Roß- und Buchstein, 1701 m

Davon könnte sich so manches hochalpine Refugium glatt eine Scheibe abschneiden: einfach einmalig, die Lage der Tegernseer Hütte (1650 m)! Und das zwischen zwei Gipfeln, die anderswo in den Alpen mit ihren (bescheidenen) Höhenkoten wohl kaum wahrgenommen würden: Roß- und Buchstein (1701 m). (Fast) alles ist halt relativ, auch Höhen, und dass es auf der Tegernseer Hütte gemütlicher ist als drunten an dem seit Jahrhunderten umschwärmten Tegernsee, wissen Bergsteiger schon lange. Der Blick geht von der Hüttenterrasse nach Süden über den Achensee bis zu den Tuxer Bergen und zu den Zillertaler Alpen. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Der Aufstieg beginnt im Zickzack, führt in kurzen Serpentinen an dem bewaldeten Hang bergan. Nach gut einer Viertelstunde quert man einen (meist trockenen) Bachlauf nach rechts; wenig später kommen die Hütten des Sonnbergalm-Niederlegers (1150 m) ins Blickfeld. Der weitere Anstieg am Südhang des Sonnbergs (1576 m) bietet gelegentlich Aussicht auf die Blauberge und zum Guffert. Nach einer längeren Rechtsquerung steigt der Weg hinauf zum Sonnbergalm-Hochleger (1498 m; 1:45 Std.), wo man aus dem Wald und ganz unvermittelt ins Flache kommt.

Fast zum Greifen nahe sind die senkrechten Südabstürze der »Zwillinge« Roß- und Buchstein (1701 m). Ein Kletterweg? Auf dem Weiterweg über den Almboden rückt die Roßsteinnadel immer näher; bei der Weggabelung an ihrem Fuß muss man sich entscheiden (Tafeln): geradeaus und auf dem »Altweibersteig« nördlich um den Roßstein herum zur Tegernseer Hütte (1650 m) oder direkt über die Felsen. Die steile Route ist nicht nur kürzer, sondern auch spannender; Drahtseile entschärfen den Anstieg über die gestufte Südflanke des Roßsteins und hinüber zur Hütte. Am breiten Grat entlang erreicht man dann leicht den Gipfel (1698 m; 2:30 Std.).

Die Aussicht ist alle Mühen wert, eine gelungene Mischung von nah, fern, grün und grau. Nicht viel weiter als einen Steinwurf entfernt scheint der Buchstein; man schaut direkt in die steile Rinne, die ein paar Meter über der Hüttenterrasse ansetzt und in Gipfelnähe ausläuft. Dass da geklettert werden muss, ist auch nicht zu übersehen – also kaum das geeignete Terrain für Rotsockler! Viele lassen sich trotzdem verführen, und die meisten schaffen Auf- und Abstieg auch mehr oder weniger elegant. Am Gipfel erinnert eine Bronzetafel an die Erstbesteigung des Buchsteins und die Teilnehmer der Bergreis’.

Hinab ins Tal des Schwarzenbachs

Der Abstieg führt von der Tegernseer Hütte durch das nordseitige Kar hinunter zur Buchsteinhütte (1271 m; 3:15 Std.), dann auf einer Sandstraße, deren Schleifen sich abkürzen lassen, weiter in den bewaldeten Graben des Schwarzenbachs (1014 m). Mit dem Gewässer wandert man auf einem schönen Weg, zuletzt auf der breiten Piste, hinaus zum Parkplatz an der Achenpassstraße (830 m). Jenseits der Weißach stößt man auf den Talweg, der links des Flusses zurückleitet zum Ausgangspunkt der Runde (5:15 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied900 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortKreuth (783 m) im Tegernseer Tal
AusgangspunktParkplatz (855 m) an der B 307 westlich des Wirtshauses Bayerwald
EndpunktParkplatz (855 m) an der B 307 westlich des Wirtshauses Bayerwald
TourencharakterBeliebte Wanderrunde mit felsiger Einlage (kann umgangen werden) und packenden Aus- und Tiefblicken, dazu zwei Hütten am Weg. Die kurze Kletterei am Buchstein (I–II) lassen Nur-Wanderer aus, ebenso die gesicherte Passage am Roßstein
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt 1:50000, Blatt UK 50-52 »Bad Tölz – Lenggries «
MarkierungenOrdentlich markierte Wege
VerkehrsanbindungVon Lenggries über den Achenpass oder vom Tegernsee via Kreuth zum Wanderparkplatz
GastronomieTegernseer Hütte; Buchsteinhütte, ganzjährig (Montag Ruhetag)
Informationen
Die Tegernseer Hütte: Warum nicht einmal oben übernachten – in unmittelbarer Gipfelnähe – und die schönsten Stunden eines Bergtages von hoher Warte aus genießen? Einen traumhaften Sonnenuntergang erleben und frühmorgens darauf warten, dass die Sonne am Horizont auftaucht? Die Tegernseer Hütte mit ihren dreißig Lagern macht’s möglich. Voranmeldung erbeten, Schlafsack oder Inlet nicht vergessen. Tegernseer Hütte, zweites Wochenende im Mai bis erstes Wochenende im November; Tel. 0175/411 58 13
Tourismusbüro
Tourist-Information, 83708 Kreuth, Tel. 08029/18 19

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