Schöntalspitze (3002 m)

Kurze, sehr aussichtsreiche Gipfeltour; Bergwege in die Zischgenscharte (bei Schnee mitunter anspruchsvoll), dann über Blockwerk und eine richtige Kletterstelle (Drahtseil) ohne Sicherungen auf den Gipfel. Evtuell einsame Bergwege durch die Schwärzgrube und das Schöntal; bei dieser Route ist nebelfreies Wetter wichtig. (Autor: Dieter Seibert)
16 km
1310 m
7.00 h
Zum Westfalenhaus (2.45 Std.).
In Praxmar nach Süden zur hintersten Liftstation. Von dort auf dem Fußweg nur teilweise steigend durch die Hänge mit Wald, Buschwerk und Gras etwa eine Stunde nach Süden. Bei der Verzweigung auf dem oberen Steig 100 Höhenmeter empor, über den Schöntalbach und wieder quer durch die Hänge, bis man auf den großen, von Lisens heraufkommenden Höhenweg trifft. Auf ihm in schönster Panorama-Wanderung um die Geländekante ins Längental und noch ein gutes Stück talein zum Westfalenhaus, das auf grünen Terrassen hoch über dem Bach liegt.
Von Süden auf die Schöntalspitze (2.15 Std.).
Von der Hütte über die Wiesenböden nach Norden zur Wegverzweigung. In der gleichen Richtung weiter auf die Münsterhöhe (2508 m; benannt nach der AV-Sektion aus Münster). Weiter nach Norden über die sehr welligen Böden, dann durch ein schmales Kar direkt unter der Schöntalspitze und durch die rechte Rinne steil in die Östliche Zischgenscharte (2917 m). Rechts über den Trümmergrat zu einem schmalen, aber durchgehenden Felsstreifen. Mit Drahtseilhilfe über das nicht ausgesetzte Hindernis und wieder einfacher auf den kleinen Gipfel.
Abstieg durchs Schöntal nach Praxmar (2.45 Std.).
Wieder hinab bis ans untere Ende des schmalen Kars. Hier links ab und rasch in das Innere Schwärzjöchl (2690 m). Mit etwas Höhenverlust auf bescheidenem Steiglein durch die oberste Schwärzgrube ins Äußere Schwärzjöchl (2705 m). Drüben über eine Stufe hinab und durch ein kleines Kar zu einem Minisee, dann meist auf Gras quer über zwei Bachläufe ganz hinüber auf die Nordseite des Schöntals, durch die teilweise äußerst steilen Hänge des Oberstkogels zu einer Wegverzweigung und weiter zu dessen Ostrücken. Drüben hinab zum Dreizeiger, einer Schulter im Gelände. Über Block- und Grashänge zur Schefalm und zurück nach Praxmar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1310 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortGries (1190 m), Hauptort des Sellrains, dessen beide Quelltäler hier zusammenfließen
AusgangspunktPraxmar (1692 m), sehr schön auf einer Terrasse über dem Tal gelegen, oder Lisens (1634 m), Gasthaus und Parkplatz im innersten Lisenstal
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterÜber dem vor allem bei den Skitourengehern beliebten Westfalenhaus ragen einige recht markante und scheinbar unnahbare Felsberge wie die Grubenwände (3175 m) in den Himmel. Unsere Schöntalspitze, die etwas zurück liegt, wirkt von dort gesehen jedoch ganz unscheinbar. In Wirklichkeit gehört sie zu den durchaus selbstständigen Gipfeln und bietet ein sehr eindrucksvolles Panorama, in dem vor allem der Lisenser Fernerkogel (3298 m) imponiert, der mit seinen Riesenwänden genau vor dem Betrachter steht. Außer dem üblichen Zugang von Lisens über das Westfalenhaus (2.15 Std. plus 2.15 Std. Aufstieg) bietet sich noch eine einsame, sehr spannende Rundtour von Praxmar aus an, die man sogar mit einem weiteren Dreitausender garnieren kann - der Zischgelesspitze (3004 m). Dieser Berg steil über Praxmar hat in den Skitourengehern seine eigene Fan-Gemeinde, die ihn liebevoll »den Zischgeles« nennt. Im Sommer sieht er ungleich weniger Besucher. Das hat einen guten Grund: Man ist dort auf manchmal holperigen und steinigen, mitunter auch etwas mühsamen Steigen unterwegs, die einige Trittsicherheit erfordern. Also keine gemütliche Bummelei! Wir beschreiben die Zischgeles-Besteigung hier als – großartiges – Anhängsel zu unserem Abstieg durchs Schöntal. Man kann natürlich auch direkt von Praxmar in knapp vier Stunden dieses Ziel erreichen. Die Überraschung bei der Ankunft auf dem Gipfel: der Nahblick auf die Vordere Grubenwand (3165 m) mit ihrem dreieckigen Eisfeld.
Hinweise
Siehe Tour 3 in Karte.
KartentippAV-Karte, Stubaier Alpen, Blatt 31/2 (Sellrain)
VerkehrsanbindungAus dem Inntal bei Kematen durch das gesamte Sellrain nach Gries; von dort 8 km nach Praxmar
GastronomieWestfalenhaus (2276 m), DAV, 60 Schlafplätze, Tel. - 05236/267
Tipps
Zischgelesspitze (3004 m). Bei nebelfreiem Wetter können Trittsichere auf dem Rückweg noch diesen bei den Skitourengehern sehr beliebten Dreitausender besteigen - Von der erwähnten Wegverzweigung auf dem Pfad schräg empor in den Sattel hinter dem Oberstkogel. Nun über den erst weiträumigen Rücken mit Gras und auffallend glimmerreichen Schiefern weiter aufwärts. Es folgen ein ausgeprägter Grat und schließlich eine scharfe Schneide mit Felsplatten, über die man ein wenig klettern muss, hinauf zum Gipfel (1.30 Std.). Auf ebenfalls nur bescheidenen Steigen über den Nordgrat mit seinen Blöcken kurz hinab, dann nach rechts ins Kar, in dem man immer auf der linken Seite bleibt und über recht steile Stufen das Sattelloch, ein Hochkar, erreicht. Am Bach entlang tiefer, rechts über eine Stufe ins untere Bachtal und – hier wieder stets in den linken Hängen – hinaus nach Praxmar. Eine weitere Route führt von dort oben durch das Sattelloch ebenfalls nach Praxmar hinab.
Höchster Punkt
Schöntalspitze (3002 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.

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