Rund um den Carolafelsen

Anstrengende Tour, mit Ausnahme der steilen Auf- und Abstiege auf gut begehbaren Wegen; auf weiten Strecken im Bereich der Affensteine fantastische Ausblicke (Autor: Tassilo Wengel)
Vom Lichtenhainer Wasserfall zum Abzweig Frienstein.
Wir starten unsere Wanderung beim Lichtenhainer Wasserfall und gehen bis zum Beuthenfall. Hier folgen wir dem breiten Weg in den Dietrichsgrund (Markierung roter Querstrich). Nach zehn Minuten biegen wir nach rechts und wandern auf einem leicht ansteigenden, breiten Weg bis zu einem Abzweig. Dort folgen wir dem Wegweiser Bloßstock (Markierung roter Querstrich) und steigen wenige Meter zum Fuß des Bloßstocks auf, dem vordersten Felsen der Affensteine, der majestätisch vor uns aufragt und als imposante Kletterwand beeindruckt. Nun führt uns ein bequemer, wenn auch schmaler Weg, der Untere Affensteinweg, am Fuß des Felsens entlang. Lichter Mischwald begleitet uns und rechter Hand ragen malerisch zerklüftete und abgeschliffene Sandsteinfelsen auf. Nach links bieten sich schöne Ausblicke zum Wildensteiner Wald mit dem Neuen Wildenstein (337 m) und anderen Erhebungen Die leuchtende Farbenpracht der vorherrschenden Laubbäume verstärkt den Wandergenuss noch. Wir wandern weiter auf bequemem Wald- weg, bis rechts eine Treppe nach oben führt. Der Wegweiser Frienstein, Kleiner Winterberg (Markierung grüner Querstrich) führt uns auf einen Weg, der sich als äußerst steiler Aufstieg über eine lange Treppe mit Holzsprossen sowie über Steine und Wurzeln entpuppt. Oben angekommen, können wir einen wunder- vollen Ausblick genießen. Am Abzweig zum Frienstein, der auch als Vorderes Raubschloss bezeichnet wird, plätschert das Friensteinflössel, das allerdings kein Trinkwasser bietet.
Zum Carolafelsen.
Am Abzweig Frienstein vorbeigehend, erreichen wir nach kurzem Anstieg einen breiten Weg (Markierung blauer Querstrich) mit dem Wegweiser zum Großen Winterberg und den Schrammsteinen. Lohnend ist ein Abstecher zum Großen Winterberg, der mit 552 Meter Höhe höchsten Erhebung auf rechtselbischer Seite, auf jeden Fall. Auf diesem Basaltkegel wurde 1841 ein Gasthaus im Schweizer Stil erbaut, das heute als Berghotel mit Restaurant zur Einkehr einlädt. Nach diesem Ausflug kehren wir auf gleichem Weg zum Wegweiser Großer Winterberg und Schrammsteine zurück und folgen nun dem Weg mit der Markierung blauer Querstrich weiter. Bald bietet sich uns ein großartiger Ausblick auf zahlreiche Felsformationen wie Fluchtwand, Schwarzes Horn und die Lehnsteigtürme, alles beliebte Kletterfelsen. Wir setzen unseren Weg fort und gelangen zu einem linker Hand abwärts führenden Abzweig. Dort starten wir zunächst einen Abstecher zum Carolafelsen (Wegweiser 10 Min., ohne Markierung), denn der Blick von dort zählt zu den schönsten im Elbsandsteingebirge. Kurz abwärts und dann wieder aufwärts führt der Weg auf das Plateau des Carolafelsens, von wo man in den Großen Dom mit Domriff und Domwächter schaut, eindrucksvoll zerklüftete und auch wunderschön geformte Felsen.
Vom Großen zum Kleinen Dom.
Nach diesem Fest für das Auge geht es zurück zum erwähnten Wegweiser und dort nach rechts abwärts (Markierung blauer Querstrich) nur wenige Minuten bis zur nächsten Kreuzung. Dort folgen wir dem Wegweiser Kleiner Dom (Markierung gelber Querstrich). Zunächst abwärts, führt unsere Tour auf schönem Waldweg ohne Höhenunterschied zu einem Plateau, wo wir den Blick in den Großen Dom und zur Hölle genießen können. Wir setzen unseren Weg über Wurzeln fort, steigen in die Felsenkulisse des Kleinen Doms ein und erreichen an der Felskante entlanggehend den Domerker, einen weiteren Aussichtsplatz. Hier schweift der Blick zu den Schrammsteinen, Falkenstein, Hohe Liebe sowie die Szenerie um den Kleinen Dom und das Sandloch, in der Ferne erkennt man den Lilienstein. Unser Weg schlängelt sich bald durch lichten Buschwald und erreicht als breiter Sandweg das Sandloch. An einer Gabelung finden wir den Wegweiser zum Beuthenfall und wandern auf bequemem Waldweg bis zur Kreuzung mit dem Unteren Affensteinweg am Bloßstock. Wir erreichen wieder den Dietrichsgrund und den Beuthenfall, wo wir im Kirnitzschtal auf bekanntem Weg zur Gaststätte Lichtenhainer Wasserfall zurückkehren.

GEHZEITEN.
Gasthof Lichtenhainer Wasserfall – Großer Winterberg 21/2 Std. – Carolafelsen 3/4 Std. – Gasthof Lichtenhainer Wasserfall 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied300 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGasthof Lichtenhainer Wasserfall
EndpunktGasthof Lichtenhainer Wasserfall
TourencharakterDie Aussicht vom Carolafelsen gehört zu den schönsten im Elbsandsteingebirge. Als höchster Punkt der Affensteine zieht er wegen seines Fernblicks immer wieder Wanderer in seinen Bann. Früher waren die Affensteine Brutfelsen des Uhus, in der Jägersprache »Auf« genannt. Durch eine Verballhornung entstand daraus der Name Affensteine für diese am weitesten nach Norden ragenden Felsriffe des Schrammsteingebietes.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 45
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis zur Anschlussstelle Pirna und auf der B172 über Pirna und Bad Schandau zum Gasthof Lichtenhainer Wasserfall. Mit der S-Bahn bis Bad Schandau, weiter mit der Kirnitzschtalbahn oder per Bus
GastronomieKirnitzschtal - Gasthof Lichtenhainer Wasserfall, Kirnitzschtalstr. 11, Tel. 035971/53733. Unterwegs: Berghotel & Restaurant Großer Winterberg, Großer Winterberg, Tel. 035022/40050
Tipps
VORFRÜHLING AM GROSSEN WINTERBERG. Geht man im März oder April von Schmilka auf den Großen Winterberg, begleiten einen zahlreiche Frühlingsblüher. Zu Sauerklee und Schattenblümchen im Sandsteingebiet um Schmilka gesellen sich auf der Granitkuppe des Großen Winterberges Waldmeister, Waldveilchen, Hohler Lerchensporn, Goldnessel, Weiße Anemone, Lungenkraut und Zahnwurz. Sächsische Quarkkeulchen Zutaten 1 kg Kartoffeln 500 g Quark 250 g Mehl 3 Eier abgeriebene Zitronenschale 1 Prise Salz 1 EL Zucker 150 g Rosinen 4 cl Rum Butterschmalz zum Braten Zubereitung Pellkartoffeln am Vortag kochen, Rosinen in Rum einlegen. Am folgenden Tag Kartoffeln pellen und durch die Kartoffelquetsche drücken. Dann Quark, Eier, abgetropfte Rosinen, Zucker, Prise Salz und Zitronenschale vermischen, anschließend das Mehl dazusieben und einarbeiten. Mit den Händen aus der Quarkmasse hühnereigroße Kugeln formen, zwischen den Handflächen platt drücken und in der Pfanne in heißem Butterschmalz goldbraun braten. Die Quarkkeulchen können sowohl warm als auch kalt mit Apfelmus, Zucker und Zimt oder warmen Sauerkirschen gegessen werden.
Informationen
EINKEHR-TIPP. Der Gasthof Lichtenhainer Wasserfall verdankt seinen Namen dem Wasserfall neben dem Haus, der bereits vor über 150 Jahren zu den Berühmtheiten in der Sächsischen Schweiz gehörte. Das Gasthaus wurde 1852/53 im Schweizer Stil errichtet und war wichtiger Ausgangspunkt für Wanderungen auf den »Fremdenwegen«, zu denen auch die Kuhstall-Besteigung gehörte. Angegliedert war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts auch eine Sesselträger- und Saumtierstation, von der aus man sich von zwei Trägern im Sessel hinauftragen lassen konnte. Der Gasthof ist seit über 100 Jahren in Familienbesitz und seine sächsisch-gutbürgerliche Küche z.B. mit sächsischem Sauerbraten, sächsischem hausgemachten Linseneintopf oder Quarkkeulchen hat einen guten Ruf. Die Spezialität des Hauses ist wacholderheißgeräucherte Forelle.
Unterkunft
Kirnitzschtal - Gasthof Lichtenhainer Wasserfall, Kirnitzschtalstr. 11, Tel. 035971/53733, www.lichtenhainer-wasserfall.de; Hotel Forsthaus***, Kirnitzschtalstr. 5, Tel. 035022/584–0, www.weka-touristik.de/hotel-forsthaus
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt Kirnitzschtal, Sebnitzer Str. 2, 01855 Altendorf, Tel. 035022/ 42774, fva-kirnitzschtal@freenet.de, www.saechsische-schweiz-urlaub.com

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