Schinder

Auf einen imposanten Gipfel mit Felsdurchschlupf
Der Doppelgipfel des Schinder – es gibt einen bayerischen und einen österreichischen – verspricht Plackerei, aber dem ist nicht so. Man sollte jedoch die Runde nicht umdrehen und durch das Schinderkar aufsteigen, denn dann könnte doch so mancher zusätzliche Schweißtropfen fließen. Unser Ziel ist der Österreichische Schinder, in alten Karten auch noch nach der unterhalb des Gipfels liegenden Trausnitzalm „Trausnitzberg“ genannt. Er bildet zwar die höchste Erhebung des Bergmassivs, in Sachen Wildheit läuft ihm jedoch der Bayerische Schinder den Rang ab. Zum Trotz wird er auch nur selten bestiegen, es zählt halt manchmal nur die Höhe, zudem muss man für seine Besteigung einen zusätzlichen Abstecher machen. Die spektakulärste Passage auf dieser Tour ist der Abstieg durch das Schindertor, das den Durchlass zum Schinderkar bildet. Im Frühjahr kann das „Tor“ aber durch Altschnee verschlossen sein. Dann ist Orientierungssinn gefragt, um eine passende Abstiegsmöglichkeit zu finden.
Vom Parkplatz in der Valepp wandern wir zunächst ein kurzes steiles Stück auf der Forststraße (Wegweiser) in Richtung Süden, dann biegen wir bei der ersten Kurve links auf einen bezeichneten Steig ab. Wir durchwandern einen schönen Mischwald und überqueren in seinem weiteren Verlauf einige Bäche, wobei eine heikle Passage zu meistern ist, und umwandern das dicht bewaldete Brennereck. Wir treffen noch zweimal auf eine ForstGroßer und steigen zuletzt – nun etwas steiler – in südwestlicher Richtung weiter durch Wald hinauf zu den steilen Böden der Trausnitzalm (1420 m). Im Sommer können wir hier einkehren, doch die Lage der Alm ist etwas ungünstig, sodass wir bald weiter wollen, um endlich einen freien Ausblick genießen zu können. Links an den Almhütten vorbei über die Bergwiesen, bei der Wegverzweigung rechts ab und ein Stück durch Latschen hinauf und im Bogen über den weiter oben mit Latschen bewachsenen Rücken. Auf gutem Steig hinauf zum Vorgipfel und in wenigen Minuten hinüber zum Hauptgipfel des Schinder mit Kreuz. Der Weiterweg verläuft zunächst auf dem Gipfelgrat auf deutlichem Pfad durch Latschen leicht fallend in Richtung Westen, auf den Bayerischen Schinder zu. Achtung auf die roten Markierungen! Wir passieren eine drahtseilgesicherte Rinne und queren weiter zum Schindertor, dem markanten Einschnitt zwischen den beiden Schindergipfeln. Nun wird's ernst: Vom „Tor“ mittels Drahtseilsicherungen über Fels auf die Nordseite hinab zum so genannten „Fenster“, dann über eine Felsplatte mittels Eisenstiften und Drahtseilen hinab zum obersten Karrand. Die steile Sandreiße hinab in den Karboden. Auf markiertem Pfad steigen wir angenehm befreit zunächst durch Latschen, dann durch einen kleinen Ahornboden und Wald zur Schlagalm ab. Bereits ein Stück oberhalb beginnt ein Wirtschaftsweg, dem wir über die Weideböden hinab zur Mautstraße (Bushaltestelle) in die Valepp folgen. Rechts dieser entlang und zurück zum Parkplatz in Nähe der Brennerklamm.
Abstiegsvariante: Vor Beginn der eigentlichen Waldzone zweigt rechts ein markierter Steig ab, der weiter unten in eine Forststraße mündet und uns direkt zum Parkplatz in der Valepp zurückbringt.

Dauer:

Vom Parkplatz in der Valepp bis zur Trausnitzalm 1 1/2 Std. Für den Weiterweg auf den Österreichischen Schinder 1 Std. Für den Abstieg durch das Schindertor und durch das Schinderkar hinab nach Valepp benötigt man weitere 2 1/2 Std. Gesamtgehzeit: etwa 5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortRottach-Egern, 731 m.
AusgangspunktWanderparkplatz in der Valepp.
TourencharakterAnspruchsvolle Bergwanderung, die vor allem für den Abstieg Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt. Einige Drahtseilsicherungen am Beginn des Abstiegsweges durch das Schinderkar.
Beste Jahreszeit
KartentippTopographische Karte 1:50 000 Sonderblatt „Mangfallgebirge“ (LVG).
Verkehrsanbindunga) mit dem Auto: Salzburger Autobahn bis zur Ausfahrt Holzkirchen, über Gmund und Tegernsee nach Rottach-Egern; von dort führt eine Mautstraße in die Valepp. Kurz vor der Wegverzweigung in Richtung Spitzingsee zum Parkplatz, etwa 500 m vor dem Forsthaus Valepp. b) mit Bahn/Bus: Mit der Oberlandbahn von München nach Tegernsee (Endpunkt /der Bahnlinie) und mit dem RVO-Bus in die Valepp.
GastronomieTrausnitzalm, 1420 m (während der Weidesaison sind Getränke erhältlich). Forsthaus Valepp, 900 m (nahezu ganzjährig bewirtschaftetes Gasthaus, 15 Betten).
Höchster Punkt
Schinder, 1808 m.
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