Siplingerkopfs etwas oberhalb der Alpe Wilhelmine. Auf dem nun viel breiteren Weg wenden wir uns nach rechts über Gras an das Bergmassiv. Erst geht es links in der sehr steilen, mit auffallenden Nagelfluhfelsen geschmückten Flanke, dann rechts der Kante durch jähe, erdige Mulden – stets besonders reiche Flora – auf einen Vorgipfel (oder rechts unter ihm vorbei) und hinüber zum höchsten Punkt mit Kreuz und Buch. Abstieg über Siplingeralpe Direkt vom Gipfel steigt man über den Nordgrat mit seinen kleinen, recht steilen Stufen auf oft erdigem Weg hinab, dann geht es links, an einer freistehenden Nadel vorbei und über die Weidehänge der Siplingeralpe tiefer. Schließlich wandern wir über einen hohen Waldhang in Kehren zu den Flächen der Au und rasch hinaus zum Parkplatz. Große Rundtour über das Rindalphorn zum Staufnerhaus Vom Parkplatz wandern wir hinüber zur Hinteren Aualpe und auf einem holperigen Alpweg unter der Roten Wand nach Westen durch Wald und über Lichtungen zu einem ersten Boden hinauf. In dem sehr unregelmäßigen Gelände gelangen wir in Schleifen zwischen Bäumen und über schöne Lichtungen ins obere Tal mit einer stattlichen Alphütte (1474 m). Durch das Hochtal kommt man nun zur abschließenden Gündlesscharte (1545 m; Abstecher auf den Gündleskopf, 1748 m, 40 Min.). Vom Rindalphorn ziehen zwei auffallende Gratrippen herab. Von der Scharte gehen wir an der rechten Rippe entlang und biegen dann nach links in die Rinne (hier Schlauch genannt). Durch sie geht es weit und steil empor in die Gipfelscharte und nach rechts über ein paar etwas exponierte Felsen zum Kreuz auf dem Rindalphorn (1821 m). Nun klettert man über die Gipfelfelsen zurück, wandert dann über den bequemen Grasrücken, der jedoch steil nach Norden abbricht, im Bogen hinüber zum ausgeprägten Vorgipfel und meist etwas links des Kammes hinab in die Brunnenauscharte (1626 m). Auf und links neben der noch langen, üppig bewachsenen, manchmal auch steinigen Schneide marschiert man hinauf zum Hochgrat (1834 m), dem Hauptgipfel der Nagelfluhkette. Auf einem sehr viel begangenen, aber steinigen Weg geht es nun hinab zur Bergstation (mit Restaurant) der Hochgrat-Kabinenbahn. Noch etwas tiefer, dann biegen wir rechts ab zum Staufnerhaus (1634 m), das in der steilen Flanke liegt. Über Scheidwang und Siplingerkopf Am nächsten Morgen steigen wir wieder hinauf zur Bergstation und von ihr quer durch die Südhänge des Hochgrats bis auf dessen breite Südabdachung. Kehren führen hinab zur Oberen Gelchenwangalpe (1585 m). Links der Alp gelangt man über die Grasflächen nach Osten hinab und neben einem Tälchen auf einem kleinen Pfad zu den Flächen von Untergelchenwang, wo man bald auf einen breiten Alpweg trifft. Auf ihm geht es in dem stark gegliederten, sehr malerischen Gelände zu einem Bach und um einen Geländerücken zum Sattel von Scheidwang (1316 m) mit einer bewirtschafteten Alphütte. Links hinter dem Haus führt ein steiler Pfad über eine erste Stufe empor, dann geht es zwischen üppig bewachsenen Hängen zu den Resten einer Hütte und ins freie Hochkar. Links wandern wir über Hänge und Abdachungen zu einem kurzen, schmalen Grat und über eine kleine Lücke hinweg auf den Heidenkopf (1685 m) mit Felsen auf der einen und Weidehängen auf der anderen Seite. Der folgende, 600 m lange Grat gehört zum Abwechslungsreichsten in den gesamten Voralpen - Mit einigem Auf und Ab überschreitet man kleine Köpfe und schräg stehende Gratrippen, bevor eine letzte Schneide auf den Gipfel des Siplingerkopfs (1746 m) führt. Abstieg zur Au wie bei der kleinen Runde beschrieben. Mit Familie und Kindern Von der Aualpe auf den Siplingerkopf ist es für Kinder schon relativ weit. Aber es bieten sich in dieser Region andere Möglichkeiten an. Für etwas größere Kinder eignet sich der kurzweilige Anstieg von der Scheidwang (Mautstraße dorthin) in gut einer Stunde auf den Heidenkopf. Mit kleineren Kindern wird man im Bereich zwischen Scheidwang und Untergelchenwang mit den kleinen Wiesenböden, Felsrippen und einem sehr interessanten Bach viel Spaß haben.

Dauer - Gesamtgehzeit für Siplinger-Rundtour 3 1/2 Std. Große Runde: Aualpe – Rindalphorn 2 1/2 Std. Weiterweg zum Staufnerhaus 1 1/2 Std. Staufnerhaus – Siplingerkopf 3 1/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied720 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGunzesried (889 m), weit verstreutes Bauerndorf in einem stillen Seitental des Oberallgäus, Teil der Gemeinde Blaichach. Von der Kirche in Gunzesried stets durch das Tal zur Säge und auf einer Mautstraße zur Hinteren Aualpe, Parkplatz (1050 m) links der Straße.
TourencharakterDank der Nagelfluhfelsen gehört der Siplingerkopf, der zuhinterst im Gunzesried versteckt ist, zu den interessantesten Bergen der Voralpen. Das Gelände ist überall stark von den typischen Fluhen und Zacken dieses ungewöhnlichen Gesteins durchsetzt. Eine Sehenswürdigkeit sind die Siplingernadeln, ungemein schlanke und bizarre Felstürme aus rötlichem Konglomerat. Und die Ostflanke unseres Kopfes wird von eigentümlich abgerundeten Felsrippen gebildet. Unsere Tour führt uns mitten durch dieses Felsenzauberreich! Doch Achtung – vor allem der obere Ostgrat ist trotz des Steiges recht anspruchsvoll; man braucht deshalb für die Begehung unbedingt alpine Erfahrung und trockenen Boden. Wer die Welt des Nagelfluhs näher kennen lernen möchte, kann die Zwei-Tages-Tour anpacken und dabei eine Nacht auf dem noch recht ursprünglichen Staufnerhaus verbringen. Vier Gipfel, hindernislose Ausblicke etwa zum Säntis und weit ins Alpenvorland hinaus und eine ungemein reiche Flora – es gibt zum Beispiel viele Türkenbundlilien – lassen keine Langeweile aufkommen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Allgäuer Alpen.
VerkehrsanbindungVon der Allgäu-Autobahn auf der B 19 zur Ausfahrt Sonthofen-Nord. Dort rechts, über die Iller nach Bihlerdorf und kurz dahinter Beginn der Bergstraße nach Gunzesried.
GastronomieEvtl. Staufnerhaus (1634 m), DAV, 86 Schlafplätze, Tel. 08386//8255. Scheidwangalpe (1316 m).
Tipps
Nagelfluh – eine Allgäuer »Spezialität« Das Gestein Nagelfluh gehört zu den Konglomeraten, also Gesteinen, die aus Flusskies entstanden sind. Feinster Schlamm aus Gesteinsmehl kittet die rund geschliffenen Kiesel zu einem recht kompakten Fels zusammen. Die Oberfläche erinnert an Waschbeton. Der ungewöhnliche Name lässt sich gut erklären - Bei der Verwitterung wird der Kitt als Erstes herausgelöst, dann stehen die einzelnen Kiesel deutlich vor und erinnern damit an die Köpfe der einstigen Rundkopfnägel. Und Fluh lautet bei den Alemannen die Bezeichnung für Felsabsätze. Bei der Alpenfaltung wurden auch die stark gebankten Formationen aus Nagelfluh steil aufgerichtet. So sind hier Grate, Hänge, Bachtobel usw. meist in eine Vielzahl von Kleinformen aufgeteilt mit schmalen Graten, kleinen Mulden, wilden Zacken und moosüberzogenen Blöcken. Das ergibt die abwechslungsreichste Landschaft, die man überhaupt in den Voralpen finden kann. Der Nagelfluh sorgt auch für besonders malerische Bachtobel wie den Ostertaltobel, den man von der Gunzesrieder Säge aus besuchen kann.
Höchster Punkt
Siplingerkopf (1746 m) Evtl. Rindalphorn (1821 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Verkehrsamt Blaichach, Immenstädter Str. 7, 87544 Blaichach, Tel. 08321/ 8086, E-Mail: Blaichach@allgaeu.org.
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