Sankt Märgen und Sankt Peter

Klosterdörfer mit Alpenblick.
Aussichtsreiche Höhenwanderung auf fast durchgehend bequemen Wegen, nur beim Abstieg nach Sankt Peter einige schmale Pfadpassagen. Da zwischen beiden Orten direkter Busverkehr besteht, lässt sich die Wanderung mit Kindern auch in zwei eigenständige Wanderungen teilen. (Autor: Chris Bergmann)
16 km
400 m
4.00 h
Klosterdorf Sankt Märgen.
Der Luftkurort und Wintersportplatz Sankt Märgen liegt in einer der besten Aussichtslagen des mittleren Schwarzwalds. 1115 ließen sich hier am Fuß des schon in keltischer Zeit aufgesuchten Ohmenbergs (»Friedensberg«) Augustiner-Eremiten aus dem lothringischen Toul nieder und gründeten die »cella sanctae Mariae«; aus dieser für den Ort namengebenden »Marienzelle« erwuchsen das Chorherrenstift und die monumentale doppeltürmige Wallfahrtskirche. Die Gründermönche brachten eine romanische Madonnenfigur (um 1100) mit, die nach vorübergehendem Aufenthalt im Freiburger Augustinerkloster 1723 wieder nach Sankt Märgen verbracht wurde und als Gnadenbild verehrt wird. Während der napoleonischen Kriege wurde das Kloster 1806 durch den badischen Staat säkularisiert (aufgehoben), 1995 wurde es von Paulinern neu besiedelt. Auf dem Ohmenberg steht seit 1726 die Ohmenkapelle, zu der ein Pilgerweg führt, dessen Begehung allein schon wegen des Panoramas lohnt.
Schwarzwälder Füchse.
Ein besonders malerisches Bild bietet Sankt Märgen außer an den Wallfahrtstagen an den Tagen, an denen sich alles um die Schwarzwälder Füchse dreht. Der alle drei Jahre, (2007, 2010, 2013 usw.) veranstaltete »Rosstag« ist das größte Züchterfest des Schwarzwälder Fuchses. Die Schwarzwälder Füchse, auch »Wälder« genannt, sind eine Urpferderasse, die seit dem Mittelalter gezüchtet wird. Die kräftigen kleinen Kaltblutpferde mit fuchsfarbener Jacke, heller langer Mähne und treuem Blick sind gutmütig, zugkräftig, robust und langlebig, ihre schwungvollen und raumgreifenden Bewegungen haben sie über die Land- und Forstwirtschaft hinaus auch für den Freizeitbereich interessant werden lassen, z. B. bei Planwagen-, Kutsch- und Schlittenfahrten.
Zur Kapfenkapelle.
Vor der Post in Sankt Märgen befindet sich die Wanderwege-Übersichtstafel, vor dem Hotel »Hirschen« stehen die Wanderwegweiser, hier geht es aufwärts zur Rankmühle. Schon dieser Auftakt bietet ein herrliches Panorama - Über Sankt Märgen hinweg fällt der Blick auf die fast ebene Hochfläche bis zum Thurner und zur Weißtannenhöhe, im Süden zeigen sich der Feldberg und der Schauinsland (mit dem Turm). Von der Rankmühle führt die »blaue Raute« teils im Wald weiter zur Kapfenkapelle (1848) am Waldrand am Kapfenberg; der Alternativweg führt mit herrlichen Ausblicken am Waldrand zur Kapfenkapelle und ist mit der »gelben Raute« markiert. An der Kapfenkapelle bietet sich ein fantastisches Hochschwarzwald-Bergpanorama. Der Blick umfasst Weißtannenhöhe, Feldberg und Schauinsland, schweift hinab in das weite Dreisamtal mit seinen Seitentälern bis nach Freiburg und auf die Klosterdörfer Sankt Märgen und Sankt Peter.
Rotes Kreuz und Vogesenkapelle.
Von der Kapfenkapelle führt der Panoramaweg hinab zur Verzweigung Rotes Kreuz, wechselt hier links auf einen schmalen Weg am Waldrand mit traumhafter Aussicht, folgt nach kurzer Waldpassage einer aussichtsreichen Hofzufahrt und erreicht dann die Vogesenkapelle an einer Waldwiese. Die Vogesenkapelle (1938) gilt als Inbegriff einer Schwarzwälder Waldkapelle: Beschützt von hohen Tannen steht das schindelverkleidete, winzige Gotteshaus auf einer Lichtung am Waldrand. Das Kirchlein gehört zum Reinerhof, dessen Bauer Leopold Hättich im Ersten Weltkrieg in den Schützengräben in den Vogesen lag und dort gelobte, eine Kapelle zu errichten, wenn er dem Grauen entkommen würde.
Hinab nach Schmittenbach.
Von der Rastwiese an der Vogesenkapelle folgt die »gelbe Raute« einem Wurzel- und später aussichtsreichen Wiesenweg am Hof Hochritt (Hochrütti), vor dem ein Brunnen plätschert. Daran vorbei geht es zur Verzweigung Vorderwillmen, und nun kurz auf der Zufahrt zu Hirschmattenweg- und Potsdamer-Platz-Parkplatz abwärts. Hier ist gut auf die Markierung »gelbe Raute« zu achten, die unvermittelt die schmale Straße nach links verlässt und mit schönen Weitblicken teils Feldwegen, teils schmalen Pfaden hinab nach Schmittenbach (790 m) folgt. Die Doppelturmfassade der Klosterkirche von Sankt Peter im Blick, geht es auf Wegen und Pfaden weiter abwärts, durch eine Fußgängerunterführung unter der Straße hindurch ins Dorf und in wenigen Minuten hinab zum Zähringer Eck mit Parkplatz und Bushaltestelle neben dem Kloster.
Klosterdorf Sankt Peter.
Die barocke Klosteranlage des Luftkurorts Sankt Peter an der Schwarzwald-Panoramastraße im Südhang des Kandelmassivs ist die einzige erhaltene alte Abtei im Breisgau und zählt zu den schönsten im Schwarzwald, ein Juwel ist die Rokoko-Bibliothek, die Kirche mit ihrer markanten Doppelturmfassade wurde 1724–27 vom Vorarlberger Meisterarchitekten Peter Thumb errichtet. Herzog Bertold II. von Zähringen verlegte nach seiner Wahl zum Gegenherzog von Schwaben das zähringische Hauskloster Sankt Peter von Weilheim an der Teck am Fuß der Schwäbischen Alb auf den Schwarzwald in die Berge des Breisgaus oberhalb von Freiburg, die feierliche Weihe fand am 1. August 1093 statt. Von diesem Kloster aus sowie unter den Habsburgern leisteten die Benediktiner einen entscheidenden Beitrag zur Urbarmachung des Schwarzwalds. Während der napoleonischen Kriege wurde dieses Bildungs- und Wirtschaftszentrum, in dem u. a. der »Uhrenpater« Thaddäus Rinderle wirkte, 1805/06 säkularisiert (aufgelöst) und fiel an das Großherzogtum Baden, 1842 wurde es in das Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg umgewandelt. Das reizvolle Ensemble von Kloster, Kirche, Dorf und Umgebung bildete die malerische Kulisse für Hans Deppes Heimatfilm »Schwarzwaldmädel« (1950), der mehr als 16 Mio. Menschen in seinen Bann schlug und Sonja Ziemann und Rudolf Prack zum Traumpaar des westdeutschen Films der 1950er-Jahre werden ließ.
Panoramafinale
Vom Zähringer Eck südlich der Klostermauer folgen wir mit Richtungsangabe »Lindenberg/Sankt Märgen« dem Roten Weg hinauf zur Kreuzung mit der Lindenbergstraße (sie führt rechts zur Marienwallfahrtskirche auf dem Lindenberg, ein empfehlenswerter Abstecher mit herrlicher Aussicht), gehen kurz links und bei dem schindelverkleideten Häuschen auf dem Wiesenpfad rechts hinab. Der Pfad mündet hinter einem Bach auf einen Feldweg, in den wir links einschwenken und durch abwechslungsreiche Feldflur mit Hecken, Wäldchen und Feldgehölzen ins obere Ibental (640 m) gelangen. Auf den Karten ist noch der ehemalige Steinhof eingezeichnet, der hier im Talgrund stand. Nach Überqueren des Bachs geht es auf einem Teerweg am Steinhäusle vorbei hinauf zum aussichtsreichen Zwerisberg, in dessen Hang wir auf die Römerstraße treffen. Diese geteerte Hofzufahrt zählt wegen ihrer fantastischen Ausblicke und der alleeartigen Flankierung durch Kirschbäume zu den beliebtesten Spazierwegen im Umkreis von Sankt Märgen. Am Wanderparkplatz Birkweg (889 m) mündet die Römerstraße auf die Straße nach Sankt Märgen: hier rechts in wenigen Minuten zurück nach Sankt Märgen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied400 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortSankt Märgen (889 m), Luftkurort an der Schwarzwald-Panoramastraße.
AusgangspunktBushaltestelle Post bzw. Hotel Hirschen in der Feldbergstraße in Sankt Märgen.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Höhenwege zwischen den Wallfahrtsorten Sankt Märgen und Sankt Peter sind an Aussichtsreichtum kaum zu überbieten. Auch die Schwarzwald-Panoramastraße verbindet die beiden Klosterdörfer - Von Waldkirch im Elztal führt sie auf 70 km Länge über den aussichtsreichen Kandel-Bergstock nach Sankt Peter und Sankt Märgen und über die Breitnau in das Wintersportzentrum Hinterzarten.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000 Blatt 505 Freiburg im Breisgau/Naturpark Südschwarzwald, Blatt 1 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungSankt Märgen liegt an der Schwarzwald-Panoramastraße von Waldkirch im Elztal nach Hinterzarten an der B 500. Buslinie Freiburg Hbf – Sankt Peter – Sankt Märgen – Hinterzarten Bf.
GastronomieSankt Märgen, Schmittenbach, Sankt Peter.
Tipps
Naturfreibad Sankt Märgen. Großer Beliebtheit erfreut sich im Sommer das Naturfreibad von Sankt Märgen. Statt eines englischen Rasens wartet es mit Schwarzwaldwiesen als Liegewiesen auf, das klare Badewasser hat Trinkwasserqualität – ein lohnendes Ziel als Abschluss der Höhenwanderung nach und von Sankt Peter.
Tourismusbüro
Tourist-Information Sankt Märgen, Rathausplatz 6, 79274 Sankt Märgen, Tel. 07669/911817, www.st-maergen.de. Tourist-Information Sankt Peter, Klosterhof 11, 79271 Sankt Peter, Tel. 07660/ 910224, www.st-peter-schwarzwald.de

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