Schifffahren und Baden am Forggensee

Die gemütlichste Art, den herrlich gelegenen Forggensee näher kennen zu lernen, ist und bleibt eine Schifffahrt. Im Sommer sollte man diese mit einem Badeausflug verbinden. Wissensdurstigen und sportlichen Ausflüglern bietet der See zusätzlich ein interessantes Wasserkraft-Infozentrum und einen sehr schönen Radlrundweg. (Autor: Michael Pröttel)
10 km
330 m
2.00 h
Es gibt Eingriffe in die Natur, die so geschickt verwirklicht wurden,
dass man sie fast nicht bemerkt. Blickt man vom netten
Dorf Waltenshofen aus auf den Forggensee, dann mag man bei
hohem Wasserstand fast nicht glauben, dass es sich bei dem idyllischen Voralpengewässer um einen künstlich angelegten Stausee
handelt. Eine Infotafel unweit der Schiffsanlegestelle erklärt des
Rätsels Lösung. Bereits am Ende der letzen Eiszeit wurde das
Schmelzwasser des Lechgletschers durch einen festen Molasserücken zu einem großen See aufgestaut. Erst als der Lech genau
bei Lechbruck den dichten Riegel durchbrach, lief die postglaziale
Badewanne aus. In den 1950er-Jahren wurde die Lechschlucht bei
Roßhaupten dann wieder zugestöpselt, will heißen, durch einen
mit Lehmkern gedichteten Kiesdamm von 41 Metern Höhe abgeriegelt.
Der Damm staut den Forggensee zum fünftgrößten See
Bayerns mit einer Gesamtwasserfläche von 16 Quadratkilometern.
Der See ist ca. 12 Kilometer lang, bis zu 3,5 Kilometer breit
und an seiner tiefsten Stelle beträgt die Wassersäule 40 Meter.
Die gemütliche Rundfahrt auf dem Forggensee dauert etwa zwei
Stunden und verläuft über einer alten Römerstraße. Die Via Claudia
Augusta war eine wichtige Handelsverbindung und führte
von Venedig über den Reschenpass nach Augsburg. Im Winter,
wenn der See abgelassen wird, treten die Reste der Römerstraße
und der alten Verbindungsstraßen wieder zutage und man kann
im Seebett spazieren gehen. Im Sommer hingegen genießt man
die wunderschönen Ausblicke auf die umliegende Voralpenlandschaft und auf dem Weg zurück nach
Waltenhofen ein großartiges Alpenpanorama,
welches von den Allgäuer Alpen
und Tannheimer Bergen im Westen
über den Neuschwanstein überragenden
Säuling bis zu den Gipfeln der Ammergauer
Alpen reicht.
An schönen Sommertagen kann man
natürlich einen Bade-Zwischenstopp
einlegen. Hierfür bietet sich besonders
die Anlegestelle Dietringen an, an der
unweit eine nette Badewiese mit Bergblick
liegt. Bitte beachten: Das letzte
Schiff nach Waltenshofen legt in Dietringen
um 16:15 Uhr ab.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied330 m
Dauer2.00 h
Ausgangspunkt Schiffsanlegestelle Waltenhofen (781 m)
Endpunkt Schiffsanlegestelle Waltenhofen (781 m)
TourencharakterDie gemütlichste Art, den herrlich gelegenen Forggensee näher kennen zu lernen, ist und bleibt eine Schifffahrt. Im Sommer sollte man diese mit einem Badeausflug verbinden. Wissensdurstigen und sportlichen Ausflüglern bietet der See zusätzlich ein interessantesWasserkraft-Infozentrum und einen sehr schönen Radlrundweg.
Hinweise
Radltipp Auf guten Wegen oder wenig befahrenen Straßen verläuft der gut markierte, 32Kilometer lange Radrundweg rund um den Forggensee herum. Er weist nur geringe Höhenunterschiede auf und so kann man den Blick auf den See, die Berge und das Schloss Neuschwanstein voll genießen.
VerkehrsanbindungAuf der A96 bis zur Ausfahrt Landsberg am Lech Nord und weiter auf der B17 in Richtung Füssen; in Schwangau der Beschilderung folgend nach Waltenhofen und an der dortigen Kirche parken; zu Fuß zur Anlegestelle (2Min.)
GastronomieSchwangau: Hotel Gasthof am See, Forggenseestr. 81, Tel.083629/ 30 30, www.hotelgasthofamsee.de
Tipps
Badetipp: Zwei weitere schöne Bademöglichkeiten finden sich neben der Straße von Roßhaupten nach Halblech. Sowohl der Illasbergsee als auch die Badewiesen westlich des Illasberges sind in Verbindung mit der Besichtigung des Infozentrums Forggensee zu empfehlen.
Informationen
Abfahrtszeiten: 01.06.–3.10. 10:15, 12:45, 15:15Uhr, 04.10.– Mitte Okt. 12:45, 15:15Uhr; Städtische Forggenseeschifffahrt, Tel.08362/92 13 63, www.stadt-fuessen.de/forggensee- schifffahrt.html