Schrammsteine und Winterberg

Aussichtsklassiker hoch über der Elbe Tal-, Steilhang- und Höhenwanderung teils auf bequemen Wegen, teils auf Steigen (viele Stufen, auch Leiterpassagen). (Autor: Bernhard Pollmann)
12 km
200 m
3.00 h
Schrammsteinaussichten Die am Rand des Nationalparks gelegene Gaststätte Schrammsteinbaude im Zahnsgrund zu Füßen der wild zerklüfteten Schrammsteine ist seit der Kaiserzeit der klassische Ausgangspunkt für Wanderungen in diese imposante Felsenwelt. Von der Baude folgt die Blaustrich-Markierung wenige Minuten der Straße abwärts und wechselt dann links in den wildromantischen Lattengrund im Nationalpark. Der Lattengrund ist eine für ihr feucht-kühles »Kellerklima« berühmte Schlucht mit Farnen, Moosen auf den Felsen und üppigem Schluchtwald. Oben weitet sich die Schlucht und mündet auf die Verebnung zu Füßen der Schrammsteine. Teilweise auf Leiterstegen führt die Blaustrich-Markierung durch ein vom Schrammtorwächter und den Ostertürmen flankiertes Felsentor, dann geht es bequem weiter auf der Vorderen Promenade im Wald am Fuß der Schrammsteine, bis hinter dem Felsen Jungfer der Jägersteig links hinauf zu den Schrammsteinaussichten abzweigt. Etwa 100 Hm sind hier auf Leitern und Treppen zu überwinden, dann ist an einer Einsattelung der Schrammsteingrat erreicht; die Einsattelung trennt die hinteren Schrammsteine (rechts - Blaustrich) von den vorderen. Wer nicht schwindelfrei ist, geht unverzüglich rechts weiter: Schon nach 2m hat man diese kitzelige Engstelle überwunden (man kann sich an einem Griff festhalten), und das Gelände wird bequem und breit. Wer schwindelfrei ist, folgt an der Engstelle dem geländergesicherten Steig links hinauf zur Schrammsteinaussicht, deren es mehrere gibt, die Elbaussicht und die Torsteinaussicht sind die bekanntesten. Schrammsteinweg Von der Schrammsteinaussicht kehren wir zurück zur Einsattelung, an welcher der Jägersteig einmündet, folgen der Blaustrich-Markierung geradeaus aufwärts auf dem breiten, aussichtsreichen Kamm, auf dem der Schrammsteinweg (stets Markierung Blaustrich) Richtung Winterberg führt. Der Schrammstein-Gratweg bleibt zunächst im elbtalseitigen Wald, wechselt dann durch ein Felstor auf die Winkelseite und erreicht oberhalb der Breiten Kluft eine wunderbare Raststelle mit Elbblick. Jenseits der Elbe zeigen sich Zirkelstein, Kaiserkrone, Wolfsberg und von der Seite die Zschirnsteinwand, auch der Große Winterberg ist jenseits des Rauschensteins in Sicht. Die Blaustrich-Markierung leitet elbabseitig weiter, passiert erneut einige Leitersteige. Wir kommen an einem weiteren hervorragenden Rast- und Aussichtsplatz vorbei und wechseln auf den Zurückesteig. Ein Wegweiser zeigt wenig später zum aussichtsreichen Carolafelsen (458m) – höchste Erhebung der Hinteren Schrammsteine. Dann nähert sich der Blaustrich-Weg auf dem Reitsteig wieder den Abbrüchen der Elbtalseite und ermöglicht über dem Heringsgrund hervorragende Aussicht. Mit dem Blick über den Heringsgrund wird das Gebiet der Schrammsteine verlassen, und auf einem bequemen Wald- und dann Forstweg leitet die Markierung »Blaustrich« an einer zweibeinigen Buche vorbei auf die buchengeschmückte Basaltkuppe des Großen Winterbergs (556m), des höchsten Bergs der Sächsischen Schweiz rechts der Elbe. Ins Elbtal Vom Großen Winterberg folgen der Malerweg und der E 3 (Blaustrich) in gemeinsamer Routenführung zunächst der für den öffentlichen Verkehr gesperrten Winterbergstraße abwärts und wechseln dann rechts auf den steilen »Bergsteig«. Wer diesen steilen Abstieg vermeiden will, bleibt auf der bequemen Winterbergstraße (RotpunktMarkierung), an der schon bald ein wunderschöner Aussichtspunkt ausgeschildert ist: Das Kipphorn bietet einen einmaligen Blick auf das Elbtal und die Welt der »Steine«. Nach diesem großartigen Panorama geht es weiter abwärts auf der Winterbergstraße, die in Serpentinen an der tschechischen Grenze vorbeiführt und dann eine Verzweigung erreicht: Durch den Erlsgrund führt der Rotpunkt-Weg hinab in den Grenzort Schmilka und mit der Pendelfähre ans rechte Elbufer: Dort befindet sich der S-Bahnhof Schmilka-Hirschmühle. Während der S-Bahnfahrt zurück nach Bad Schandau und Dresden erwarten noch einmal wunderschöne Aufblicke auf die durchwanderte Strecke.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied200 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortBad Schandau, die »Perle der Sächsischen Schweiz«, ist Kneippkurort und Fremdenverkehrszentrum an der Mündung der Kirnitzsch in die Elbe in unmittelbarer Nähe einiger der bedeutendsten Wandergebiete des Elbsandsteingebirges.
AusgangspunktSchrammsteinbaude (117m) in Bad Schandau-Ostrau, erreichbar mit dem Stadtbus S-Bahnhof Bad Schandau – Schrammsteinbaude – Ostrau.
TourencharakterDas Schrammsteingebiet im Nationalpark ist das größte zusammenhängende Felsrevier der Sächsischen Schweiz, die Schrammsteinaussichten sind einer der faszinierendsten Panoramapunkte des Elbsandsteingebirges, anders als die berühmtere Bastei sind sie nur im Rahmen einer steilen Wanderung erreichbar. Die weiterführende Kammwanderung hoch über der Elbe zählt zu den abwechslungsreichsten und großartigsten Touren der Sächsischen Schweiz. Obwohl die gesamte Wanderung nur 12km lang ist – von Schmilka fährt die S-Bahn zurück nach Bad Schandau –, ist es erwägenswert, sie zu krönen durch eine Übernachtung im autofreien rustikalen Berghotel auf dem Großen Winterberg mitten im Nationalpark. Im Bereich der Schrammsteinaussichten gibt es eine oder zwei Stellen, die ansatzweise Schwindelfreiheit erfordern, allerdings bieten Handgriffe und Trittstufen (Leitern) festen physischen und psychischen Halt.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte 1 - 10 000 Schrammstein-Gebiet oder topografische Karte 1:25 000 mit Wanderwegen Sächsisch-Böhmische Schweiz (beide Landesvermessungsamt Sachsen).
VerkehrsanbindungS-Bahn Dresden – Bad Schandau – Schöna. Mit dem Auto B 172 Dresden – Bad Schandau – Tschechien.
GastronomieSchrammsteinbaude, Großer Winterberg, Schmilka.
Tourismusbüro
Bad Schandauer Kur- und Tourismus-GmbH, Kurverwaltung im Haus des Gastes, Markt 8, 01812 Bad Schandau, www.bad-schandau.de

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