Rietzer Alm

Von der „Grünen Bank“ führt ein schmaler Fahrweg zur Peter-Anich-Hütte und zur Rietzer Alm, der stellenweise bemerkenswert steil ist. Von der Rietzer Alm leitet ein guter Steig zum Angersee. Den Rauhen Kopf erreicht man über einen feinen Steig. „Grüne Bank“ (knapp 1500 m) – Peter-Anich-Hütte (1910 m) – Rietzer Alm (rund 1940 m); Rietzer Alm – Angersee (rund 2200) – Rietzer Alm – „Grüne Bank“ (Rundtour); Rietzer Alm – Rauher Kopf (2111 m) – Rietzer Alm – „Grüne Bank“. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
20 km
1603 m
4.00 h
Von der „Grünen Bank“ zur Rietzer Alm Wer es wagt, auf das Auto zu verzichten und direkt vom Ort Rietz über den guten Forstweg zur „Grünen Bank“ und ab da den steilen Stichweg zur Rietzer Alm zu wandern, braucht Kondition für die rund 10 Kilometer lange Strecke. Nicht zu vergessen die knapp 1300 Höhenmeter. Sinnvoller (und vor allem bequemer) scheint es, bis zur „Grünen Bank“ zu fahren. Die Stelle hat ihre Bezeichnung übrigens von der grünen Bank, die tatsächlich dort steht. Von der „Grünen Bank“ wandern wir im Wald abschnittsweise ziemlich steil und sehr direkt nach oben. Bald schmücken Almrosen die herrliche Gegend, die Zirben im oberen Teil der Route verdeutlichen, dass wir uns der 2000-Meter-Grenze nähern. Ab und zu erhascht man einen Blick hinunter ins Inntal. Sobald der Weg ins Freie führt, sind es lediglich noch ein paar Schritte zu unserem Ziel. Wer die Peter-Anich-Hütte umgehen möchte, kann kurz zuvor rechts zum beschilderten Steig „Rietzer Alm“ wechseln. So verpasst man freilich eine Einkehrgelegenheit. Von der Rietzer Alm zum Angersee Der Steig leitet östlich unterhalb der Alm durch schöne Bergwiesen in Richtung Süden. Nach wenigen Minuten kommen wir zu den Felsplatten, über die mehrere Wildbäche heruntertoben. Der Steig schlängelt sich in einigen Serpentinen über dieses kurze Stück und hält einige Zeit auf den 2450 Meter hohen Narrenkopf zu. Danach zieht er wieder zur anderen Seite, um zur erwähnten renovierten Hütte der Rietzer Schäfer zu leiten. Oberhalb des kleinen Hüttchens befindet sich der kleine Angersee in einer prächtigen Mulde. Vom Angersee zur „Grünen Bank“ Um aus dem Seeabstecher eine Rundwanderung zu machen, nehmen wir für den Abstieg nicht mehr dieselbe Strecke, sondern alternativ den Steig, der vom See auf der anderen Seite Richtung Norden hinunterleitet. Er mündet zum Schluss in die Route zum Rauhen Kopf. Westlich an dem kleinen Gipfel vorbei gelangen wir zum Almhaus. Von da an wie am Zustiegsweg zur „Grünen Bank“. Von der Rietzer Alm zum Rauhen Kopf Von der Alm leitet der passable Steig westlich am Rauhen Kopf vorbei in Richtung Süden. Bald schon muss man links abzweigen und dem Steig folgen, der von der (südlichen) Rückseite zum höchsten Punkt führt. Vom Rauhen Kopf zur „Grünen Bank“ Wie Aufstieg. Der Seeabstecher Beim Angersee handelt es sich nicht um ein ähnlich glasklares Gewässer, wie es etwa der Hundstalsee oberhalb der Inzinger Alm darstellt. Dafür liegt er in einem wesentlich sanfteren Kessel, umgeben praktisch nur von Grashügeln bzw. Grasbergen. Von der lauten Welt im Tal verspürt man an diesem Platz wahrlich nichts. Die Gegend präsentiert sich nicht wild, sondern sehr idyllisch – Almromantik pur, könnte man sagen, fast an der Grenze zum Kitsch.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied1603 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
Ausgangspunkt„Grüne Bank“ (knapp 1500 m) am Beginn des steilen Wegs zur Rietzer Alm (Autoverkehr bis zur „Grünen Bank“ geduldet; Parkmöglichkeiten).
TourencharakterÜblicherweise stellt man sich eine Alm folgendermaßen vor - Ein Almhaus steht in einem prächtigen Bergkessel und ist eingebettet in ein Meer von Almrosen. An Blumen mangelt es auch rund um die Rietzer Alm nicht. Aber den (obligatorischen) Bergkessel direkt beim Almhaus sucht man vergeblich. Stattdessen befindet sich das Almgebäude in völlig freier und aussichtsreicher Position. Nicht auf einer Aussichtsterrasse, jedoch auf einem markanten Aussichtspunkt. Es bietet sich ein großartiger Blick hinunter ins Oberinntal, hinüber zur alles dominierenden Hohen Munde in den Mieminger Bergen, ins Wetterstein und ins Karwendel. Die Rietzer Alm ist eine Galtalm. Rund 100 Rinder tummeln sich jeden Sommer hier oben nördlich des bekannten Skitourenbergs Rietzer Grieskogel. Vom Fuße des Grieskogels donnern in beeindruckender Weise einige Bäche herab, die östlich unterhalb des Almhauses vorbeirinnen. Die Weide müssen sich die Rindviecher mit Tiroler Bergschafen teilen. Ungefähr 250 der wolligen Blöker grasen im Almgebiet. Die Rietzer Schäfer haben ein Stück oberhalb des Almgebäudes, praktisch direkt am Angersee, die alte Schäferhütte toll renoviert. Es lohnt sich, am Weg zum Angersee bei den Schäfern vorbeizuschauen. Eine gemütlichere Einkehrmöglichkeit findet man selten. Außerdem steht dort gewiss irgendwo ein Stamperl Schnaps für Gäste bereit. Unter Stamperl versteht man in Tirol übrigens ein kleines Glas. Aus einem größeren Glas sollte niemand den Hochprozentigen probieren. Schließlich gilt es ja wieder ins Tal abzusteigen. Der jeweilige Hirte der Rietzer Alm hält sich während des Sommers beim Almgebäude stets ein paar Schweine und Kälber für den Eigengebrauch (also Speck für die Zeit nach dem Abtrieb). Früher produzierte er auch köstlichen Graukäse. Das ist inzwischen leider nicht mehr möglich. Neue strenge Hygienebestimmungen haben der Graukäsherstellung einen Riegel vorgeschoben. Da hätten die Rietzer zu viel investieren müssen. Der Vorteil aus diesem Nachteil: Die Rietzer Alm hat sich – im Gegensatz zu anderswo – nicht zu einem Hightech-Betrieb im Gebirge entwickelt, sondern vollständig ihre Urtümlichkeit erhalten. Ein paar Worte noch zur ebenso kleinen wie beschaulichen Peter-Anich-Hütte des Alpenvereins, die lediglich ein paar Schritte unter dem Almgebäude liegt: Selten einmal befinden sich zwei Einkehrmöglichkeiten am Berg dermaßen nah nebeneinander. Das Positive für die Wanderer an dieser fast kuriosen Situation: Beim Zukehren, wie wir in Tirol sagen, hat man die Qual der Wahl. Die Peter-Anich-Hütte ist übrigens bekannt für ihre ausgezeichneten Wiener Schnitzel …
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 252, 1 - 50.000.
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn A 12 bis zur Ausfahrt Telfs/West, dann über die Innbrücke und auf der B 181 in Richtung Westen nach Rietz (665 m) im Oberinntal. Der Forstweg zur „Grünen Bank“ beginnt am südlichen Ortsende von Rietz (Waldrand). Auf der Westbahn zum Bahnhof Rietz.
GastronomieRietzer Alm, bewirtschaftet von Anfang Juli bis Ende August (an den Wochenenden möglicherweise länger), Übernachtungsmöglichkeit. Tel. - ++43/(0)664/5404653; Peter-Anich-Hütte, OeAV, Touristenklub Innsbruck, bewirtschaftet von Mitte Juni bis Anfang Oktober, Übernachtungsmöglichkeit, Tel.: ++43/(0)664/2108222.
Tipps
Der Tipp für Kinder Der Rauhe Kopf macht seinem Namen in perfekter Manier alle Ehre - Er schaut tatsächlich aus wie ein (grüner) Kopf, sein großes Holzkreuz ist selbst aus großer Entfernung gut sichtbar. Ähnlich wie der Feilkopf im Achenseegebiet stellt er ein ideales Ziel selbst für kleinere Kinder dar. Warum sollte bei manchen jungen Bergfexen nicht dieser grüne Berg als erster Gipfel ins Tourenalbum Einzug finden? Wenn sie es schon nicht auf eigenen Füßen schaffen, können die Eltern ja mit der Kindertrage wertvolle Sherpadienste leisten. Und Gipfel bleibt Gipfel – egal, wie man zum höchsten Punkt gelangt. besonderheit Die Rietzer Alm bzw. die Peter-Anich-Hütte und die Paffenhofer Alm hat früher ein wildromantischer, familiengerechter Steig verbunden. Im Frühsommer 2002 hat ein riesiger Felssturz gerade den interessantesten Teil dieses Wegs zerstört, sodass er gesperrt werden musste. Der Alpenverein hat zwar eine Ausweichroute angelegt, die allerdings weniger reizvoll ist. Die Abbruchstelle lässt sich übrigens von der Alm aus gut erkennen.
Informationen
Dauer - „Grüne Bank“ – Peter-Anich-Hütte - Rietzer Alm rund 1 1/2 Std.; Rietzer Alm – Angersee – Rietzer Alm – „Grüne Bank“ (Rundtour) 4 Std.; Rietzer Alm – Rauher Kopf – Rietzer Alm – „Grüne Bank“ 3 Std.; Gesamtgehzeit: 5 1/2 Std. bzw. 4 1/2 Std.
Tourismusbüro
Tourismusregion tirolmitte, A-6421 Rietz, Tel.: ++43/(0)5262/62245, Fax: 62245/4, E-Mail: info@tirolmitte.at