Richterspitze (3052 m)

Bergwege durch das Wildgerlosgebiet zur Zittauer Hütte und über die Rosskarscharte zur Richterhütte, von dort auf die Richterspitze hochalpine Steige in teils steilem Gelände, oberhalb der Gamsscharte auch Fels mit Sicherungen und grobes Blockwerk; Route in großartiger, vielgestaltiger Landschaft (Autor: Dieter Seibert)
33 km
2160 m
10.00 h
Zur Zittauer Hütte (2.45 Std.).
Aus der Finkau immer dem breiten Hüttenweg folgend zum Ende der Wiesen, über den Bach und im Wald über eine Stufe (rechts eine kleine Klamm) empor zur Drisslalm. Nun im schmalen, waldarmen Grund des V-Tals hinein auf einen Boden und dann wesentlich stärker steigend am Material- lift vorbei in den von Felswänden überragten Talschluss. Dort in geschickter Wegführung durch die erwähnte Gletscherschliff-landschaft empor, schließlich über schöne Böden nach Osten und hinüber zur Hütte (2329 m) in herrlicher Lage.
Über den Rosskopf zur Richterhütte (3.30 Std.).
Östlich um den Unteren Gerlossee und empor auf die nächste Stufe. Bei der Verzweigung rechts und über dem Oberen Gerlossee vorbei auf die mittelsteilen Böden und Hänge des Rosskopfs. Über sie bis in 2700 Meter Höhe knapp vor dem Grat. Von dort Abstecher auf den Rosskopf (2844 m, 0.25 Std.): Den Spuren folgend über den trümmerreichen Westhang auf den Gipfel mit sehr schönem Blick etwa auf die Dreiherrenspitze (3499 m) in der Venedigergruppe. Danach etwas abwärts in die Rosskarscharte (2687 m). Anfangs ganz auf der linken Seite im steinigen, teilweise steilen Rosskar hinab zur Rosskarlacke, unter der die Hänge steil ins Rainbachtal abfallen. Unser Steig quert die Hänge mit nur noch wenig Höhenverlust zum Keesboden (2180 m) in diesem Tal. Nach Überschreitung mehrerer Bäche kommt man auf den großen Weg, der über den im oberen Teil steilen Hang schließlich die Richterhütte (2374 m) erreicht, die oberhalb einer Felsstufe schon lange zu sehen war.
Auf die Richterspitze (2 Std.).
Von der Hütte in einem weiten Bogen durch die Hochmulde mit dem kurzen Namen »Rainbachkeeskar« nach Norden, dann in vielen kleinen Serpentinen weit aufwärts, wobei es anfangs noch ein paar Matten gibt, das Gelände dann aber immer steiniger wird. Über dem Kar ragen die imponierenden Plattenwände der Schwarzköpfe auf, in denen es extreme Kletterrouten gibt; der Turm im Nordgrat wird Finger genannt. Letzter Anstieg zum schmalen Einschnitt der Gamsscharte (2976 m, eventuell noch Schneefelder). Aus der Lücke nach Norden erst über Fels mit Sicherungen, dann im Blockwerk auf den 3052 Meter hohen Gipfel.
Abstieg durch das Krimmler Achental (2.30 Std.).
Wieder hinab zur Richterhütte und dann auf dem Hüttenweg durch das Rainbachtal hinaus zum Krimmler Tauernhaus (1622 m). Nun zu Fuß (oder mit dem »Linientaxi«) sechs Kilometer auf dem Fahrweg talaus. Dann sehr interessante Route längs der großartigen Krimmler Wasserfälle hinab nach Krimml. Mit dem Bus zurück zum Gerlospass.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour33 km
Höhenunterschied2160 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
StartortKrimml (1072 m), Feriendorf im innersten Pinzgau
AusgangspunktHinter dem Gerlospass, Gasthaus Finkau (1424 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie Reichenspitzgruppe, der östlichste Abschnitt der Zillertaler Alpen, gehört zu den schroffsten und eindrucksvollsten Zentralalpengebieten! Viele Felstürme, wild gezackte, oft messerscharfe Grate und glatte Wände beherrschen das Bild um die im Zentrum aufragende Reichenspitze (3303 m). Das mächtige, stark zerklüftete Wildgerloskees, kleinere Gletscher, Eisrinnen und anderes verstärken den hochalpinen Eindruck. Reizvolle Kontraste und einen fotogenen Vordergrund liefern saftig grüne Matten, großflächige Gletscherschliffe, wasserreiche Wildbäche und die vielen sehr markanten Bergseen. In dieser Traumlandschaft wäre es schade, auf kürzestem Weg die Richterspitze zu erstürmen. Wir wollen die Tour wenigstens mit einem Aufstieg durch das besonders interessante Wildgerlostal und mit einem »gipfelgekrönten« Übergang zur Richterhütte abrunden.
Im Wildgerlos gibt es unendlich viel zu sehen, kein anderer Hüttenanstieg ist eindrucksvoller. Dort findet man wirklich alle Attribute, die zu einer Tour in den Zentralalpen gehören. Gleich am Anfang begrüßt einen der stürmisch gischtende Bach, zu dem wirklich die Bezeichnung »Wildbach« passt. Uralte Bäume und mächtige Felsblöcke, die dick mit Moos überzogen sind, bilden die passende Umrahmung und schaffen ein Paradies für neugierige Kinder. Den Talschluss sperren dann hohe Wände, die von den einstigen Gletschern rundgeschliffen wurden; der Bach kommt in Kaskaden über die Stufen herab. Der Weg windet sich geschickt dort empor, und plötzlich wird der Blick frei auf die Wildgerlosspitze (3278 m) mit ihren Zackengraten und auf das zerklüftete Wildgerloskees. Über Matten erreicht man dann die Zittauer Hütte, und dort erwartet einen als nächste Überraschung der Untere Gerlossee; mit einer Länge von 800 Metern gehört er – in 2300 m Höhe! – wirklich zum Ungewöhnlichen.
Hinweise
Siehe Tour 50 in Karte.
VerkehrsanbindungDurch den gesamten Pinzgau nach Krimml und empor zum Gerlospass (Maut) oder dorthin aus dem Zillertal von Zell über Gerlos
Tipps
Vom Krimmler Tauernhaus talein zur Warnsdorfer Hütte (2336m, 3 Std.), über der das wild zerrissene, sehr steile Krimmlerkees, einer der eindrucksvollsten Gletscher der Ostalpen, zu Simony- und Dreiherrenspitze (3499 m) hinaufzieht. Die ideale Aussichtsloge für diese Eisarena bildet das Gams- spitzl (2888 m) mit AV-Weg. Erfahrene Bergsteiger können aber auch der mächtigen Schlieferspitze (3289 m) einen Besuch abstatten.
Höchster Punkt
Richterspitze (3052 m)
Unterkunft
Zittauer Hütte (2329 m), OeAV, 73 Schlafplätze, Tel. - 06564/8262. Richterhütte (2307 m), DAV, 54 Schlafplätze, Tel.: 06564/ 7328

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